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Zuletzt geändert von Administrator am 2025/12/23 13:40

Aug. 23 2026

Hautkrebs bei Kindern und Jugendlichen: andere Risikofaktoren und molekulare Besonderheiten als bei Erwachsenen (NEWSBLOG 2026)

Maligne Hauttumoren sind im Kindes- und Jugendalter selten, unterscheiden sich jedoch in wichtigen klinischen und molekularbiologischen Aspekten von den entsprechenden Tumoren bei Erwachsenen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit fasst die Besonderheiten von Melanom, Basalzellkarzinom (BCC), kutanem Plattenepithelkarzinom (cSCC) und Dermatofibrosarcoma protuberans (DFSP) zusammen. Pädiatrische Melanome lassen sich molekular in unterschiedliche Gruppen einteilen: Neben Melanomen vom Erwachsenentyp mit BRAF- oder NRAS-Mutationen finden sich Spitz-Melanome, bei denen häufig Kinasefusionen eine zentrale Rolle spielen, sowie Melanome im Zusammenhang mit kongenitalen melanozytären Nävi, die typischerweise NRAS-Veränderungen aufweisen. Gerade das Spektrum der Spitz-Tumoren bleibt diagnostisch anspruchsvoll, wobei die molekulare Charakterisierung zunehmend bei Klassifikation und Risikoeinschätzung helfen kann. Basalzellkarzinome bei Kindern entstehen im Gegensatz zu den häufig UV-assoziierten Tumoren des Erwachsenenalters insbesondere im Rahmen genetischer Syndrome oder nach iatrogenen Expositionen wie Radiatio. Pädiatrische cSCC sind vor allem mit DNA-Reparaturdefekten, Immunsuppression und chronisch-entzündlichen Erkrankungen assoziiert. Für beide Tumorarten ist aufgrund der zugrunde liegenden Prädisposition häufig eine langfristige dermatologische Überwachung erforderlich. Das DFSP ist zwar ebenfalls selten, stellt jedoch das häufigste kutane Sarkom im Kindesalter dar und ist typischerweise durch eine COL1A1-PDGFB-Fusion charakterisiert. Insgesamt unterstreicht die Übersicht, dass Hautkrebs bei Kindern und Jugendlichen nicht lediglich als seltene Variante der entsprechenden Erkrankungen bei Erwachsenen betrachtet werden sollte. Altersspezifische Risikofaktoren, Tumorbiologie und molekulare Diagnostik müssen bei Diagnosestellung, Therapieplanung und Nachsorge berücksichtigt werden.

Quelle:

J Dermatol. 2026 May;53(5):733-745. http://doi.org/10.1111/1346-8138.70243

Pediatric Skin Cancer: Melanoma, Basal and Squamous Cell Carcinomas, and Dermatofibrosarcoma Protuberans.

Kato M, Otsuka A, Dummer R.

Aug. 22 2026

BAP1-inaktivierte melanozytäre Tumoren trotz erhaltener nukleärer BAP1-Expression (NEWSBLOG 2026)

Der immunhistochemische Verlust der nukleären BAP1-Expression gilt als wichtiger diagnostischer Marker BAP1-inaktivierter melanozytärer Tumoren (BIMT). Eine Fallserie zeigt nun eine relevante diagnostische Ausnahme: Bei vier molekular bestätigten BIMT blieb die nukleäre BAP1-Färbung erhalten. Morphologisch zeigten alle Tumoren die für BIMT charakteristische duale Zytomorphologie bei niedriger mitotischer Aktivität; PRAME war entweder negativ oder lediglich schwach fokal exprimiert. In drei Fällen fand sich eine BAP1-p.H169Y-Missense-Variante zusammen mit BRAF V600E, im vierten Fall eine BAP1-p.G185R-Missense-Variante in Kombination mit BRAF V600_S602delinsDT. Beide BAP1-Varianten liegen in der funktionell wichtigen Ubiquitin-Carboxyl-Hydrolase-Domäne. Anders als viele andere BAP1-Veränderungen scheinen diese Missense-Varianten Proteinfaltung und nukleäre Lokalisation weitgehend zu erhalten, obwohl die Funktion von BAP1 beeinträchtigt ist. Damit ergibt sich eine wichtige Konsequenz für die dermatopathologische Diagnostik: Eine erhaltene nukleäre BAP1-Expression schließt einen BIMT nicht zuverlässig aus. Bei überzeugender Morphologie sollte daher trotz positiver BAP1-Immunhistochemie eine weiterführende molekulargenetische Untersuchung erwogen werden. Die kleine Fallserie verdeutlicht zugleich, dass Immunhistochemie und molekulare Funktion eines Proteins nicht zwangsläufig gleichzusetzen sind.

