Newsblog
Juli 19 2026
JAK1- UND JAK1/2-INHIBITOREN ERMÖGLICHEN EINE SCHNELLERE STEROIDREDUKTION BEI REFRAKTÄREM DRESS-SYNDROM (NEWSBLOG 2026)
Das DRESS-Syndrom (Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms) gehört zu den schwersten arzneimittelinduzierten Überempfindlichkeitsreaktionen und erfordert häufig eine langwierige systemische Kortikosteroidtherapie. Besonders problematisch sind Rückfälle während des Ausschleichens der Steroide. Eine chinesische Fallserie untersuchte nun den Einsatz selektiver JAK-Inhibitoren als ergänzende Therapie bei moderatem bis schwerem, therapierefraktärem DRESS. Sechs Patienten erhielten zusätzlich zu Kortikosteroiden entweder Baricitinib oder Abrocitinib. Bei allen Patienten kam es zu einer raschen klinischen Besserung mit Rückgang der Hautveränderungen und einer deutlichen Linderung des Juckreizes. Das Ausschleichen der Kortikosteroide konnte bereits innerhalb von sieben bis zwölf Tagen begonnen werden. Vier Patienten konnten die Steroidtherapie nach 28 bis 62 Tagen vollständig beenden, während zwei Patienten aufgrund einer gleichzeitig bestehenden Autoimmunerkrankung dauerhaft niedrige Steroiddosen benötigten. Parallel hierzu sanken proinflammatorische Zytokine, insbesondere Interleukin-5, deutlich ab. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden auch bei Patienten mit Panzytopenie oder Leberbeteiligung nicht beobachtet. Die Autoren sehen in JAK-Inhibitoren einen vielversprechenden Ansatz zur Steroideinsparung und zur raschen Symptomkontrolle beim refraktären DRESS-Syndrom. Aufgrund der sehr kleinen Patientenzahl sollten die Ergebnisse jedoch zunächst als vorläufig angesehen und in größeren kontrollierten Studien bestätigt werden.
Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2026 Feb 7. http://doi.org/10.1093/ced/llag072
JAK1 or JAK1/2 inhibitors in Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms: A case series.
Liu W, Wang Y, Wang J, Xu H, Shen X, Zheng J, Pan M, Zhao X, Chen L.
Juli 18 2026
Einfluss von Hydroxychloroquin auf Schwangerschaftsverlauf und fetomaternale Ergebnisse bei systemischem Lupus erythematodes (NEWSBLOG 2026)
Eine 25-jährige retrospektive Kohortenstudie aus Pakistan untersuchte den Einfluss einer kontinuierlichen Therapie mit Hydroxychloroquin (HCQ) auf den Schwangerschaftsverlauf bei Frauen mit systemischem Lupus erythematodes (SLE). Obwohl HCQ heute als wesentlicher Bestandteil der SLE-Therapie in der Schwangerschaft gilt, werden einzelne Schwangerschaftskomplikationen wie Frühgeburt, Präeklampsie oder intrauterine Wachstumsrestriktion weiterhin kontrovers diskutiert. In die Auswertung gingen 125 Schwangerschaften ein, wobei die meisten Frauen ihre Schwangerschaft in einer Remissionsphase begonnen hatten. Insgesamt traten Krankheitsschübe bei knapp 69 % der Patientinnen auf, überwiegend im dritten Trimenon. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine fortgesetzte HCQ-Therapie während der Schwangerschaft mit günstigeren mütterlichen und fetalen Verläufen assoziiert sein kann, insbesondere wenn bereits vor der Konzeption eine stabile Krankheitsremission erreicht wurde. Auffällig war jedoch, dass fetale Herzblöcke ausschließlich in einer kleinen Zahl von Schwangerschaften ohne HCQ beobachtet wurden. Aufgrund der geringen Fallzahl lässt sich daraus jedoch kein belastbarer ursächlicher Zusammenhang ableiten. Die Autoren sehen ihre Daten als zusätzliche Unterstützung für die derzeitige Empfehlung, Hydroxychloroquin bei schwangeren Patientinnen mit SLE möglichst nicht abzusetzen, weisen jedoch darauf hin, dass größere prospektive Studien erforderlich sind, um den Einfluss auf einzelne Schwangerschaftskomplikationen sicher zu beurteilen.
Quelle:
Lupus. 2026 Apr;35(5):516-523. http://doi.org/10.1177/09612033261424329
Impact of hydroxychloroquine on pregnancy outcomes in systemic lupus erythematosus: A 25 years retrospective cohort study from Asia.
Anees F, Dur-E-Shahwar, Raza A.
