Neonatale Herpes-simplex-Infektion kann mit ausgedehntem epidermalem Hautverlust bei Geburt imponieren (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/07/14 07:32

Neonatale Herpes-simplex-Infektion kann mit ausgedehntem epidermalem Hautverlust bei Geburt imponieren (NEWSBLOG 2026)

Eine britische Fallserie macht auf ein bislang wenig bekanntes Erscheinungsbild der neonatalen Herpes-simplex-Virus-(HSV)-Infektion aufmerksam. Die Autoren berichten über vier Neugeborene, bei denen bereits bei der Geburt ein ausgeprägter epidermaler Hautverlust als Erstmanifestation einer disseminierten HSV-Infektion vorlag. Drei der Kinder zeigten ein nahezu identisches klinisches Bild mit einem Verlust der Epidermis auf rund 80 % der Körperoberfläche, wobei Hände, Füße sowie jeweils einzelne Areale im Gesichts- oder Kopfbereich ausgespart blieben. Das vierte Neugeborene wies ein ähnliches, jedoch weniger ausgeprägtes Verteilungsmuster auf. Die Fallserie verdeutlicht, dass ein großflächiger kongenitaler Hautverlust nicht ausschließlich an genetische Blasenbildner wie die Epidermolysis bullosa denken lässt. Auch eine disseminierte neonatale Herpes-simplex-Infektion sollte differenzialdiagnostisch frühzeitig berücksichtigt werden, da eine rasche Diagnosestellung und der sofortige Beginn einer antiviralen Therapie entscheidend für die Prognose sind. Die Autoren sehen in diesem charakteristischen Verteilungsmuster einen wichtigen klinischen Hinweis, der helfen könnte, diese seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Manifestation früher zu erkennen.

Quelle:
Pediatr Dermatol. 2026 Feb 11. http://doi.org/10.1111/pde.70144
Neonatal Herpes Simplex Infection With Extensive Congenital Epidermal Skin Loss: A Report of Four Cases.
McSwiney NT, Vaughan E, Phillips A, Newell L, Wainman H, Lopez Balboa P, Martinez AE, Wardle SP, Ravenscroft JC.

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