Quelle:

J Cutan Pathol. 2026 Jun;53(6):511-517. http://doi.org/10.1111/cup.70086

Beyond the Stain: BAP1-Inactivated Melanocytic Tumors With Retained BAP1 Nuclear Expression due to Missense Mutations in the Catalytic Domain.

Milanovic S, Sun C, Gunnell L, Wilk V, Shinohara MM, Chang O, Admassu N, Chiu Y, Wanat KA, Young KE, Xu Y, Flaman AN, Nohr E, Motaparthi K.

Aug. 21 2026

Koilozyten in aktinischen Keratosen als möglicher Marker für ein erhöhtes Hautkrebsrisiko (NEWSBLOG 2026)

Nicht jede aktinische Keratose scheint mit dem gleichen Risiko für nachfolgende Keratinozytenkarzinome verbunden zu sein. Eine Studie untersuchte, ob HPV8-assoziierte aktinische Keratosen eine Hochrisikogruppe kennzeichnen können. Eingeschlossen wurden 61 Patienten mit histologisch gesicherter aktinischer Keratose ohne vorausgegangenes Keratinozytenkarzinom; bei 31 Patienten wurde HPV8 nachgewiesen, bei 30 nicht. Nach Adjustierung für Alter, Geschlecht und Lokalisation war das Risiko für ein späteres Keratinozytenkarzinom bei HPV8-assoziierten aktinischen Keratosen um den Faktor 5,5 erhöht. Besonders ausgeprägt war die Assoziation mit invasiven kutanen Plattenepithelkarzinomen (OR 32,0), aber auch Basalzellkarzinome traten häufiger auf (OR 4,5). Bemerkenswert ist, dass sämtliche neun Patienten, die im Verlauf multiple Keratinozytenkarzinome entwickelten, zur HPV8-assoziierten Gruppe gehörten. Histologisch können Koilozyten als Hinweis auf diese HPV8-assoziierte Untergruppe dienen und damit möglicherweise einen vergleichsweise einfach erfassbaren Marker für die Risikostratifizierung darstellen. Ergänzende experimentelle Untersuchungen zeigten eine verstärkte Aktivierung der Src-Kinase. Ihre Hemmung reduzierte die Keratinozytenproliferation und Koloniebildung; im Mausmodell wurde zudem die Tumorentwicklung gehemmt. Tirbanibulin, das unter anderem Src-Kinasen hemmt und bereits zur topischen Behandlung aktinischer Keratosen eingesetzt wird, könnte damit für diese biologisch definierte Untergruppe von besonderem Interesse sein. Ob Koilozyten beziehungsweise HPV8 künftig tatsächlich zur Auswahl einer gezielten Therapie oder intensivierten Nachsorge genutzt werden können, muss jedoch in größeren prospektiven klinischen Studien bestätigt werden.

Quelle:

Br J Dermatol. 2026 Apr 17;194(5):914-922. http://doi.org/10.1093/bjd/ljag016

Presence of koilocytes in actinic keratosis identifies those at high risk of developing keratinocyte carcinoma.

Morgan HJ, Deorukhkar RA, Tuckwell W, Shorning BY, Malladi N, Watkins WJ, Rashid M, Gariglio M, Akgül B, Patel GK.

