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Zuletzt geändert von Administrator am 2025/12/23 13:40

Feb. 27 2026

Haut-zu-Haut-Transfer von Erdnussallergenen und Einfluss des Händewaschens (NEWSBLOG 2026)

Erdnussallergien betreffen in Europa einen relevanten Anteil von Kindern, wobei die atopische Dermatitis als zentraler Risikofaktor für eine allergische Sensibilisierung über die Haut gilt, insbesondere im frühen Kindesalter. In einer mechanistischen In-vivo-Studie untersuchten die Autoren, wie Erdnussproteine primär auf die Haut übertragen werden, in welchem Ausmaß ein sekundärer Haut-zu-Haut-Transfer stattfindet und welchen Einfluss Händewaschen auf diese Prozesse hat. In Versuchen mit gesunden Probanden wurde gezeigt, dass ein erheblicher Anteil der aufgebrachten Erdnussproteine bereits bei der primären Exposition in die obere Hornschicht eindringt, wobei wässrige Lösungen eine stärkere Penetration ermöglichten als glycerinhaltige Zubereitungen. Ein Teil der Proteine konnte anschließend sekundär auf andere Hautareale übertragen werden, wobei das Ausmaß dieses Transfers vom zuvor applizierten Proteinanteil und vom Lösungsmittel abhing. Entscheidend war der Effekt der Händehygiene, da durch Waschen ein Großteil der allergenen Proteine von der Haut entfernt werden konnte. Dabei erwiesen sich Seifen mit nichtionischen Tensiden bei wässrigen Lösungen als deutlich effektiver als klassische anionische Seifen, während bei glycerinhaltigen Lösungen beide Seifentypen eine nahezu vollständige Entfernung der Proteine ermöglichten. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie rasch eine relevante Kontamination der Haut mit Erdnussallergenen erfolgen kann und dass eine konsequente Händehygiene den Haut-zu-Haut-Transfer erheblich reduziert. Besonders für Säuglinge und Kleinkinder mit atopischer Dermatitis unterstreichen die Daten die Bedeutung geeigneter Waschstrategien zur Prävention einer kutanen Sensibilisierung.

Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Sep 18;193(4):696-705. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf214.
Mechanistic in vivo studies of secondary skin-to-skin peanut allergen transfer to determine the impact of hand washing in reducing the risk of cutaneous sensitization.
Baber C, Busch L, Klein AL, Infante VHP, Abdul-Jabbar S, Benaouda F, Khurana P, Jones SA, Novak N, Santos AF, Flohr C, Meinke MC, Lohan SB.

Feb. 23 2026

Anhaltende Remission von Schüben der Psoriasis guttata durch kurzfristige Interleukin-23-Hemmung (NEWSBLOG 2026)

Die Psoriasis guttata ist eine Unterform der Psoriasis, die sich durch zahlreiche kleine, tropfenförmige, schuppende Papeln und Plaques auszeichnet und häufig einen akuten Verlauf nimmt. Die zugrunde liegenden pathophysiologischen Mechanismen gelten als multifaktoriell, wobei zunehmend gewebsständige Gedächtnis-T-Zellen als zentrale Treiber von Entzündung, Persistenz und Chronifizierung psoriatischer Läsionen angesehen werden. Vor diesem Hintergrund rücken Therapien in den Fokus, die gezielt die Interleukin-23/Interleukin-17-Achse modulieren. Die Autoren berichten über eine Fallserie von neun Patienten mit Psoriasis guttata, die mit Risankizumab, einem Inhibitor der IL-23p19-Untereinheit, behandelt wurden. Unter der kurzfristig eingesetzten Therapie kam es bei allen Patienten zu einer anhaltenden Abheilung der Hautveränderungen. Die Beobachtungen stützen die Annahme, dass eine selektive Blockade von Interleukin 23 im Vergleich zur direkten Interleukin-17-Hemmung wirksamer zur Suppression pathogener gewebsständiger Gedächtnis-T-Zellen beitragen könnte. Auch wenn es sich um eine kleine Fallserie handelt, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine zeitlich begrenzte IL-23-Inhibition bei ausgewählten Patienten mit Psoriasis guttata zu einer nachhaltigen Krankheitskontrolle führen kann und damit einen potenziell krankheitsmodifizierenden Ansatz darstellt.

Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2025 Dec;93(6):1582-1584. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2025.08.017.
Sustained remission of guttate psoriasis flares with short-term interleukin-23 inhibition: A case series.
Hodelin C, Xie CB, Katini S, Johnston MS, Cohen JM.

Feb. 22 2026

Glucagonähnliche Peptid-1-Rezeptoragonisten und Haarausfall als neues klinisches Warnsignal (NEWSBLOG 2026)

Die zunehmende Anwendung von Glucagonähnlichen Peptid-1-Rezeptoragonisten, insbesondere Semaglutid und Tirzepatid, hat zu wachsender Aufmerksamkeit hinsichtlich möglicher dermatologischer Nebenwirkungen geführt. Obwohl Haarausfall in den Zulassungsstudien nicht berichtet wurde, weisen pharmakovigilante Analysen, retrospektive Kohortenstudien und Modellierungen zunehmend auf einen möglichen Zusammenhang hin. Höhere Inzidenzen scheinen mit oralen Applikationsformen und höheren Dosierungen assoziiert zu sein, was auf dosis- und applikationsabhängige Effekte hindeutet. Ein rascher Gewichtsverlust gilt als wahrscheinlicher Auslöser insbesondere des Telogeneffluviums, jedoch sprechen Berichte über androgenetische und vernarbende Alopezien für zusätzliche pathogenetische Mechanismen. Diskutiert werden Mikronährstoffdefizite sowie endokrine Veränderungen mit Einfluss auf den Haarzyklus. Auch wenn ein kausaler Zusammenhang bislang nicht gesichert ist, rechtfertigt die Konsistenz der Befunde eine erhöhte klinische Aufmerksamkeit. Behandelnde Ärztinnen und Ärzte sollten gezielt nach Haarveränderungen fragen und bei Bedarf frühzeitig eine dermatologische Abklärung veranlassen. Prospektive Studien sind erforderlich, um Häufigkeit, Risikofaktoren und Pathophysiologie dieses potenziellen Arzneimitteleffekts genauer zu definieren.

Quelle:
Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology http://doi.org/10.1111/jdv.70088
Glucagon-like peptide-1 receptor agonists and hair loss: An emerging clinical concern
Jose María Camino-Salvador, Francisco José Rodríguez-Cuadrado, Elena-Lucía Pinto-Pulido, Miriam Fernández-Parrado

Feb. 20 2026

Verringertes Risiko für Wachstumsverzögerungen bei Kindern mit atopischer Dermatitis unter Dupilumab (NEWSBLOG 2026)

Der Zusammenhang zwischen atopischer Dermatitis und dem linearen Wachstum im Kindesalter wird seit Jahren kontrovers diskutiert, ebenso wie der potenzielle Einfluss moderner Biologika auf die Körpergröße. In einer großen retrospektiven Kohortenstudie auf Basis des TriNetX US Collaborative Network untersuchten die Autoren das Risiko für Wachstumsverzögerungen bei Kindern mit atopischer Dermatitis und analysierten zusätzlich den Einfluss einer Behandlung mit Dupilumab im Vergleich zu konventionellen systemischen Immunmodulatoren. Eingeschlossen wurden Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die zwischen 2018 und 2023 beobachtet wurden. Im Vergleich zu propensity-score-gematchten Kontrollpersonen ohne atopische Dermatitis zeigten betroffene Kinder ein signifikant erhöhtes Risiko, unter die 5., 25. oder 50. Körpergrößenperzentile zu fallen, insbesondere Jungen und Kinder über sechs Jahren. Schlafstörungen und der Einsatz von Kortikosteroiden wirkten dabei als relevante modifizierende Faktoren. Innerhalb der Gruppe mit atopischer Dermatitis war eine Therapie mit Dupilumab jedoch mit einem deutlich reduzierten Risiko für Wachstumsdefizite assoziiert, unabhängig davon, ob die niedrigsten oder mittleren Perzentilen betrachtet wurden. Der schützende Effekt zeigte sich besonders ausgeprägt bei männlichen Patienten, älteren Kindern sowie bei höherem Body-Mass-Index. Obwohl keine Angaben zum Schweregrad der Dermatitis vorlagen, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Dupilumab nicht nur die Krankheitsaktivität kontrolliert, sondern möglicherweise auch wachstumshemmende Effekte der Erkrankung abmildert. Die Autoren betonen vor diesem Hintergrund die Bedeutung einer regelmäßigen Wachstumsüberwachung bei Kindern mit atopischer Dermatitis sowie den potenziellen Stellenwert wachstumsschonender Therapiestrategien.

Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2025 Dec;93(6):1471-1480. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2025.08.020.
Decreased risk of reduced linear growth among children with atopic dermatitis receiving dupilumab: A cohort study.
Chen TL, Ma SH, Ou WF, Chen CC, Wu CY.

Feb. 16 2026

Cephalexin bei penicillinallergischen Patienten in der Dermatochirurgie (NEWSBLOG 2026)

Etwa jeder zehnte Patient gibt eine Penicillinallergie an, was in der dermatologischen Chirurgie traditionell dazu führt, dass Cephalexin zur perioperativen Prophylaxe vermieden und auf alternative Antibiotika ausgewichen wird. Auf Grundlage einer systematischen Auswertung der verfügbaren Literatur untersuchten die Autoren, ob diese Praxis evidenzbasiert gerechtfertigt ist. Die Analyse zeigt, dass weniger als fünf Prozent der als penicillinallergisch eingestuften Patienten tatsächlich eine echte, persistierende Penicillinallergie aufweisen. Zudem ist die Kreuzreaktivität zwischen Penicillinen und Cephalosporinen insgesamt gering, insbesondere bei Substanzen ohne identische R1-Seitenkette. Zwar besteht bei Patienten mit nachgewiesener Allergie gegen Aminopenicilline wie Amoxicillin oder Ampicillin ein etwas erhöhtes Risiko für Kreuzreaktionen mit Cephalexin, dieses betrifft jedoch nicht andere Penicillinformen. Für Patienten mit niedrigem Allergierisiko ist das Auftreten schwerer allergischer Reaktionen unter Cephalosporinen nach den ausgewerteten Daten äußerst selten. Gleichzeitig weist Cephalexin im Vergleich zu alternativen Antibiotika ein günstigeres Nebenwirkungsprofil und eine höhere Wirksamkeit auf. Vor diesem Hintergrund sprechen sich die Autoren dafür aus, Cephalexin auch bei dokumentierter Penicillinallergie, einschließlich anamnestisch berichteter Anaphylaxie, als Mittel der ersten Wahl für die perioperative Antibiotikaprophylaxe in der dermatologischen Chirurgie einzusetzen, wobei bei bestätigter Aminopenicillinallergie eine sorgfältige individuelle Risikoabwägung erforderlich bleibt.

Quelle:
Dermatol Surg. 2025 Aug 6. http://doi.org/10.1097/DSS.0000000000004784
The Use of Perioperative Cephalexin in Penicillin Allergic Patients in Dermatologic Surgery: An Advisory Statement
Campbell E, Virk A, Gonzalez-Estrada A, Lessard S, Otley C

Feb. 13 2026

Intralesionales Rituximab bei therapierefraktären Läsionen des Pemphigus (NEWSBLOG 2026)

