Epidemiologische Merkmale von de novo entstandenen versus naevusassoziierten Melanomen (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/03/20 06:24

Epidemiologische Merkmale von de novo entstandenen versus naevusassoziierten Melanomen (NEWSBLOG 2026)

Ob Melanome, die de novo entstehen, und solche, die sich aus einem bestehenden Nävus entwickeln, unterschiedliche biologische Entitäten darstellen, ist weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. In einer Analyse aus einem Melanom-Referenzzentrum in Athen wurden 509 primäre kutane Melanome ausgewertet, die zwischen 1999 und 2024 diagnostiziert worden waren. Mehr als die Hälfte der Tumoren war mit einem Nävus assoziiert, während etwas weniger als die Hälfte de novo entstand. Naevusassoziierte Melanome traten signifikant häufiger bei jüngeren und mittelalten Patienten auf und lokalisierten sich bevorzugt am Stamm und an den Extremitäten, wohingegen de novo Melanome häufiger im Kopfbereich diagnostiziert wurden. Histologisch zeigten sich ebenfalls Unterschiede: Superfiziell spreitende Melanome waren überwiegend naevusassoziiert, während noduläre, akral-lentiginöse und Lentigo-maligna-Melanome häufiger de novo auftraten. Darüber hinaus wurden naevusassoziierte Melanome häufiger in früheren Stadien diagnostiziert, waren dünner, wiesen seltener Ulzerationen auf und zeigten eine geringere mitotische Aktivität. Im Verlauf kam es bei Patienten mit de novo Melanomen häufiger zu Krankheitsprogression. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass naevusassoziierte Melanome im Durchschnitt ein weniger aggressives Verhalten aufweisen als de novo entstandene Tumoren. Die Studie liefert zusätzliche Hinweise auf klinische und prognostische Unterschiede zwischen beiden Subtypen und unterstreicht die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung in Diagnostik, Risikostratifizierung und Nachsorge.

Quelle:
Melanoma Res. 2025 Dec 1;35(6):418-423. http://doi.org/10.1097/CMR.0000000000001063.
Epidemiologic characteristics of de novo versus nevus-associated melanoma.
Kostaki M, Porfiriou G, Louros L, Manousaki M, Nikolaou C, Tsallas S, Tampouratzi E, Gamatsi I, Ntritsos G.

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