Lichen planopilaris ist eine primäre vernarbende Alopezie, die mit einem breiten Spektrum medizinischer Komorbiditäten in Verbindung gebracht wird, insbesondere mit autoimmunen, endokrinen, metabolischen und onkologischen Erkrankungen; die bisher verfügbaren Daten hierzu sind jedoch uneinheitlich. Die Autoren führten eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse durch, um die Prävalenz und die Odds von Komorbiditäten bei Patienten mit Lichen planopilaris quantitativ zu bewerten.
Von insgesamt 2.535 gescreenten Studien wurden 59 Studien in die Metaanalyse eingeschlossen, mit insgesamt 15.178 LPP-Patienten und 64.735.181 Kontrollpersonen ohne LPP.
Bei LPP-Patienten wiesen – im Vergleich zu Nicht-LPP-Kontrollen und basierend auf Daten aus mehr als einer Studie – folgende Komorbiditäten das höchste Risiko auf (Odds Ratio, OR [95-%-Konfidenzintervall, KI]; Prävalenz):
- Lichen planus (15,78 [1,79–139,30]; 6,5 %),
- Psoriasis (3,55 [1,10–11,51]; 4,3 %),
- Rosazea (3,15 [2,25–4,40]; 10,4 %),
- Melanom (3,11 [1,41–6,87]; 2,3 %),
- systemischer Lupus erythematodes (3,06 [2,29–4,09]; 1,8 %),
- kutanes Plattenepithelkarzinom (3,04 [1,64–5,66]; 4,8 %),
- Vitiligo (2,89 [1,60–5,24]; 2,0 %),
- koronare Herzkrankheit (1,66 [1,46–1,88]; 7,6 %),
- rheumatoide Arthritis (1,50 [1,22–1,84]; 3,5 %),
- Hypothyreose (1,48 [1,12–1,96]; 17,8 %),
- Thyreoiditis (1,26 [1,08–1,48]; 3,9 %) sowie
- Eisenmangelanämie (1,18 [1,05–1,33]; 9,1 %).
Lichen planopilaris ist somit signifikant mit Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen und Hautkrebs assoziiert. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die zugrunde liegende Pathogenese zu klären und geeignete Screening-Kriterien festzulegen.
Quelle:
Int J Dermatol. 2025 Dec;64(12):2257–2265. http://doi.org/10.1111/ijd.17925
Comorbidities Associated With Lichen Planopilaris: A Systematic Review and Meta-Analysis.
Chen LC, Ogbutor C, Bae S, Spencer C, Kelley KJ, Senna MM.