Newsblog
Feb. 13 2026
Intralesionales Rituximab bei therapierefraktären Läsionen des Pemphigus (NEWSBLOG 2026)
Läsionen bei Pemphigus zeigen in der Mundhöhle und am Kapillitium im Vergleich zu anderen Lokalisationen häufig eine verzögerte Abheilung, was nicht selten zu einer verlängerten systemischen Kortikosteroidtherapie mit entsprechenden Nebenwirkungen führt. Während intravenöses Rituximab einen festen Stellenwert in der Pemphigus-Therapie hat, liegen bislang nur wenige Daten zur Anwendung von intraläsionalem Rituximab bei lokalisierten, therapieresistenten mukokutanen Läsionen vor. In einer retrospektiven Beobachtungsstudie untersuchten die Autoren Wirksamkeit und Sicherheit von intraläsionalem Rituximab bei Patienten mit Pemphigus und refraktären Manifestationen in der Mundhöhle oder am Kapillitium. Das intraläsionale Rituximab wurde in einer Dosierung von 5 mg pro Quadratzentimeter in zwei Sitzungen im Abstand von zwei Wochen verabreicht, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit intravenösem Rituximab. Der Therapieerfolg wurde anhand des Pemphigus Disease Area Index sowie der Anti-Desmoglein-Antikörperspiegel zu Beginn und nach sechs Monaten beurteilt. Insgesamt wurden 33 Patienten eingeschlossen, von denen der Großteil zusätzlich intravenöses Rituximab erhielt. Nach sechs Monaten zeigten sich sowohl bei Patienten mit alleiniger intraläsionaler Therapie als auch bei kombinierter intravenöser und intraläsionaler Behandlung signifikante Reduktionen der Krankheitsaktivität und der Autoantikörperspiegel. Gleichzeitig nahm der Anteil der Patienten unter systemischer Kortikosteroidtherapie deutlich ab. Als einzige Nebenwirkung wurde lokaler Schmerz an der Injektionsstelle beobachtet. Insgesamt stellt das intraläsionale Rituximab eine sichere, kosteneffiziente und steroidsparende Behandlungsoption für lokalisierte, therapierefraktäre Pemphigusläsionen dar und kann insbesondere in Kombination mit intravenösem Rituximab einen synergistischen Nutzen bieten.
Quelle:
Int J Dermatol. 2026 Jan;65(1):119–123. http://doi.org/10.1111/ijd.18001
Intralesional Rituximab in Recalcitrant Oral and Scalp Lesions of Pemphigus: A Retrospective Study.
Viswanath V, Kane IK, Sanklecha NM, Joshi PR.
Feb. 11 2026
Kardiovaskuläre Auswirkungen von oralem Nicotinamid (NEWSBLOG 2026)
Nicotinamid, auch als Niacinamid bekannt, ist die wasserlösliche Form von Vitamin B3 und spielt eine zentrale Rolle in zahlreichen zellulären Stoffwechselprozessen. In der Dermatologie wird orales Nicotinamid vielseitig eingesetzt, unter anderem zur Reduktion UV-induzierter Immunsuppression, als adjuvante Therapie bei bullösen Dermatosen, zur Entzündungs- und Sebumreduktion bei Akne sowie bei juckenden Hauterkrankungen. Vor dem Hintergrund neuerer Daten, die auf mögliche vaskuläre Effekte seiner Endmetaboliten hinweisen, analysierten die Autoren in einer narrativen Übersichtsarbeit sowohl den dermatologischen Nutzen als auch potenzielle kardiovaskuläre Risiken der oralen Einnahme. Die ausgewertete Literatur bestätigt die klinische Wirksamkeit von Nicotinamid, etwa bei der Senkung des Risikos für nichtmelanozytäre Hauttumoren bei immunkompetenten Patienten und bei verschiedenen entzündlichen Dermatosen. Gleichzeitig deuten aktuelle Studien darauf hin, dass erhöhte Serumspiegel bestimmter Nicotinamid-Metaboliten mit einem gesteigerten Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert sein könnten, insbesondere bei Dosierungen oberhalb der häufig empfohlenen therapeutischen Grenze von 500 mg täglich. Die Übersichtsarbeit ordnet diese Befunde kritisch ein und macht deutlich, dass Nicotinamid trotz seines etablierten Nutzens in der dermatologischen Praxis nicht uneingeschränkt als risikofrei angesehen werden sollte. Insbesondere bei hochdosierter Anwendung erscheint eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung angezeigt, um mögliche kardiovaskuläre Nebenwirkungen frühzeitig zu berücksichtigen.
