Subtypen der Dowling-Degos-Erkrankung (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/01/31 11:24

Subtypen der Dowling-Degos-Erkrankung (NEWSBLOG 2026)

Die Dowling-Degos-Erkrankung ist eine seltene autosomal-dominant vererbte Pigmentstörung mit ausgeprägter genetischer Heterogenität und variabler klinischer Ausprägung. Charakteristisch ist eine retikuläre Hyperpigmentierung, die typischerweise nach der Pubertät beginnt und im Verlauf progredient zunimmt, häufig begleitet von Pruritus, Brennen oder entzündlichen Hautveränderungen. Histopathologisch zeigen sich als Leitsymptome eine Ausdünnung der suprapapillären Epidermis sowie verlängerte Reteleisten mit vermehrter Melanineinlagerung in der Basalschicht, wobei auch hier eine erhebliche Variabilität besteht. Während die Erkrankung früher als monogenes Krankheitsbild mit vorwiegender Manifestation in Beugenregionen betrachtet wurde, hat sich das Verständnis in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich erweitert. Bislang wurden fünf krankheitsverursachende Gene identifiziert, nämlich KRT5, POFUT1, POGLUT1, PSENEN und GLMN, die jeweils mit charakteristischen phänotypischen Mustern assoziiert sind. Pathogene Varianten in KRT5, POFUT1 und POGLUT1 betreffen überwiegend intertriginöse Areale, den akrogenitalen Bereich beziehungsweise die Extremitäten. Varianten in PSENEN erhöhen die Anfälligkeit für eine Hidradenitis suppurativa, insbesondere bei prädisponierten Personen, während GLMN-Varianten mit dem Auftreten glomuvenöser Malformationen assoziiert sein können. Trotz erheblicher Fortschritte im Verständnis der genetischen Grundlagen steht bislang keine kausale Therapie zur Verfügung. Symptomatische Behandlungsansätze wie ablative Lasertherapien können die Hyperpigmentierung reduzieren, sind jedoch mit Risiken wie postinflammatorischer Hyperpigmentierung verbunden. Die Übersichtsarbeit zeichnet die Entwicklung des heutigen Wissens zur komplexen genetischen Basis der Dowling-Degos-Erkrankung nach und schlägt einen klinisch orientierten Subphänotypisierungsansatz vor, der eine gezielte genetische Diagnostik auf Grundlage von Genotyp-Phänotyp-Korrelationen ermöglicht. Darüber hinaus werden zentrale Aspekte wie die kontrovers diskutierte Bezeichnung Morbus Galli-Galli, psychosoziale Belastungen, therapeutische Herausforderungen sowie neue Erkenntnisse zur Rolle der Notch-Signalübertragung in der Pathogenese behandelt.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Nov 18;193(6):1075–1089. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf286
Beneath the surface: delineating the subtypes of Dowling-Degos disease.
Kumar S, Ralser DJ, Wenzel J, Frank J, Betz RC.

©WIKIDERM GmbH • KontaktFAQImpressumNutzungsbedingungenDatenschutzerklärungFacebook