Diclofenac und Silymarin zur Prävention des Hand-Fuß-Syndroms unter Chemotherapie besonders wirksam (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/08/10 07:55

Diclofenac und Silymarin zur Prävention des Hand-Fuß-Syndroms unter Chemotherapie besonders wirksam (NEWSBLOG 2026)

Das Hand-Fuß-Syndrom ist eine häufige und potenziell dosislimitierende Nebenwirkung verschiedener Chemotherapeutika, insbesondere von Capecitabin. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk-Metaanalyse verglich pharmakologische Strategien zur Prophylaxe auf Basis randomisierter klinischer Studien. Insgesamt wurden 19 Studien eingeschlossen; für den primären Endpunkt – das Auftreten eines Hand-Fuß-Syndroms vom Grad 2 oder höher – konnten 17 Studien mit 2.192 Patienten ausgewertet werden. Gegenüber Placebo reduzierten topisches Silymarin (OR 0,08; 95%-KI 0,01–0,71), Diclofenac (OR 0,23; 95%-KI 0,08–0,62), Pyridoxin in einer Dosierung von 400 mg (OR 0,28; 95%-KI 0,09–0,88) und Celecoxib (OR 0,41; 95%-KI 0,18–0,95) das Risiko eines mindestens mittelgradigen Hand-Fuß-Syndroms signifikant. Betrachtete man dagegen das Hand-Fuß-Syndrom unabhängig vom Schweregrad, zeigten nur Diclofenac und Celecoxib eine signifikante Risikoreduktion. Silymarin erreichte im statistischen Ranking zwar die höchste Bewertung, die Evidenzbasis ist jedoch noch begrenzt und bedarf einer Bestätigung in einer größeren randomisierten Studie. Für Diclofenac ergab sich aufgrund der Kombination aus Effektstärke und Qualität der zugrunde liegenden Studien insgesamt die überzeugendste Evidenz. Mapisal erwies sich dagegen nicht als protektiv, sondern war mit einem erhöhten Risiko für ein Hand-Fuß-Syndrom assoziiert. Die Ergebnisse sprechen damit insbesondere für Diclofenac als vielversprechende pharmakologische Strategie zur Prävention des chemotherapieinduzierten Hand-Fuß-Syndroms.

Quelle:
JAMA Dermatol. 2026 Apr 1;162(4):386-394. http://doi.org/10.1001/jamadermatol.2026.0042
Preventing Hand-Foot Syndrome in Patients With Cancer: A Systematic Review and Network Meta-Analysis.
Baskarane H, Sahni S, Nagpal C, Divakar MK, Pathak N, Kumar S, Bakhshi S, Sagiraju HKR, Singh PP, Agarwal R, Hooda V, Vasudeva P, Batra A.

Erstellt von Thomas Brinkmeier am 2026/08/09 11:44
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