Quelle:
J Drugs Dermatol. 2025 Nov 1;24(11):1075-1079. http://doi.org/10.36849/JDD.9092
Exploring the Cardiovascular Impacts of Oral Nicotinamide: A Comprehensive Narrative Review.
Shoukfeh R, Tisack AM, Lim HW, Mohammad TF.
Feb. 09 2026
Benzylbenzoat und Ivermectin sind wirksamer als Permethrin bei Skabies (NEWSBLOG 2025)
Die humane Skabies ist eine hochkontagiöse parasitäre Hauterkrankung durch Sarcoptes scabiei var. hominis. Zusammengefasst werden die Ergebnisse einer multizentrischen retrospektiven Studie aus drei Krankenhauszentren im östlichen Piemont mit 727 Patienten. Die Therapieeffekte wurden zwei Wochen nach Behandlungsende beurteilt. Die häufig eingesetzte Permethrin-5-%-Therapie zeigte die niedrigsten Ansprechraten, während Benzylbenzoat und orales Ivermectin, insbesondere in Kombination, deutlich überlegen waren. Die höchste Wirksamkeit wurde für Benzylbenzoat 25 % in Kombination mit oralem Ivermectin beobachtet. Als Gründe für Therapieversagen wurden Reinfektionen, unzureichende Adhärenz, mangelhafte Kontaktbehandlung sowie zunehmende Permethrinresistenz postuliert. Mögliche Resistenzmechanismen umfassen verstärkte Entgiftungsprozesse und Mutationen spannungsabhängiger Natriumkanäle der Milben. Die Ergebnisse sprechen für einen bevorzugten Einsatz benzylbenzoathaltiger Regime und Kombinationstherapien mit Ivermectin bei schweren oder therapieresistenten Verläufen.
Quelle:
Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology http://doi.org/10.1111/jdv.70015
Benzyl benzoate and ivermectin are more effective than permethrin for treating scabies: A multicentre study
Edoardo Cammarata, Stefania Marchianò, Elia Esposto, Lorenza Burzi, Nunzia Di Cristo, Cristian Carbone, Marisa De Stefani, Barbara Merante, Chiara Airoldi, Alessandro Biglia, Claudia Leporati
Feb. 06 2026
Fixed food eruptions (NEWSBLOG 2026)
Fixe Nahrungsmittelexantheme stellen eine seltene kutane Reaktionsform dar, bei der nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel wiederholt Hautläsionen an identischen Körperstellen auftreten. Die vorliegende Übersichtsarbeit fasst erstmals systematisch die bislang publizierten Fallberichte und Studien zu diesem Krankheitsbild zusammen und schließt damit eine relevante Lücke in der dermatologischen Literatur. Auf Basis einer systematischen Auswertung mehrerer medizinischer Datenbanken wurden insgesamt 32 geeignete Arbeiten identifiziert und analysiert. Die zusammengefassten Daten zeigen eine deutliche Häufung bei Frauen sowie bei Erwachsenen, während Kinder seltener betroffen waren. Als häufigster auslösender Faktor wurde Tonic Water beschrieben, gefolgt von Cashewkernen und Erdnüssen, die jeweils einen kleineren, aber wiederkehrenden Anteil der berichteten Fälle ausmachten. Der zeitliche Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und Hautreaktion war meist kurz, wobei sich die Symptome in der Mehrzahl der Fälle innerhalb weniger Stunden entwickelten. Zur diagnostischen Sicherung griffen die Autoren überwiegend auf orale Provokationstests zurück, während Epikutantests und Hautbiopsien ergänzend eingesetzt wurden, allerdings mit teils negativen Ergebnissen selbst an zuvor betroffenen Hautarealen. Auffällig ist, dass therapeutische Maßnahmen nur in einem Teil der publizierten Fälle dokumentiert wurden und sich das Management meist auf die konsequente Meidung der auslösenden Nahrungsmittel beschränkte. Insgesamt verdeutlicht die Analyse, dass fixe Nahrungsmittelexantheme vermutlich unterdiagnostiziert sind und eine gezielte Anamnese sowie standardisierte diagnostische Strategien entscheidend für die korrekte Einordnung dieses seltenen, aber klinisch relevanten Reaktionsmusters sind.
Quelle:
Dermatitis. 2025 Aug 6. http://doi.org/10.1177/17103568251365630
Review of Fixed Food Eruptions.
Gratz BW, Garg KS, Raja AR, Hussain A.
