Ein erhöhter Augeninnendruck mit dem Risiko eines steroidinduzierten Glaukoms gehört zu den bekannten möglichen Nebenwirkungen einer Kortikosteroidtherapie. Insbesondere für die dermatologisch relevante Anwendung topischer Kortikosteroide liegen jedoch nur begrenzte klinische Daten vor. Eine gemeinsame Analyse von drei randomisierten klinischen Studien untersuchte deshalb Veränderungen des intraokularen Drucks bei insgesamt 84 Teilnehmern. In einer Studie wurden Hydrocortison 1 % beziehungsweise Hydrocortison-17-butyrat 0,1 % über vier Wochen periokulär angewendet. Eine zweite Studie untersuchte bei atopischer Dermatitis eine zunächst zweiwöchige großflächige Behandlung mit Betamethason-17-valerat 0,1 % und anschließend vierwöchige intermittierende Anwendung. In der dritten Studie erfolgte eine zehntägige systemische Behandlung mit Prednisolon 50 mg täglich, teilweise in Kombination mit Curcumin. In keiner der drei Untersuchungen kam es zu einem signifikanten Anstieg des Augeninnendrucks. Nach periokulärer Kortikosteroidtherapie zeigte sich bei Patienten mit atopischer Dermatitis am rechten Auge gegenüber unbehandelten Kontrollen sogar eine mittlere Abnahme um 2,5 mmHg, während am linken Auge und bei behandelten gesunden Kontrollpersonen keine signifikanten Veränderungen festgestellt wurden. Die Ergebnisse sind damit insbesondere für die häufig diskutierte okuläre Sicherheit einer kurzfristigen periokulären Kortikosteroidanwendung beruhigend. Sie dürfen jedoch nicht auf eine langfristige oder wiederholte Behandlung übertragen werden: Die Studien waren klein, die Expositionszeiten kurz und das Risiko steroidinduzierter Drucksteigerungen kann individuell erheblich variieren. Aussagen zum Glaukomrisiko einer längerfristigen Kortikosteroidtherapie lassen sich aus diesen Daten daher nicht ableiten.
Quelle:
JAMA Dermatol. 2026 May 13:e261183. http://doi.org/10.1001/jamadermatol.2026.1183
Intraocular Pressure During Short-Term Topical or Systemic Corticosteroid Treatment: Analysis of 3 Randomized Clinical Trials.
Amiri D, Hellmann PH, Thyssen JP, Skov L, Kolko M, Gether L.