Aug. 20 2026

Multiple primäre Melanome: polygenes Risiko kann auch ohne Hochrisikogenvarianten entscheidend sein (NEWSBLOG 2026)

Bei Patienten mit multiplen primären kutanen Melanomen lassen sich nicht immer pathogene Varianten in bekannten hochpenetranten Prädispositionsgenen wie CDKN2A nachweisen. Eine australische Studie untersuchte deshalb die genetische Architektur von 79 Patienten mit mindestens fünf primären Melanomen, bei denen zuvor keine pathogene Variante in etablierten Hochrisikogenen gefunden worden war. Mittels Whole-Exome-Sequencing wurden seltene kodierende Varianten analysiert und mit SNP-Array-Daten zur Berechnung polygener Risikoscores kombiniert. Zwar fanden sich seltene Varianten mit unklarer oder moderater Bedeutung unter anderem in Genen der Pigmentierung und DNA-Schadensantwort, bei den meisten Patienten ließ sich die ausgeprägte Melanomneigung jedoch nicht durch eine einzelne genetische Veränderung erklären. Auffällig waren dagegen eine signifikante Anreicherung von MC1R-Risikoallelen und deutlich höhere polygene Risikoscores als bei populationsbasierten Melanomfällen. Patienten mit seltenen, potenziell pathogenen Varianten in Krebsprädispositionsgenen wiesen tendenziell niedrigere polygene Risikoscores auf, was auf unterschiedliche, sich möglicherweise ergänzende genetische Risikokonstellationen hindeutet. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine außergewöhnlich hohe Zahl primärer Melanome auch durch die kumulative Wirkung zahlreicher Varianten mit jeweils geringem oder moderatem Einzeleffekt entstehen kann. Perspektivisch könnte daher die gemeinsame Bewertung seltener Varianten und polygener Risikoscores die genetische Risikostratifizierung beim Melanom ergänzen; für eine routinemäßige klinische Anwendung solcher Scores sind jedoch weitere Validierung und standardisierte Schwellenwerte erforderlich.

Quelle:

J Invest Dermatol. 2026 Feb 26. http://doi.org/10.1016/j.jid.2026.02.012

Genetic architecture of multiple primary cutaneous melanoma in the absence of high-penetrance susceptibility genes.

Johansson PA, Palmer JM, Brooks KM, Herbert Chan H, Pritchard AL, Wilson D, Martin LK, Guitera P, Hayward NK.

Aug. 19 2026

Kortikosteroide bei Skabies: höhere Krankheitslast und verzögerte Abheilung (NEWSBLOG 2026)

Kortikosteroide werden bei Skabies mitunter zur Behandlung von Juckreiz und ekzematösen Begleitreaktionen eingesetzt; problematisch kann insbesondere eine empirische Steroidtherapie vor Diagnosestellung sein. Eine Studie mit 180 Erwachsenen mit dermatoskopisch bestätigter Skabies untersuchte den Einfluss einer Kortikosteroidexposition auf Krankheitsausprägung, Milbenlast und Heilungsverlauf. Verglichen wurden Patienten, die aufgrund einer Fehldiagnose zunächst ausschließlich mit Steroiden behandelt worden waren, Patienten mit einer Kombination aus Standardtherapie und Steroiden sowie Patienten unter alleiniger Standardtherapie. Beide steroidexponierten Gruppen wiesen signifikant höhere Schweregrade auf und benötigten länger bis zur Abheilung. Besonders ausgeprägt war der Unterschied bei der Krankheitsdauer: Sie lag bei steroidexponierten Patienten im Median bei acht Wochen gegenüber drei Wochen unter Standardtherapie. Zudem korrelierte eine längere Steroidanwendung mit höherem Milbenindex, größerer betroffener Körperoberfläche und einem höheren Gesamtschweregrad. Klinisch unterstreichen die Daten vor allem das Risiko einer unkritischen Kortikosteroidtherapie bei noch nicht diagnostizierter Skabies: Die entzündliche Reaktion kann abgeschwächt und das klinische Bild verändert werden, während die Infestation fortbesteht. Aufgrund des Studiendesigns lässt sich allerdings nicht sicher belegen, in welchem Umfang die Steroide selbst für die schwereren Verläufe verantwortlich waren.