Feb. 04 2026
Konjunktivitis bei Atopikern unter Dupilumab oder Tralokinumab (NEWSBLOG 2026)
Konjunktivitis zählt zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen unter biologischen Therapien der atopischen Dermatitis, dennoch liegen vergleichende Real-World-Daten bislang nur begrenzt vor. In einer großen multizentrischen retrospektiven Analyse wurden erwachsene Patienten mit moderater bis schwerer atopischer Dermatitis ausgewertet, die über mindestens 16 Wochen mit Dupilumab oder Tralokinumab behandelt worden waren. Insgesamt flossen die Daten von 6 668 Patienten aus 35 dermatologischen Referenzzentren in Italien in die Analyse ein. Die Ergebnisse zeigen, dass Konjunktivitis unter beiden Wirkstoffen in vergleichbarer Häufigkeit auftrat, ohne signifikante Unterschiede in der Gesamtinzidenz. Allerdings entwickelte sich die Augenbeteiligung unter Tralokinumab im Mittel deutlich früher als unter Dupilumab. Die klinische Ausprägung und das ophthalmologische Management unterschieden sich zwischen den Therapiegruppen kaum und bestanden überwiegend aus befeuchtenden Augentropfen sowie kortikosteroidhaltigen Präparaten. Auffällig war jedoch, dass Patienten unter Dupilumab häufiger aufgrund einer Konjunktivitis die Behandlung abbrachen oder auf eine alternative Therapie wechselten. Diese Beobachtungen deuten auf unterschiedliche Verträglichkeitsprofile der beiden Biologika hin, trotz ähnlicher Gesamtinzidenz okulärer Nebenwirkungen. Die Autoren unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung okulärer Symptome sowie einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit, um Therapieunterbrechungen möglichst zu vermeiden und die Langzeitbehandlung der atopischen Dermatitis zu optimieren.
Quelle:
Int J Dermatol. 2025 Aug 20. http://doi.org/10.1111/ijd.70027
Incidence, Risk Factors, and Management of Conjunctivitis in Atopic Dermatitis Patients Treated With Dupilumab or Tralokinumab: Results From a Multicenter, Observational, Retrospective Study.
Potestio L, Patruno C, Del Gaudio M, Ortoncelli M, Ribero S, Barei F, Ferrucci SM, Bonzano L, Trave I, Guanti MB, Gurioli C, Piraccini BM, Gori N, Ippoliti E, Peris K, Grigolato L, Rossi M, Foti C, Romita P, Tirone B, Nettis E, Esposito M, Fargnoli MC, Magnanimi LM, Pezzolo E, Hansel K, Stingeni L, Satta R, Mariano M, Pigliacelli F, Margiotta FM, Romanelli M, Ingurgio RC, Costanzo A, Narcisi A, Corazza M, Antiga E, Morrone P, Rubegni P, Calabrese L, Lazzeri L, Rubegni G, Guarneri F, Zerbinati N, Carugno A, Puca RV, Sarno O, Marasca C, Martina E, di Vico F, Napolitano M.
Feb. 02 2026
Avelumab plus Cetuximab beim fortgeschrittenen kutanen Plattenepithelkarzinom (NEWSBLOG 2026)
Beim kutanen Plattenepithelkarzinom zeigen sowohl Immuncheckpoint-Inhibitoren gegen den PD-1/PD-L1-Signalweg als auch EGFR-Inhibitoren eine relevante Wirksamkeit, dennoch besteht insbesondere bei perianogenitalen Tumoren oder bei Erkrankungen mit Progress unter PD-1-Therapie ein ungedeckter therapeutischer Bedarf. In einer multizentrischen einarmigen Phase-II-Studie untersuchten die Autoren die klinische Aktivität und Sicherheit der Kombination aus Avelumab und Cetuximab bei Patienten mit nicht resezierbarem Stadium-III- oder -IV-kutanem Plattenepithelkarzinom über einen Behandlungszeitraum von bis zu einem Jahr. Eingeschlossen wurden auch Patienten mit vorausgegangener systemischer Therapie. Der primäre Endpunkt war das objektive Ansprechen, ergänzt durch vordefinierte Subgruppenanalysen nach Therapielinie und Tumorlokalisation. Von 52 eingeschlossenen Patienten erhielten 49 mindestens eine Therapiedosis, wobei bei 41% ein objektives Ansprechen mit einem relevanten Anteil kompletter Remissionen erzielt wurde. Therapienaive Patienten zeigten höhere Ansprechraten als vorbehandelte, jedoch wurden auch bei zuvor mit PD-1-Inhibitoren behandelten Patienten klinisch relevante Remissionen beobachtet. Besonders hervorzuheben sind die Ansprechraten bei perianogenitalen Tumoren mit mehreren kompletten Remissionen. Bei längerer Nachbeobachtung ergaben sich ermutigende progressionsfreie und Gesamtüberlebenszeiten. Die Therapie war überwiegend gut verträglich, schwere behandlungsbedingte Nebenwirkungen traten nur bei einem begrenzten Teil der Patienten auf, und Therapieabbrüche waren selten. Zudem verbesserte sich die Lebensqualität, insbesondere bei Patienten mit perianogenitalen Primärtumoren. Insgesamt zeigt die Kombination aus Avelumab und Cetuximab eine vielversprechende Wirksamkeit und ein akzeptables Sicherheitsprofil beim fortgeschrittenen kutanen Plattenepithelkarzinom, auch in klinisch besonders herausfordernden Subgruppen.
Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Oct 17;193(5):865–875. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf303
Avelumab plus cetuximab in patients with unresectable stage III or IV cutaneous squamous cell carcinoma: clinical activity and safety results from AliCe, a single-arm multicentre phase II DeCOG trial.
Becker JC, Gesierich AH, Leiter U, Zimmer L, Hassel JC, von Wasielewski I, Ziemer M, Fluck M, Meier F, Spillner AN, Schilling B, Eigentler TK, Livingstone E, Ugurel S, Angela Y, Windemuth-Kieselbach C, Gutzmer R.
Feb. 01 2026
Prävalenz renaler Komplikationen bei rezessiver dystropher Epidermolysis bullosa (NEWSBLOG 2026)
Renale Manifestationen bei Patienten mit rezessiver dystropher Epidermolysis bullosa infolge eines Kollagen-VII-Mangels wurden bislang überwiegend in kleinen Fallserien beschrieben und könnten daher unterschätzt sein. In einer retrospektiven Kohortenstudie untersuchten die Autoren die Häufigkeit und Art von Nierenerkrankungen in einer großen Patientenkohorte, die an zwei spezialisierten Referenzzentren betreut wurde. Eingeschlossen wurden Patienten mit gesicherter molekulargenetischer Diagnose und mindestens zwei zeitgleichen Blut- und Urinuntersuchungen. Eine Nierenerkrankung wurde definiert als glomeruläre Beteiligung mit Albuminurie oder als tubulointerstitielle Schädigung mit erhöhter β2-Mikroglobulin-Ausscheidung. Von 120 untersuchten Patienten wiesen rund 30% Zeichen einer Nierenerkrankung auf. Glomeruläre Veränderungen traten insbesondere in Form einer IgA-Nephropathie auf, während tubulointerstitielle Manifestationen häufig mit komplexen Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts assoziiert waren. Immunhistochemische Untersuchungen zeigten bei Patienten mit vollständigem Kollagen-VII-Mangel keine Expression von Kollagen VII in glomerulären und tubulären Basalmembranen, im Gegensatz zu Kontrollproben. In der multivariaten Analyse war das Vorliegen einer Nierenerkrankung signifikant mit dem Schweregrad der Grunderkrankung assoziiert und ging mit einer reduzierten Gesamtüberlebensrate einher. Auf Grundlage dieser Ergebnisse empfehlen die Autoren eine systematische nephrologische Überwachung mit frühzeitiger Überweisung bei Auffälligkeiten. Insgesamt stellt die Nierenbeteiligung eine häufige und prognostisch relevante Komplikation bei rezessiver dystropher Epidermolysis bullosa dar und erfordert eine konsequente Früherkennung.
Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Nov 18;193(6):1204–1213. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf271
Prevalence of kidney complications in a large cohort of patients with recessive dystrophic epidermolysis bullosa.
Boudhabhay I, Bellon N, Avramescu M, Bataille P, Duval A, Rabant M, Bodard S, Ould-Rabah M, Leclerc-Mercier S, Boyer O, Sakhi H, Canaud G, Pillebout E, Hadj-Rabia S, Bourrat E, Bodemer C.