Juli 17 2026
Pentoxifyllin beim generalisierten Granuloma anulare: Kandidat für eine Erstlinien-Systemtherapie? (NEWSBLOG 2026)
Das generalisierte Granuloma anulare verläuft häufig chronisch und spricht deutlich schlechter auf etablierte Therapien an als die lokalisierte Form. Eine retrospektive US-amerikanische Studie untersuchte nun Krankheitsverlauf, Begleiterkrankungen und Therapieergebnisse bei 102 Patienten und identifizierte Pentoxifyllin als vielversprechende steroidsparende Behandlungsoption. Patienten mit generalisiertem Granuloma anulare wiesen überdurchschnittlich häufig Typ-2-Diabetes, Hypothyreose und Autoimmunerkrankungen auf. Gleichzeitig waren ein höherer Komorbiditätsgrad und drei oder mehr Begleiterkrankungen mit einer längeren Krankheitsdauer assoziiert. Im Vergleich zur lokalisierten Form waren beim generalisierten Granuloma annulare deutlich mehr Therapieversuche erforderlich, zudem traten Therapieversagen häufiger auf. Unter Pentoxifyllin wurde bei 64 % der Patienten mit generalisiertem Granuloma annulare ein klinisches Ansprechen erreicht. Damit schnitt die Therapie in dieser Kohorte besser ab als Hydroxychloroquin oder topische Kortikosteroide. Die Autoren sehen Pentoxifyllin daher als potenziellen Kandidaten für eine frühzeitige systemische Behandlung therapieresistenter Verläufe. Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns und der monozentrischen Datenerhebung sollten die Ergebnisse jedoch zunächst in prospektiven multizentrischen Studien bestätigt werden.
Quelle:
J Drugs Dermatol. 2026 Feb 1;25(2):154-158. http://doi.org/10.36849/JDD.9304
Pentoxifylline as a Steroid-Sparing Agent in Granuloma Annulare: A Rural Retrospective Study.
Snider W, Fleshman T, Hicks R, Hahn L, Depew I, Cook S.
Juli 16 2026
CH50 könnte neuer Biomarker für Antihistaminika-Resistenz bei chronischer spontaner Urtikaria werden (NEWSBLOG 2026)
Bei der chronischen spontanen Urtikaria sprechen zahlreiche Patienten unzureichend auf Antihistaminika an. Eine spanische Beobachtungsstudie identifiziert nun die Gesamtaktivität des Komplementsystems (CH50) als vielversprechenden Biomarker für Krankheitsaktivität und Therapieresistenz. Untersucht wurden 180 Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria sowie 45 gesunde Kontrollpersonen. Erhöhte CH50-Werte waren mit einer stärkeren Krankheitsaktivität, längerer Erkrankungsdauer sowie erhöhten D-Dimer- und Anti-TPO-IgG-Spiegeln assoziiert. Besonders bemerkenswert war die enge Beziehung zwischen hohen CH50-Werten und einer fehlenden Wirksamkeit von Antihistaminika der zweiten Generation. Der CH50-Test sagte eine Antihistaminika-Resistenz mit einer hohen diagnostischen Genauigkeit voraus und übertraf etablierte Marker wie D-Dimer, C4 oder den UAS7. Dagegen bestand kein Zusammenhang zwischen CH50 und dem Ansprechen auf Omalizumab. Die Autoren sehen im kostengünstigen und breit verfügbaren CH50-Test einen potenziellen Biomarker, der künftig helfen könnte, Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria frühzeitig zu stratifizieren und eine individuellere Therapieplanung zu ermöglichen. Vor einer breiten klinischen Anwendung sind jedoch prospektive multizentrische Validierungsstudien erforderlich.
Quelle:
Int J Dermatol. 2026 Feb 15. http://doi.org/10.1111/ijd.70339
CH50 as a Clinically Useful Biomarker of Disease Activity and Antihistamine Resistance in Chronic Spontaneous Urticaria: An Observational Ambispective Single-Center Study.
Planella-Fontanillas N, Berna-Rico E, Pesqué D, Andrades E, Sánchez S, Torres-Bosó P, Gimeno R, Gallardo F, Pujol RM, Giménez-Arnau AM.
Juli 15 2026
Melanom ohne nachweisbaren Primärtumor weist UV-typisches Mutationsprofil auf (NEWSBLOG 2026)
Das Melanom mit unbekanntem Primärtumor (melanoma of unknown primary, MUP) macht bis zu 10 % aller metastasierten Melanome aus. Seine Entstehung ist seit langer Zeit Gegenstand kontroverser Diskussionen. Eine große multizentrische deutsche Kohortenstudie liefert nun deutliche Hinweise darauf, dass MUP biologisch dem klassischen kutanen Melanom sonnenexponierter Haut entspricht. Analysiert wurden 727 Patienten mit MUP und 587 Patienten mit Melanom bekannten kutanen Ursprungs. Nach Anpassung für Alter, Geschlecht und Tumorstadium unterschieden sich die Gesamtüberlebensraten beider Gruppen nicht. Die molekulargenetischen Untersuchungen zeigten ein charakteristisches UV-induziertes Mutationsmuster mit häufigen C>T- und CC→TT-Veränderungen. Zudem fanden sich typische Treibermutationen, darunter BRAF-V600E-Mutationen bei 39 %, NRAS-Mutationen bei 34 %, TERT-Promotermutationen bei 66 % sowie RAC1-P29S-Mutationen bei 6 % der untersuchten Tumoren. Aktivierende KIT-Mutationen wurden hingegen nicht nachgewiesen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Melanome ohne nachweisbaren Primärtumor überwiegend aus sonnenexponierter Haut stammen und der Primärtumor vermutlich spontan regressiert ist oder klinisch unbemerkt blieb. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass Patienten mit MUP eine vergleichbare Prognose wie Patienten mit metastasierten kutanen Melanomen bekannten Ursprungs haben und daher nach denselben therapeutischen Prinzipien behandelt werden können.