Läsionen bei Pemphigus zeigen in der Mundhöhle und am Kapillitium im Vergleich zu anderen Lokalisationen häufig eine verzögerte Abheilung, was nicht selten zu einer verlängerten systemischen Kortikosteroidtherapie mit entsprechenden Nebenwirkungen führt. Während intravenöses Rituximab einen festen Stellenwert in der Pemphigus-Therapie hat, liegen bislang nur wenige Daten zur Anwendung von intraläsionalem Rituximab bei lokalisierten, therapieresistenten mukokutanen Läsionen vor. In einer retrospektiven Beobachtungsstudie untersuchten die Autoren Wirksamkeit und Sicherheit von intraläsionalem Rituximab bei Patienten mit Pemphigus und refraktären Manifestationen in der Mundhöhle oder am Kapillitium. Das intraläsionale Rituximab wurde in einer Dosierung von 5 mg pro Quadratzentimeter in zwei Sitzungen im Abstand von zwei Wochen verabreicht, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit intravenösem Rituximab. Der Therapieerfolg wurde anhand des Pemphigus Disease Area Index sowie der Anti-Desmoglein-Antikörperspiegel zu Beginn und nach sechs Monaten beurteilt. Insgesamt wurden 33 Patienten eingeschlossen, von denen der Großteil zusätzlich intravenöses Rituximab erhielt. Nach sechs Monaten zeigten sich sowohl bei Patienten mit alleiniger intraläsionaler Therapie als auch bei kombinierter intravenöser und intraläsionaler Behandlung signifikante Reduktionen der Krankheitsaktivität und der Autoantikörperspiegel. Gleichzeitig nahm der Anteil der Patienten unter systemischer Kortikosteroidtherapie deutlich ab. Als einzige Nebenwirkung wurde lokaler Schmerz an der Injektionsstelle beobachtet. Insgesamt stellt das intraläsionale Rituximab eine sichere, kosteneffiziente und steroidsparende Behandlungsoption für lokalisierte, therapierefraktäre Pemphigusläsionen dar und kann insbesondere in Kombination mit intravenösem Rituximab einen synergistischen Nutzen bieten.

Quelle:
Int J Dermatol. 2026 Jan;65(1):119–123. http://doi.org/10.1111/ijd.18001
Intralesional Rituximab in Recalcitrant Oral and Scalp Lesions of Pemphigus: A Retrospective Study.
Viswanath V, Kane IK, Sanklecha NM, Joshi PR.

Feb. 11 2026

Kardiovaskuläre Auswirkungen von oralem Nicotinamid (NEWSBLOG 2026)

Nicotinamid, auch als Niacinamid bekannt, ist die wasserlösliche Form von Vitamin B3 und spielt eine zentrale Rolle in zahlreichen zellulären Stoffwechselprozessen. In der Dermatologie wird orales Nicotinamid vielseitig eingesetzt, unter anderem zur Reduktion UV-induzierter Immunsuppression, als adjuvante Therapie bei bullösen Dermatosen, zur Entzündungs- und Sebumreduktion bei Akne sowie bei juckenden Hauterkrankungen. Vor dem Hintergrund neuerer Daten, die auf mögliche vaskuläre Effekte seiner Endmetaboliten hinweisen, analysierten die Autoren in einer narrativen Übersichtsarbeit sowohl den dermatologischen Nutzen als auch potenzielle kardiovaskuläre Risiken der oralen Einnahme. Die ausgewertete Literatur bestätigt die klinische Wirksamkeit von Nicotinamid, etwa bei der Senkung des Risikos für nichtmelanozytäre Hauttumoren bei immunkompetenten Patienten und bei verschiedenen entzündlichen Dermatosen. Gleichzeitig deuten aktuelle Studien darauf hin, dass erhöhte Serumspiegel bestimmter Nicotinamid-Metaboliten mit einem gesteigerten Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert sein könnten, insbesondere bei Dosierungen oberhalb der häufig empfohlenen therapeutischen Grenze von 500 mg täglich. Die Übersichtsarbeit ordnet diese Befunde kritisch ein und macht deutlich, dass Nicotinamid trotz seines etablierten Nutzens in der dermatologischen Praxis nicht uneingeschränkt als risikofrei angesehen werden sollte. Insbesondere bei hochdosierter Anwendung erscheint eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung angezeigt, um mögliche kardiovaskuläre Nebenwirkungen frühzeitig zu berücksichtigen.

