BAP1-inaktivierte melanozytäre Tumoren gelten als eigenständige Subgruppe melanozytärer Neoplasien, die histologisch oft atypische Merkmale aufweisen, jedoch überwiegend ein gutartiges klinisches Verhalten zeigen. Typisch sind vergrößerte Zellen mit nukleärer Variabilität, prominenten Nukleolen sowie ein begleitendes lymphozytäres Infiltrat. In einer aktuellen Fallanalyse berichten die Autoren jedoch über zwei Patienten mit kutanen BAP1-inaktivierten Tumoren, die ein ungewöhnliches morphologisches Muster mit klonaler Expansion und Verlust der p16-Expression aufwiesen. Trotz vollständiger chirurgischer Entfernung der Primärtumoren entwickelten beide Patienten Lebermetastasen, ohne dass zuvor lokoregionäre Rezidive auftraten. Diese Beobachtung stellt das bislang als überwiegend benigne eingeschätzte biologische Verhalten dieser Tumorentität infrage und deutet auf mögliche alternative Progressionswege hin. Die beschriebenen Fälle unterstreichen die Notwendigkeit einer differenzierten histopathologischen Bewertung, insbesondere bei atypischen Wachstumsmustern, und legen nahe, dass bestimmte Subgruppen BAP1-inaktivierter Tumoren ein höheres malignes Potenzial besitzen könnten als bislang angenommen.
Quelle:
Am J Dermatopathol. 2025 Nov 14. http://doi.org/10.1097/DAD.0000000000003151.
BAP1-Inactivated Melanocytic Tumors With Distinctive p16-Negative Clonal Growth and Liver Metastases.
Wood BA, Shepard S, James C, Harvey NT, Mesbah Ardakani N.