Ältere Patienten sind in klinischen Studien zur Immuntherapie des Melanoms bislang unterrepräsentiert, sodass die Evidenz für diese Patientengruppe begrenzt ist. Eine retrospektive Studie aus einem spanischen Tertiärzentrum untersuchte daher Wirksamkeit und Sicherheit von Immuncheckpoint-Inhibitoren bei 93 Melanompatienten, die nach Alter (<65 Jahre, 65–74 Jahre und ≥75 Jahre) verglichen wurden. Die Überlebensdaten unterschieden sich insgesamt nicht nach dem Lebensalter. Bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom war das progressionsfreie Überleben bei den über 65-Jährigen sogar signifikant länger als bei jüngeren Patienten, während sich für das Gesamtüberleben keine Unterschiede zeigten. Gleichzeitig traten unter der Immuntherapie bei älteren Patienten insgesamt weniger Nebenwirkungen auf als bei den unter 65-Jährigen, insbesondere schwere Nebenwirkungen vom Grad 3 waren seltener. Die meisten unerwünschten Ereignisse waren leicht bis moderat ausgeprägt und betrafen vor allem die Haut oder allgemeine Beschwerden. Weder ein höherer Komorbiditätsindex noch ein erhöhter Gebrechlichkeitsstatus (Frailty) waren mit einer gesteigerten Toxizität assoziiert. Die Autoren schlussfolgern, dass Immuncheckpoint-Inhibitoren auch im höheren Lebensalter wirksam und gut verträglich sind. Das chronologische Alter oder ein erhöhter Frailty-Score allein sollten daher nach Ansicht der Autoren keine Gründe sein, älteren Melanompatienten eine Immuntherapie vorzuenthalten.
Quelle:
Melanoma Res. 2026 Apr 1;36(2):115-121. http://doi.org/10.1097/CMR.0000000000001076
Survival and toxicity profile of elderly melanoma patients treated with immune checkpoint inhibitors: a retrospective study from a tertiary care center.
Pozuelo-Ruiz M, de Unamuno-Bustos B, Navarro-Blanco F, Palacios-Diaz RD, Botella-Estrada R.