Ossifikationen innerhalb von Keloidgewebe stellen ein seltenes, klinisch jedoch relevantes Phänomen dar, dessen zugrunde liegende Mechanismen bislang nur unzureichend geklärt sind. In einer retrospektiven Analyse untersuchten die Autoren die histopathologischen Eigenschaften von 39 ossifizierten Keloiden und verglichen diese mit zwei Kontrollkohorten nicht ossifizierter Keloide, darunter eine nach Alter, Geschlecht und anatomischer Lokalisation angepasste Gruppe sowie eine größere institutionsweite Vergleichskohorte. Der inhaltliche Schwerpunkt lag auf der Bedeutung chronischer Entzündungsprozesse und möglicher Fremdkörperreaktionen. Während entzündliche Zellinfiltrate in allen untersuchten Gruppen häufig nachweisbar waren und keine signifikanten Unterschiede zeigten, fanden sich Fremdmaterialien wie Haarfragmente oder Nahtreste deutlich häufiger in ossifizierten Keloiden. In der multivariablen Analyse erwies sich das Vorhandensein solcher Fremdkörper als starker unabhängiger Prädiktor für eine Ossifikation, ergänzt durch einen signifikanten Einfluss des weiblichen Geschlechts sowie einer Ätiologie im Zusammenhang mit Akne oder Follikulitis. Histologisch waren ossifizierte Keloide durch Zeichen aktiver Knochenbildung gekennzeichnet, darunter lamellärer Knochen und osteoblastenähnliche Zellen in der tiefen Dermis. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass chronische Entzündungsreize und Fremdkörperreaktionen zentrale Auslöser ektoper Knochenbildung darstellen, deren Wirkung jedoch durch individuelle Wirtsfaktoren modifiziert wird. Vor dem Hintergrund früherer Hinweise auf erhöhte Rezidivraten könnten diese histologischen Besonderheiten künftig prognostische Relevanz erlangen und zur differenzierteren chirurgischen Therapieplanung beitragen.
Quelle:
J Dermatol. 2025 Oct 17. http://doi.org/10.1111/1346-8138.70011
Histopathological Features of Ossified Keloids and Their Association With Recurrence: The Role of Inflammation and Foreign Bodies
Tosa M, Ansai SI, Akimoto M, Ogawa R