Jan. 31 2026
Subtypen der Dowling-Degos-Erkrankung (NEWSBLOG 2026)
Die Dowling-Degos-Erkrankung ist eine seltene autosomal-dominant vererbte Pigmentstörung mit ausgeprägter genetischer Heterogenität und variabler klinischer Ausprägung. Charakteristisch ist eine retikuläre Hyperpigmentierung, die typischerweise nach der Pubertät beginnt und im Verlauf progredient zunimmt, häufig begleitet von Pruritus, Brennen oder entzündlichen Hautveränderungen. Histopathologisch zeigen sich als Leitsymptome eine Ausdünnung der suprapapillären Epidermis sowie verlängerte Reteleisten mit vermehrter Melanineinlagerung in der Basalschicht, wobei auch hier eine erhebliche Variabilität besteht. Während die Erkrankung früher als monogenes Krankheitsbild mit vorwiegender Manifestation in Beugenregionen betrachtet wurde, hat sich das Verständnis in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich erweitert. Bislang wurden fünf krankheitsverursachende Gene identifiziert, nämlich KRT5, POFUT1, POGLUT1, PSENEN und GLMN, die jeweils mit charakteristischen phänotypischen Mustern assoziiert sind. Pathogene Varianten in KRT5, POFUT1 und POGLUT1 betreffen überwiegend intertriginöse Areale, den akrogenitalen Bereich beziehungsweise die Extremitäten. Varianten in PSENEN erhöhen die Anfälligkeit für eine Hidradenitis suppurativa, insbesondere bei prädisponierten Personen, während GLMN-Varianten mit dem Auftreten glomuvenöser Malformationen assoziiert sein können. Trotz erheblicher Fortschritte im Verständnis der genetischen Grundlagen steht bislang keine kausale Therapie zur Verfügung. Symptomatische Behandlungsansätze wie ablative Lasertherapien können die Hyperpigmentierung reduzieren, sind jedoch mit Risiken wie postinflammatorischer Hyperpigmentierung verbunden. Die Übersichtsarbeit zeichnet die Entwicklung des heutigen Wissens zur komplexen genetischen Basis der Dowling-Degos-Erkrankung nach und schlägt einen klinisch orientierten Subphänotypisierungsansatz vor, der eine gezielte genetische Diagnostik auf Grundlage von Genotyp-Phänotyp-Korrelationen ermöglicht. Darüber hinaus werden zentrale Aspekte wie die kontrovers diskutierte Bezeichnung Morbus Galli-Galli, psychosoziale Belastungen, therapeutische Herausforderungen sowie neue Erkenntnisse zur Rolle der Notch-Signalübertragung in der Pathogenese behandelt.
Quelle:
Br J Dermatol. 2025 Nov 18;193(6):1075–1089. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf286
Beneath the surface: delineating the subtypes of Dowling-Degos disease.
Kumar S, Ralser DJ, Wenzel J, Frank J, Betz RC.
Jan. 30 2026
Radiotherapie versus Imiquimod bei komplexer Lentigo maligna (NEWSBLOG 2026)
Bei Patienten mit Lentigo maligna, die nicht für eine chirurgische Therapie geeignet sind, stellen Radiotherapie und topisches Imiquimod etablierte nichtoperative Behandlungsoptionen dar, deren vergleichende Wirksamkeit bislang nur begrenzt prospektiv untersucht wurde. In einer multizentrischen randomisierten Phase-3-Studie verglichen die Autoren Wirksamkeit, Sicherheit und gesundheitsbezogene Lebensqualität von Radiotherapie und Imiquimod. Zwischen August 2015 und November 2021 wurden die Patienten randomisiert, wobei das primäre Studienziel das Therapieversagen nach 24 Monaten war. Sekundäre Endpunkte umfassten das Ansprechen nach 6 Monaten, das Auftreten invasiver Erkrankungen, die Therapietoxizität sowie patientenberichtete Lebensqualitätsparameter. Insgesamt wurden 126 Patienten eingeschlossen. Beide Behandlungsarme zeigten hohe Ansprechraten nach 6 Monaten, und das Therapieversagen nach 24 Monaten war insgesamt selten, ohne signifikanten Unterschied zwischen Radiotherapie und Imiquimod. Akute Hautnebenwirkungen waren überwiegend leicht bis moderat ausgeprägt und zwischen den Gruppen vergleichbar. Langfristig zeigten sich keine Unterschiede hinsichtlich Hautsymptomen oder gesundheitsbezogener Lebensqualität. In beiden Gruppen verbesserte sich das emotionale Wohlbefinden nach der Behandlung signifikant im Vergleich zum Ausgangswert. Trotz limitierter Aussagekraft aufgrund eines vorzeitigen Rekrutierungsstopps belegen die Ergebnisse, dass sowohl Radiotherapie als auch Imiquimod effektive und gut verträgliche Therapieoptionen für die Lentigo maligna darstellen, ohne negative Auswirkungen auf die Lebensqualität nach 24 Monaten.
Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2025 Nov;93(5):1251–1260. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2025.07.028
Radiotherapy versus imiquimod for complex lentigo maligna: A phase 3 randomized clinical trial.
Hong AM, Lo SN, Fogarty GB, Stretch J, Wang W, Fernandez-Penas P, Martin RCW, Foote M, Soyer HP, Ruben J, Mar V, Rocha L, Festa-Neto C, Wratten C, Hogarth S, Collgros H, Glanz A, Gouveia BM, Scolyer RA, King MT, Guitera P.