Newsblog
Biologika in der Schwangerschaft (NEWSBLOG)
Psoriasis tritt häufig erst im jungen Erwachsenenalter auf; tatsächlich liegt das Durschnittsalter bei Diagnosestellung für Frauen bei 28 Jahren, also in den besten reproduktiven Jahren. Darüber hinaus sind weltweit etwa 50% der Schwangerschaften ungeplant. Obwohl Biologika die Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Psoriasis revolutioniert haben, gibt es keine kontrollierten Studien zu Biologika bei schwangeren Frauen. Die zunehmende Verwendung dieser Wirkstoffe bei Frauen im gebärfähigen Alter unterstreicht die Notwendigkeit, ihre Sicherheit während der Schwangerschaft kontinuierlich zu dokumentieren und auszuwerten. Gegenwärtig gibt es noch keine direkten Hinweise auf Teratogenität von antipsoriatischen monoklonalen Antikörpern, die durch die Plazenta übertragen wurden. Aufgrund ihrer immunsupprimierenden Wirkung (im Falle einer weiteren Behandlung im dritten Trimester) sollten jedoch bis zu 6 Monate nach der Geburt keine abgeschwächten Lebendimpfstoffe injiziert werden.
(Certolizumab ist derzeit die einzige Ausnahme, da dieser TNF-alpha-Inhibitor die Plazentaschranke nicht passieren kann.)
Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2020 May 2. http://doi.org/10.1111/ced.14263.
A retrospective review of pregnancies on biologics for the treatment of dermatological conditions.
Boggs J, Griffin L, Ahmad K, Hackett C, Ramsay B, Lynch M.
Sirolimus bei infantilen Hämangiomen (NEWSBLOG)
Propranolol stellt die First line-Therapie für infantile Hämangiome dar; es können jedoch Therapieversager auftreten. Sirolimus, ein mTOR-Inhibitor, ist ein vielversprechendes Medikament zur Behandlung von Gefäßfehlbildungen und Gefäßtumoren. In dem unten zitierten Fallbericht wurde ein Kind mit multiplen infantilen Hämangiomen nach Versagen der Kombination von Propranolol und Prednisolon erfolgreich mit Sirolimus und Propranolol behandelt.
Quelle:
Pediatr Dermatol. 2020 Apr 23. http://doi.org/10.1111/pde.14163.
Propranolol-resistant infantile hemangioma successfully treated with sirolimus.
Dávila-Osorio VL, Iznardo H, Roé E, Puig L, Baselga E.
aneurysmatisches Histiozytom (NEWSBLOG)
Das aneurysmatische fibröse Histiozytom ist eine seltene Variante der kutanen fibrösen Histiozytome mit einer Lokalrezidivrate von 19%. Die unten zitierte Veröffentlichung beschreibt den Fall eines aneurysmatischen fibrösen Histiozytoms bei einer 20-jährigen Frau mit regionaler Lymphknotenmetastasierung und anschließender Satelliten-Metastase. Wichtige Differentialdiagnosen umfassen das angiomatöse fibröse Histiozytom, Kaposi-Sarkom, kutane Angiosarkom oder Melanom.
Quelle:
J Cutan Pathol. 2020 May 12. http://doi.org/10.1111/cup.13738.
Metastatic aneurysmal fibrous histiocytoma in a 20 year old woman: a rare case report with review of the literature and discussion of its genomic features.
Wood KA, Easson AM, Ghazarian D, Kamil ZS.
zelluläre Histiozytome versus DFSP (NEWSBLOG)
Zelluläre Dermatofibrome (CDFs) und Dermatofibrosarcoma protuberans (DFSP) können schwierig voneinander zu unterscheiden sein. Morphologisch erstrecken sich beide Entitäten gewöhnlich in die Subkutis hinein, weisen eine hohe Zelldichte mit begrenzter zytologischer Atypie auf und imponieren mit einem gemischten faszikulären bis storiformen Wachstumsmuster. In der nachfolgenden Studie war in 20/20 Fällen von CDF eine Fettnekrose mit lymphozytärem Infiltrat vorhanden. Keiner der 20 DFSP-Fälle hatte eine Fettnekrose mit lymphozytärem Infiltrat, obwohl 4/20 nur eine Fettnekrose aufwiesen. Zusammenfassend kann eine Fettnekrose mit assoziiertem lymphozytärem Entzündungsinfiltrat die Unterscheidung zwischen CDF und DFSP erleichtern.
Quelle:
J Cutan Pathol. 2020 May 15. http://doi.org/10.1111/cup.13744.
Fat Necrosis with an Associated Lymphocytic Infiltrate Represents a Histopathologic Clue that Distinguishes Cellular Dermatofibroma from Dermatofibrosarcoma Protuberans.
Schechter SA, Bresler SC, Patel RM.
Foto: DFSP
H.p.-Eradikation und SLE-Risiko (NEWSBLOG)
Diese Studie mit 41.653 Patienten mit Helicobacter pylori (HP) -Infektion in Taiwan von 2000 bis 2013 zielte darauf ab zu untersuchen, ob eine frühe Eradikationstherapie das Risiko eines systemischen Lupus erythematodes (SLE) bei Patienten mit Infektion beeinflusst. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass eine frühe HP-Eradikation das SLE-Risiko insbesondere in der ersten dreijährigen Nachbeobachtungszeit signifikant reduzieren könnte.
Quelle:
Lupus. 2020 May 7:961203320923393. http://doi.org/10.1177/0961203320923393.
Effect of early eradication therapy on systemic lupus erythematosus risk in patients with Helicobacter pylori infection: a nationwide population-based cohort study.
