Trichophyton indotineae (NEWSBLOG 2024)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2024/01/03 22:01

Trichophyton indotineae (NEWSBLOG 2024)

Indische Terbinafin-resistente Pilzstämme, die mit einem ribosomalen internen transkribierten Spacer als „Genotyp VIII“ identifiziert wurden, wurden kürzlich aufgrund klinischer und mykologischer Merkmale als Trichophyton indotineae bezeichnet. Einige von ihnen zeigten auch eine selektive Azolresistenz. Phänotypische Studien haben einige Ähnlichkeiten und einige Unterschiede zwischen Trichophyton indotineae, T. mentagrophytes und T. interdigitale gezeigt, die mit HMG-Locus-Analysen optimal in drei genotypische Hauptgruppen unterschieden werden können. Trichophyton interdigitale wurde überwiegend bei oberflächlichen Infektionen an exponierten Körperstellen wie der Kopfhaut und dem Gesicht sowie an Füßen und Nägeln isoliert. Trichophyton mentagrophytes zeigt ähnliche Prädilektionsstellen, kommt aber auch häufig am Rumpf und an den Genitalien vor. Trichophyton indotineae ist meist auf den Rumpf und die Leistengegend beschränkt. T. indotineae-Läsionen sind im Allgemeinen stark entzündlich, sind mit Tinea cruris, corporis und faciei assoziiert und seltener mit Fingernagel-Onychomykose und Tinea pedis. Sie verursachen papulosquamöse, pustulöse, pseudoimbricata-artige (Tinea faciei), lichenoide und Pityriasis rosea-ähnliche Läsionen, breiten sich schnell an mehreren Stellen aus und verursachen schmerzhafte Läsionen mit Juckreiz oder Brennen. Die lipolytischen Fähigkeiten von T. mentagrophytes und T. interdigitale sind sehr ähnlich und höher als die von T. indotineae, was eine höhere Prävalenz von T. mentagrophytes auf der menschlichen Kopfhaut erklärt, die relativ reich an Lipiden ist. Der Keratinabbau ist bei T. interdigitale aufgrund der Lage (Tinea pedis und Onychomykose) deutlich größer. Die Identifizierung von T. indotineae allein durch Kultur reicht für eine wirksame Entscheidungsfindung bei der Behandlung möglicherweise nicht aus; für eine optimale Therapiewahl ist eine genetische Analyse der Resistenzprofile erforderlich. In Indien bot die steroidinduzierte Suppression der lokalen zellulären Immunität sowie ein verändertes Hautmikrobiom eine Chance für die Etablierung der bislang einzigartigen, multiresistenten Art Trichophyton indotineae.

Quelle:

Indian J Dermatol. 2023 Sep-Oct;68(5):503-507. doi: 10.4103/ijd.ijd_827_23.

Trichophyton: Changing Nomenclature and Practical Implications.

Chatterjee M, Datta D.

  

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