Hedgehog-Inhibitoren wie Vismodegib und Sonidegib sind etablierte Therapien beim fortgeschrittenen Basalzellkarzinom. Eine aktuelle pharmakovigilanzbasierte Analyse wirft jedoch wichtige Fragen hinsichtlich ihres Nebenwirkungsprofils auf – insbesondere im Hinblick auf das Risiko für kutane Plattenepithelkarzinome (cSCC). In dieser FAERS-basierten Vergleichsstudie zeigten sich substanzspezifische Unterschiede: Vismodegib war häufiger mit Geschmacksstörungen und Alopezie assoziiert, während unter Sonidegib vermehrt Neutropenie sowie erhöhte Kreatinkinase-Werte berichtet wurden. Bemerkenswert ist jedoch, dass beide Wirkstoffe mit einer deutlich erhöhten Reporting Odds Ratio für cSCC assoziiert waren. Dieses Signal blieb auch im Vergleich zu anderen Therapien des Basalzellkarzinoms bestehen. Die Daten deuten darauf hin, dass Hedgehog-Inhibitoren möglicherweise über das ohnehin erhöhte Grundrisiko dieser Patientengruppe hinaus zur Entwicklung von cSCC beitragen könnten. Zu berücksichtigen sind jedoch der retrospektive Charakter der Analyse sowie die inhärenten Limitationen von Spontanmeldedatenbanken, insbesondere hinsichtlich Reporting-Bias und fehlender Kausalitätsnachweise. Für die klinische Praxis bedeutet dies, dass Patienten unter Hedgehog-Inhibition engmaschig dermatologisch überwacht werden sollten. Insbesondere neu auftretende oder sich verändernde Läsionen bedürfen einer frühzeitigen Abklärung, um potenzielle sekundäre Hautmalignome rechtzeitig zu erkennen.
Quelle:
Australas J Dermatol. 2025 Dec 27. http://doi.org/10.1111/ajd.70016.
Vismodegib and Sonidegib Are Associated With an Elevated Reporting Odds of Squamous Cell Carcinoma; a Comparative Pharmacovigilance Study of the FDA Adverse Events Reporting System (FAERS).
Jedlowski P, Rose A, DuPont J.