Quelle:
J Drugs Dermatol. 2025 Nov 1;24(11):1075-1079. http://doi.org/10.36849/JDD.9092
Exploring the Cardiovascular Impacts of Oral Nicotinamide: A Comprehensive Narrative Review.
Shoukfeh R, Tisack AM, Lim HW, Mohammad TF.

Feb. 09 2026

Benzylbenzoat und Ivermectin sind wirksamer als Permethrin bei Skabies (NEWSBLOG 2025)

Die humane Skabies ist eine hochkontagiöse parasitäre Hauterkrankung durch Sarcoptes scabiei var. hominis. Zusammengefasst werden die Ergebnisse einer multizentrischen retrospektiven Studie aus drei Krankenhauszentren im östlichen Piemont mit 727 Patienten. Die Therapieeffekte wurden zwei Wochen nach Behandlungsende beurteilt. Die häufig eingesetzte Permethrin-5-%-Therapie zeigte die niedrigsten Ansprechraten, während Benzylbenzoat und orales Ivermectin, insbesondere in Kombination, deutlich überlegen waren. Die höchste Wirksamkeit wurde für Benzylbenzoat 25 % in Kombination mit oralem Ivermectin beobachtet. Als Gründe für Therapieversagen wurden Reinfektionen, unzureichende Adhärenz, mangelhafte Kontaktbehandlung sowie zunehmende Permethrinresistenz postuliert. Mögliche Resistenzmechanismen umfassen verstärkte Entgiftungsprozesse und Mutationen spannungsabhängiger Natriumkanäle der Milben. Die Ergebnisse sprechen für einen bevorzugten Einsatz benzylbenzoathaltiger Regime und Kombinationstherapien mit Ivermectin bei schweren oder therapieresistenten Verläufen.

Quelle:
Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology http://doi.org/10.1111/jdv.70015
Benzyl benzoate and ivermectin are more effective than permethrin for treating scabies: A multicentre study
Edoardo Cammarata, Stefania Marchianò, Elia Esposto, Lorenza Burzi, Nunzia Di Cristo, Cristian Carbone, Marisa De Stefani, Barbara Merante, Chiara Airoldi, Alessandro Biglia, Claudia Leporati

Feb. 06 2026

Fixed food eruptions (NEWSBLOG 2026)

Fixe Nahrungsmittelexantheme stellen eine seltene kutane Reaktionsform dar, bei der nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel wiederholt Hautläsionen an identischen Körperstellen auftreten. Die vorliegende Übersichtsarbeit fasst erstmals systematisch die bislang publizierten Fallberichte und Studien zu diesem Krankheitsbild zusammen und schließt damit eine relevante Lücke in der dermatologischen Literatur. Auf Basis einer systematischen Auswertung mehrerer medizinischer Datenbanken wurden insgesamt 32 geeignete Arbeiten identifiziert und analysiert. Die zusammengefassten Daten zeigen eine deutliche Häufung bei Frauen sowie bei Erwachsenen, während Kinder seltener betroffen waren. Als häufigster auslösender Faktor wurde Tonic Water beschrieben, gefolgt von Cashewkernen und Erdnüssen, die jeweils einen kleineren, aber wiederkehrenden Anteil der berichteten Fälle ausmachten. Der zeitliche Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und Hautreaktion war meist kurz, wobei sich die Symptome in der Mehrzahl der Fälle innerhalb weniger Stunden entwickelten. Zur diagnostischen Sicherung griffen die Autoren überwiegend auf orale Provokationstests zurück, während Epikutantests und Hautbiopsien ergänzend eingesetzt wurden, allerdings mit teils negativen Ergebnissen selbst an zuvor betroffenen Hautarealen. Auffällig ist, dass therapeutische Maßnahmen nur in einem Teil der publizierten Fälle dokumentiert wurden und sich das Management meist auf die konsequente Meidung der auslösenden Nahrungsmittel beschränkte. Insgesamt verdeutlicht die Analyse, dass fixe Nahrungsmittelexantheme vermutlich unterdiagnostiziert sind und eine gezielte Anamnese sowie standardisierte diagnostische Strategien entscheidend für die korrekte Einordnung dieses seltenen, aber klinisch relevanten Reaktionsmusters sind.