Wu MC, Huang JY, Chen HH, Wei JC.
Bleomycin gegen Viruswarzen (NEWSBLOG)
Diese Fallserie beschreibt ein neues, einfaches, pragmatisches Verfahren für die kombinierte Therapie vulgärer Warzen mit schmerzloser Kürettage bis zur Kapillarblutungen und anschließender Massage der Bleomycinlösung (rekonstituiert mit 3 U/ml, durchschnittlich zwei Behandlungen alle 5-6 Wochen).
Quelle:
Australas J Dermatol. 2020 May 6. http://doi.org/10.1111/ajd.13315.
Bleomycin administered by scarification as a treatment for recalcitrant viral warts.
Rodríguez Barón D, Del Boz González J, García Harana C, de Troya Martín M.
Perniones-ähnliche Symptome bei COVID-19 (NEWSBLOG)
In jüngster Zeit gab es einen deutlichen Anstieg bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten mit purpurischen akralen Läsionen in COVID-19-betroffenen Regionen. Die Patienten hatten 1-2 Wochen vor dem Ausschlag leichte Symptome einer viralen Infektion der oberen Atemwege oder Kontakt zu symptomatischen Personen. Alle zeigten rote bis violette Makulae und dunkle, purpurische Plaques, die auf den mittleren und distalen Flächen der Zehen verteilt waren. Hautbiopsien demonstrierten nahezu identische histopathologische Befunde wie bei der idiopathischen Perniose mit einem lymphozytären entzündlichen Infiltrat ohne Anzeichen einer Thromboembolie oder einer Immunkomplexvaskulitis. Eine andere Fallserie kam ebenfalls zu dem Schluss, dass Perniones-ähnliche Läsionen bei Kindern und Jugendlichen eine leichte Symptomaik der COVID-19-Infektion mit ausgezeichneter Prognose widerspiegeln und normalerweise keine Therapie erfordern. Die Ätiopathogenese ist weiterhin unbekannt, obwohl frühere Berichte eine Auslösung durch Mikrothromben diskutiert haben.
Quelle:
Pediatr Dermatol. 2020 May 12. http://doi.org/10.1111/pde.14227.
Clustered Cases of Acral Perniosis: Clinical Features, Histopathology and Relationship to COVID-19.
Cordoro KM, Reynolds SD, Wattier R, McCalmont TH.
Pediatr Dermatol. 2020 May 9. http://doi.org/10.1111/pde.14215.
Chilblains in children in the setting of COVID-19 pandemic.
Andina D, Noguera-Morel L, Bascuas-Arribas M, Gaitero-Tristán J, Alonso-Cadenas JA, Escalada-Pellitero S, Hernández-Martín Á, de la
Torre-Espi M, Colmenero I, Torrelo A.
Referenzfoto: Perniones, Wikipedia, gemeinfrei
Post-Finasterid-Syndrom (NEWSBLOG)
Kürzlich gab es Berichte über unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die mindestens drei Monate nach Absetzen von Finasterid anhielten, und der Begriff Post-Finasterid-Syndrom wurde geprägt. Es umfasst anhaltende sexuelle, neuropsychiatrische und körperliche Symptome. Bisherige Studien können dieses Syndrom als nosologische Entität weder widerlegen noch bestätigen. Wenn es tatsächlich existiert, scheint es bei anfälligen Personen aufzutreten, selbst wenn kleine Dosen für kurze Zeiträume angesetzt waren; und die Symptome können über lange Zeiträume persistieren. Basierend auf den derzeit verfügbaren Daten sollte die Verwendung von 5α-Reduktase-Inhibitoren bei Patienten mit Depression, sexueller Dysfunktion oder Infertilität in der Vorgeschichte sorgfältig und individuell bewertet werden.
Quelle:
An Bras Dermatol. 2020 Mar 25:S0365-0596(20)30097-0. http://doi.org/10.1016/j.abd.2020.02.001.
Post-finasteride syndrome.
Pereira AFJR, Coelho TOA.
MTX bei LSA (NEWSBLOG)
Diese retrospektive Studie berichtet über weibliche Patienten mit genitalem und extragenitalem therapierefraktärem Lichen sclerosus, die mit MTX behandelt wurden (z. B. wöchentliche 10-mg-Dosen für 3 Monate). Von 28 Fällen mit Lichen sclerosus zeigten mehr als 50% der Patienten nach der Behandlung mit MTX eine anhaltende Besserung.
Quelle:
Dermatol Ther. 2020 Apr 29:e13473. http://doi.org/10.1111/dth.13473.
Methotrexate for the treatment of recalcitrant genital and extragenital lichen sclerosus: A retrospective series.
Cuellar-Barboza A, Bashyam AM, Ghamrawi RI, Aickara D, Feldman SR, Pichardo RO.
genitaler und extragenitaler LSA (NEWSBLOG)
Genitaler und extragenitaler Lichen sclerosus (LS) weisen ähnliche histopathologische Merkmale auf. Die unten zitierte Studie kam zu dem Schluss, dass der extragenitale LS - jedoch nicht der genitale LS - häufig Elastophagozytose und ein interstitielles granulomatöses Infiltrat aufweist und diese Muster zur Zerstörung elastischer Fasern bei extragenitalem LS beitragen könnten.
Quelle:
J Cutan Pathol. 2020 May 12. http://doi.org/10.1111/cup.13741.
Elastophagocytosis and interstitial granulomatous infiltrate are more common in extragenital versus genital lichen sclerosus.
Fancher K, Gardner JM, Shalin SC.