Quelle:

Int J Dermatol. 2026 Mar 1. http://doi.org/10.1111/ijd.70326

The Impact of Steroid Use on Scabies Treatment: An Evaluation of Clinical Severity, Parasite Burden, and the Validity of a Novel Scoring System.

Güder S, Küçük ÖS, Dizman D, Temiz SNY, Gencebay G, Özay M, Güder H.

Aug. 18 2026

Kraterförmige Morphologie als möglicher Prädiktor für das Ansprechen auf intraläsionales Methotrexat bei keratinozytären Tumoren (NEWSBLOG 2026)

Die Abgrenzung zwischen Keratoakanthom und kutanem Plattenepithelkarzinom (cSCC) kann insbesondere bei kraterförmigen keratinozytären Tumoren aufgrund klinischer und histopathologischer Überschneidungen schwierig sein. Eine retrospektive monozentrische Fallserie untersuchte deshalb bei 33 Patienten im mittleren Alter von 78 Jahren, ob die klinische Morphologie das Ansprechen auf intraläsionales Methotrexat (ilMTX) möglicherweise besser vorhersagt als die histologische Klassifikation. Bei 20 der 33 behandelten Tumoren wurde nach durchschnittlich 4,5 Injektionen eine vollständige Rückbildung erreicht. Besonders deutlich war der Unterschied in Abhängigkeit von der klinischen Morphologie: Symmetrische kraterförmige Tumoren sprachen in 85 % der Fälle vollständig an, nicht kraterförmige Tumoren dagegen nur in 23,1 % (p < 0,001). Weder die Tumorgröße noch der histologische Subtyp waren signifikant mit dem Therapieergebnis assoziiert. Die beobachteten Nebenwirkungen waren mild und reversibel. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine symmetrische kraterförmige Morphologie ein einfach erkennbarer klinischer Hinweis auf ein gutes Ansprechen auf intraläsionales Methotrexat sein könnte. Dies könnte insbesondere bei klinisch-histopathologisch schwer einzuordnenden keratinozytären Tumoren für die Therapieentscheidung relevant sein. Aufgrund der kleinen retrospektiven Fallserie sollte daraus jedoch noch keine generelle Gleichwertigkeit von ilMTX und chirurgischer Therapie abgeleitet werden.

Quelle:

Clin Exp Dermatol. 2026 Mar 16. http://doi.org/10.1093/ced/llag119

Intralesional methotrexate for crateriform and non-crateriform keratinocytic tumors: a retrospective case series of 33 patients.

López Sanz P, Escario Travesedo E, Àngel Baldó J, Grau Salvat C, Faure IG, Azón Masoliver A.

Aug. 17 2026

KLHL24-assoziierte Epidermolysis bullosa simplex beim Neugeborenen: Hautbefunde als Hinweis auf ein kardiales Risiko (NEWSBLOG 2026)

Die KLHL24-assoziierte Epidermolysis bullosa simplex (EBS) mit Kardiomyopathie ist eine seltene Form der Epidermolysis bullosa, die durch pathogene Gain-of-Function-Varianten im KLHL24-Gen verursacht wird und neben der Haut auch das Herz betreffen kann. Beschrieben wird ein Neugeborenes mit bereits bei Geburt bestehenden Erosionen, Narben und follikulärer Atrophodermie, während die für eine EBS zunächst eher zu erwartende Blasenbildung nur gering ausgeprägt war. Der Nachweis einer pathogenen KLHL24-Variante bestätigte schließlich die Diagnose. Gerade diese atypische Präsentation kann im Neugeborenenalter die klinische Zuordnung erschweren und andere Erkrankungen mit kongenitalen Erosionen oder Hautfragilität imitieren. Der Fall unterstreicht deshalb den Stellenwert einer frühzeitigen molekulargenetischen Diagnostik. Die Diagnose ist zudem über den dermatologischen Befund hinaus von erheblicher klinischer Bedeutung: KLHL24-assoziierte EBS kann mit einer dilatativen Kardiomyopathie einhergehen, sodass eine langfristige kardiologische Überwachung erforderlich ist. Auch eine genetische und klinische Abklärung der Familie sollte berücksichtigt werden.

