Ber-EP4 gehört zu den etablierten immunhistochemischen Markern in der Diagnostik des kutanen Basalzellkarzinoms (BCC), doch Intensität und Verteilung der Expression können variieren. Eine retrospektive vietnamesische Studie untersuchte 60 operativ entfernte BCC hinsichtlich ihrer Ber-EP4-Expression und möglicher Zusammenhänge mit klinisch-pathologischen Merkmalen. Sämtliche Tumoren waren Ber-EP4-positiv, im Mittel exprimierten 78,1 % der Tumorzellen den Marker. Eine hohe Expression fand sich in 68,3 % der Fälle und bei 85 % bestand ein diffuses Färbemuster. Immerhin 15 % zeigten jedoch eine nicht diffuse Verteilung. Mit den meisten untersuchten klinisch-pathologischen Parametern bestand kein signifikanter Zusammenhang. Eine Ulzeration war allerdings deutlich mit einer reduzierten Ber-EP4-Expression assoziiert (aOR 12,05; 95%-KI 2,41–60,15). Die Ergebnisse bestätigen damit die hohe Sensitivität von Ber-EP4 für das BCC, weisen zugleich aber auf einen relevanten diagnostischen Fallstrick hin: Eine fokale oder verminderte Expression schließt ein Basalzellkarzinom nicht aus. Dies könnte insbesondere bei ulzerierten Tumoren und kleinen oder oberflächlichen Biopsien von Bedeutung sein, wenn nur ein begrenzter Tumoranteil erfasst wird. Ber-EP4 sollte daher nicht isoliert, sondern stets im Zusammenhang mit der Histomorphologie und gegebenenfalls weiteren immunhistochemischen Markern interpretiert werden. Die relativ kleine monozentrische Kohorte begrenzt allerdings die Übertragbarkeit der beobachteten Zusammenhänge.
Quelle:
Am J Dermatopathol. 2026 Apr 7. http://doi.org/10.1097/DAD.0000000000003287
Ber-EP4 Expression and Staining Patterns in Cutaneous Basal Cell Carcinoma: A Clinicopathological Study From a Vietnamese Cohort.
Tran GH, Nguyen NH, Duong HN, Nguyen DD, Nguyen LN, Luong KA.