Intralesionales Rituximab bei therapierefraktären Läsionen des Pemphigus (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/02/13 06:10

Intralesionales Rituximab bei therapierefraktären Läsionen des Pemphigus (NEWSBLOG 2026)

Läsionen bei Pemphigus zeigen in der Mundhöhle und am Kapillitium im Vergleich zu anderen Lokalisationen häufig eine verzögerte Abheilung, was nicht selten zu einer verlängerten systemischen Kortikosteroidtherapie mit entsprechenden Nebenwirkungen führt. Während intravenöses Rituximab einen festen Stellenwert in der Pemphigus-Therapie hat, liegen bislang nur wenige Daten zur Anwendung von intraläsionalem Rituximab bei lokalisierten, therapieresistenten mukokutanen Läsionen vor. In einer retrospektiven Beobachtungsstudie untersuchten die Autoren Wirksamkeit und Sicherheit von intraläsionalem Rituximab bei Patienten mit Pemphigus und refraktären Manifestationen in der Mundhöhle oder am Kapillitium. Das intraläsionale Rituximab wurde in einer Dosierung von 5 mg pro Quadratzentimeter in zwei Sitzungen im Abstand von zwei Wochen verabreicht, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit intravenösem Rituximab. Der Therapieerfolg wurde anhand des Pemphigus Disease Area Index sowie der Anti-Desmoglein-Antikörperspiegel zu Beginn und nach sechs Monaten beurteilt. Insgesamt wurden 33 Patienten eingeschlossen, von denen der Großteil zusätzlich intravenöses Rituximab erhielt. Nach sechs Monaten zeigten sich sowohl bei Patienten mit alleiniger intraläsionaler Therapie als auch bei kombinierter intravenöser und intraläsionaler Behandlung signifikante Reduktionen der Krankheitsaktivität und der Autoantikörperspiegel. Gleichzeitig nahm der Anteil der Patienten unter systemischer Kortikosteroidtherapie deutlich ab. Als einzige Nebenwirkung wurde lokaler Schmerz an der Injektionsstelle beobachtet. Insgesamt stellt das intraläsionale Rituximab eine sichere, kosteneffiziente und steroidsparende Behandlungsoption für lokalisierte, therapierefraktäre Pemphigusläsionen dar und kann insbesondere in Kombination mit intravenösem Rituximab einen synergistischen Nutzen bieten.

Quelle:
Int J Dermatol. 2026 Jan;65(1):119–123. http://doi.org/10.1111/ijd.18001
Intralesional Rituximab in Recalcitrant Oral and Scalp Lesions of Pemphigus: A Retrospective Study.
Viswanath V, Kane IK, Sanklecha NM, Joshi PR.

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