Quelle:

Pediatr Dermatol. 2026 Mar 9. http://doi.org/10.1111/pde.70191

Neonatal KLHL24-Associated Epidermolysis Bullosa Simplex: Clinical Presentation and Genetic Confirmation of a Rare Skin Fragility Syndrome.

Warnken SG, Kibbie J, Larson A, Chatfield KC, Bruckner AL.

Aug. 16 2026

Generalisiertes petechial-purpurisches Exanthem bei einem Kind als seltene Manifestation einer Parvovirus-B19-Infektion (NEWSBLOG 2026)

Parvovirus B19 wird dermatologisch vor allem mit dem Erythema infectiosum und dem papulös-purpurischen „Gloves-and-Socks“-Syndrom in Verbindung gebracht. Das klinische Spektrum ist jedoch breiter, wie der Fall eines 10-jährigen Mädchens mit einem ungewöhnlichen generalisierten petechial-purpurischen Exanthem zeigt. Die Hautveränderungen betrafen Stamm, Extremitäten und Gesicht und zeigten eine auffällige periorale Beteiligung. Die diagnostische Abklärung einschließlich Histopathologie und PCR bestätigte eine akute Parvovirus-B19-Infektion. Das Exanthem bildete sich innerhalb mehrerer Wochen spontan zurück. Der Fall erweitert das bekannte kutane Erscheinungsbild einer Parvovirus-B19-Infektion und verdeutlicht, dass der Erreger bei Kindern auch bei generalisierten petechialen oder purpurischen Exanthemen differenzialdiagnostisch berücksichtigt werden sollte. Die korrekte Zuordnung kann insbesondere dazu beitragen, unnötige diagnostische oder therapeutische Maßnahmen zu vermeiden.

Quelle:

Pediatr Dermatol. 2026 Mar 9. http://doi.org/10.1111/pde.70152

Generalized Petechial-Purpuric Eruption in a Child: A Rare Presentation of Parvovirus B19 Infection.

Stokes M, McClanahan M, Shalin S, Evans MS

Aug. 15 2026

Modifizierbare Risikofaktoren für akute Komplikationen nach dermatologischen Operationen (NEWSBLOG 2026)

Akute postoperative Komplikationen nach dermatologischen Eingriffen sind insgesamt selten, könnten jedoch teilweise durch präoperativ beeinflussbare Risikofaktoren mitbestimmt werden. Eine große retrospektive Kohortenstudie auf Basis der TriNetX-Datenbank untersuchte rund 930.000 Patienten nach exzisionschirurgischen Eingriffen einschließlich mikrografisch kontrollierter Chirurgie nach Mohs sowie Exzisionen maligner und benigner Hauttumoren. Die Gesamtkomplikationsrate innerhalb von 30 Tagen betrug lediglich 1,7 %. Nach statistischer Kontrolle zahlreicher Begleiterkrankungen und Medikamente waren Nikotinkonsum und Adipositas mit einem erhöhten Komplikationsrisiko verbunden. Auch Antikoagulanzien wie Warfarin, Apixaban und Heparin sowie Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure, Clopidogrel und Ticagrelor erwiesen sich als Prädiktoren. Ein Vitamin-D-Mangel und die Einnahme oraler Kortikosteroide waren speziell mit Infektionen und Wunddehiszenzen assoziiert. Bemerkenswert ist dagegen, dass systemische Immunsuppressiva wie Methotrexat, Azathioprin, Mycophenolat, Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus und Everolimus in dieser Analyse nicht mit einer erhöhten Komplikationsrate verbunden waren. Zudem hatten Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus oder arterieller Hypertonie ein höheres Risiko als Patienten mit gut kontrollierter Grunderkrankung. Die Ergebnisse sprechen dafür, insbesondere Nikotinkonsum, Adipositas, Vitamin-D-Mangel sowie die Einstellung von Diabetes und Hypertonie bei der perioperativen Risikobewertung stärker zu berücksichtigen. Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns handelt es sich jedoch um Assoziationen; insbesondere lässt sich aus den Daten nicht ableiten, dass eine kurzfristige Korrektur einzelner Faktoren vor einem Eingriff das Komplikationsrisiko tatsächlich reduziert.