Quelle:
Dermatitis. 2025 Aug 6. http://doi.org/10.1177/17103568251365630
Review of Fixed Food Eruptions.
Gratz BW, Garg KS, Raja AR, Hussain A.

Feb. 04 2026

Konjunktivitis bei Atopikern unter Dupilumab oder Tralokinumab (NEWSBLOG 2026)

Konjunktivitis zählt zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen unter biologischen Therapien der atopischen Dermatitis, dennoch liegen vergleichende Real-World-Daten bislang nur begrenzt vor. In einer großen multizentrischen retrospektiven Analyse wurden erwachsene Patienten mit moderater bis schwerer atopischer Dermatitis ausgewertet, die über mindestens 16 Wochen mit Dupilumab oder Tralokinumab behandelt worden waren. Insgesamt flossen die Daten von 6 668 Patienten aus 35 dermatologischen Referenzzentren in Italien in die Analyse ein. Die Ergebnisse zeigen, dass Konjunktivitis unter beiden Wirkstoffen in vergleichbarer Häufigkeit auftrat, ohne signifikante Unterschiede in der Gesamtinzidenz. Allerdings entwickelte sich die Augenbeteiligung unter Tralokinumab im Mittel deutlich früher als unter Dupilumab. Die klinische Ausprägung und das ophthalmologische Management unterschieden sich zwischen den Therapiegruppen kaum und bestanden überwiegend aus befeuchtenden Augentropfen sowie kortikosteroidhaltigen Präparaten. Auffällig war jedoch, dass Patienten unter Dupilumab häufiger aufgrund einer Konjunktivitis die Behandlung abbrachen oder auf eine alternative Therapie wechselten. Diese Beobachtungen deuten auf unterschiedliche Verträglichkeitsprofile der beiden Biologika hin, trotz ähnlicher Gesamtinzidenz okulärer Nebenwirkungen. Die Autoren unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung okulärer Symptome sowie einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit, um Therapieunterbrechungen möglichst zu vermeiden und die Langzeitbehandlung der atopischen Dermatitis zu optimieren.

Quelle:
Int J Dermatol. 2025 Aug 20. http://doi.org/10.1111/ijd.70027
Incidence, Risk Factors, and Management of Conjunctivitis in Atopic Dermatitis Patients Treated With Dupilumab or Tralokinumab: Results From a Multicenter, Observational, Retrospective Study.
Potestio L, Patruno C, Del Gaudio M, Ortoncelli M, Ribero S, Barei F, Ferrucci SM, Bonzano L, Trave I, Guanti MB, Gurioli C, Piraccini BM, Gori N, Ippoliti E, Peris K, Grigolato L, Rossi M, Foti C, Romita P, Tirone B, Nettis E, Esposito M, Fargnoli MC, Magnanimi LM, Pezzolo E, Hansel K, Stingeni L, Satta R, Mariano M, Pigliacelli F, Margiotta FM, Romanelli M, Ingurgio RC, Costanzo A, Narcisi A, Corazza M, Antiga E, Morrone P, Rubegni P, Calabrese L, Lazzeri L, Rubegni G, Guarneri F, Zerbinati N, Carugno A, Puca RV, Sarno O, Marasca C, Martina E, di Vico F, Napolitano M.

Erstellt von Administrator am 2005/01/28 16:50
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