Haut-zu-Haut-Transfer von Erdnussallergenen und Einfluss des Händewaschens (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/02/27 05:59

Haut-zu-Haut-Transfer von Erdnussallergenen und Einfluss des Händewaschens (NEWSBLOG 2026)

Erdnussallergien betreffen in Europa einen relevanten Anteil von Kindern, wobei die atopische Dermatitis als zentraler Risikofaktor für eine allergische Sensibilisierung über die Haut gilt, insbesondere im frühen Kindesalter. In einer mechanistischen In-vivo-Studie untersuchten die Autoren, wie Erdnussproteine primär auf die Haut übertragen werden, in welchem Ausmaß ein sekundärer Haut-zu-Haut-Transfer stattfindet und welchen Einfluss Händewaschen auf diese Prozesse hat. In Versuchen mit gesunden Probanden wurde gezeigt, dass ein erheblicher Anteil der aufgebrachten Erdnussproteine bereits bei der primären Exposition in die obere Hornschicht eindringt, wobei wässrige Lösungen eine stärkere Penetration ermöglichten als glycerinhaltige Zubereitungen. Ein Teil der Proteine konnte anschließend sekundär auf andere Hautareale übertragen werden, wobei das Ausmaß dieses Transfers vom zuvor applizierten Proteinanteil und vom Lösungsmittel abhing. Entscheidend war der Effekt der Händehygiene, da durch Waschen ein Großteil der allergenen Proteine von der Haut entfernt werden konnte. Dabei erwiesen sich Seifen mit nichtionischen Tensiden bei wässrigen Lösungen als deutlich effektiver als klassische anionische Seifen, während bei glycerinhaltigen Lösungen beide Seifentypen eine nahezu vollständige Entfernung der Proteine ermöglichten. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie rasch eine relevante Kontamination der Haut mit Erdnussallergenen erfolgen kann und dass eine konsequente Händehygiene den Haut-zu-Haut-Transfer erheblich reduziert. Besonders für Säuglinge und Kleinkinder mit atopischer Dermatitis unterstreichen die Daten die Bedeutung geeigneter Waschstrategien zur Prävention einer kutanen Sensibilisierung.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Sep 18;193(4):696-705. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf214.
Mechanistic in vivo studies of secondary skin-to-skin peanut allergen transfer to determine the impact of hand washing in reducing the risk of cutaneous sensitization.
Baber C, Busch L, Klein AL, Infante VHP, Abdul-Jabbar S, Benaouda F, Khurana P, Jones SA, Novak N, Santos AF, Flohr C, Meinke MC, Lohan SB.

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