Quelle:

Dermatol Surg. 2026 Mar 4. http://doi.org/10.1097/DSS.0000000000005058

Modifiable Factors Such as Nicotine Use, Obesity, Vitamin D Deficiency, Diabetes, and Hypertension Predict Acute Complications of Dermatologic Surgery.

Woodie BR, Aggarwal P, Rivin GM, Freking JA, Neltner SA, Rismiller KP, Fleischer AB Jr.

Aug. 14 2026

Isotretinoin und Dapson bei therapieresistentem EGFR-Inhibitor-induziertem papulopustulösem Exanthem (NEWSBLOG 2026)

Papulopustulöse Exantheme gehören zu den häufigsten dermatologischen Nebenwirkungen von EGFR-Inhibitoren und können so ausgeprägt sein, dass eine Dosisreduktion oder sogar ein Abbruch der onkologischen Therapie erforderlich wird. Tetrazykline gelten als systemische Standardtherapie, doch für therapierefraktäre Verläufe stehen bislang nur begrenzte Daten zur Verfügung. Eine australische retrospektive Studie verglich deshalb Isotretinoin und Dapson bei 16 Patienten mit Tetrazyklin-resistentem EGFR-Inhibitor-induziertem papulopustulösem Exanthem. Jeweils acht Patienten erhielten Isotretinoin beziehungsweise Dapson, wobei die Ausgangsbefunde in der Isotretinoin-Gruppe schwerer ausgeprägt waren. Unter Isotretinoin wurde das beste klinische Ansprechen im Mittel nach 14,9 Wochen erreicht, unter Dapson nach 21 Wochen. Eine vollständige Abheilung gelang bei 62,5 % beziehungsweise 50 % der Patienten; hinsichtlich der Gesamtansprechrate ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Therapien. Die Verträglichkeit war insgesamt gut: Unter Isotretinoin wurden lediglich leichte mukokutane Nebenwirkungen, unter Dapson bei einem Patienten eine leichte Anämie beobachtet. Klinisch besonders relevant ist die Beobachtung, dass Patienten, bei denen die EGFR-Inhibitor-Therapie – gegebenenfalls mit reduzierter Dosis – fortgeführt werden konnte, bei der Nachbeobachtung günstigere dermatologische Ergebnisse und ein höheres Überleben aufwiesen als Patienten nach Absetzen des EGFR-Inhibitors. Aufgrund des retrospektiven Designs und der sehr kleinen Fallzahl lässt sich daraus allerdings kein kausaler Überlebensvorteil ableiten. Die Ergebnisse sprechen vielmehr dafür, dermatologische Nebenwirkungen konsequent zu behandeln, um eine möglichst kontinuierliche onkologische Therapie zu ermöglichen. Isotretinoin und Dapson erscheinen hierfür bei Tetrazyklin-refraktären Verläufen als mögliche Therapieoptionen, wobei Isotretinoin in dieser kleinen Serie tendenziell schneller wirkte.

Quelle:

Australas J Dermatol. 2026 Mar 9. http://doi.org/10.1111/ajd.70087

Management of Treatment Resistant EGFR Inhibitor-Induced Papulopustular Exanthema With Isotretinoin and Dapsone.

Dixit I, Araujo RR, Fernandez-Peñas P.

223. Australas J Dermatol. 2026 Mar 9. doi: 10.1111/ajd.70087. Online ahead of print.

Erstellt von Administrator am 2005/01/28 16:50
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