Quelle:
Br J Dermatol. 2026 Apr 17;194(5):843-853. http://doi.org/10.1093/bjd/ljaf499
Melanoma of unknown primary shows an oncogenic pattern and clinical course of sun-exposed melanoma.
Lodde G, Dollani J, Galetzka W, Mohr P, Meier F, Gutzmer R, Weichenthal M, Utikal J, Herbst R, Leiter U, Pföhler C, Schilling B, Terheyden P, Berking C, Sucker A, Stang A, Rambow F, Tilkorn D, Roesch A, Zaremba A, Zimmer L, Tasdogan A, Schadendorf D, Ugurel S, Griewank K, Livingstone E.
Juli 14 2026
Neonatale Herpes-simplex-Infektion kann mit ausgedehntem epidermalem Hautverlust bei Geburt imponieren (NEWSBLOG 2026)
Eine britische Fallserie macht auf ein bislang wenig bekanntes Erscheinungsbild der neonatalen Herpes-simplex-Virus-(HSV)-Infektion aufmerksam. Die Autoren berichten über vier Neugeborene, bei denen bereits bei der Geburt ein ausgeprägter epidermaler Hautverlust als Erstmanifestation einer disseminierten HSV-Infektion vorlag. Drei der Kinder zeigten ein nahezu identisches klinisches Bild mit einem Verlust der Epidermis auf rund 80 % der Körperoberfläche, wobei Hände, Füße sowie jeweils einzelne Areale im Gesichts- oder Kopfbereich ausgespart blieben. Das vierte Neugeborene wies ein ähnliches, jedoch weniger ausgeprägtes Verteilungsmuster auf. Die Fallserie verdeutlicht, dass ein großflächiger kongenitaler Hautverlust nicht ausschließlich an genetische Blasenbildner wie die Epidermolysis bullosa denken lässt. Auch eine disseminierte neonatale Herpes-simplex-Infektion sollte differenzialdiagnostisch frühzeitig berücksichtigt werden, da eine rasche Diagnosestellung und der sofortige Beginn einer antiviralen Therapie entscheidend für die Prognose sind. Die Autoren sehen in diesem charakteristischen Verteilungsmuster einen wichtigen klinischen Hinweis, der helfen könnte, diese seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Manifestation früher zu erkennen.
Quelle:
Pediatr Dermatol. 2026 Feb 11. http://doi.org/10.1111/pde.70144
Neonatal Herpes Simplex Infection With Extensive Congenital Epidermal Skin Loss: A Report of Four Cases.
McSwiney NT, Vaughan E, Phillips A, Newell L, Wainman H, Lopez Balboa P, Martinez AE, Wardle SP, Ravenscroft JC.
Juli 13 2026
Chemoprävention von Keratinozytenkarzinomen: Sonnenschutz bleibt Standard, Nicotinamid und 5-Fluorouracil überzeugen mit Evidenz (NEWSBLOG 2026)
Eine systematische Übersichtsarbeit hat erstmals ausschließlich randomisierte Studien zur Chemoprävention von Keratinozytenkarzinomen und aktinischen Keratosen bei immunkompetenten Erwachsenen ausgewertet. Insgesamt wurden elf randomisierte Studien mit 7.355 Teilnehmern analysiert. Die stärkste Evidenz zeigte sich weiterhin für den täglichen Sonnenschutz: In mehreren Studien verringerte eine regelmäßige Anwendung die Zahl aktinischer Keratosen um 24–51 % und reduzierte zudem das Risiko für Plattenepithelkarzinome signifikant. Auch Nicotinamid erwies sich als wirksame Präventionsstrategie und senkte die Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen um etwa 30 % sowie die Zahl aktinischer Keratosen um 13–35 %. Topisches 5-Fluorouracil reduzierte das Auftreten superfizieller Basalzellkarzinome um 59 % und unterstreicht damit den Stellenwert einer gezielten Feldtherapie bei chronisch lichtgeschädigter Haut. Für orale Retinoide ergab sich hingegen kein konsistenter präventiver Nutzen, gleichzeitig traten häufig unerwünschte Wirkungen auf. Auch Difluormethylornithin (DFMO) konnte trotz einer Reduktion der Basalzellkarzinome aufgrund einer hohen Rate persistierender Hörstörungen nicht überzeugen. Die Autoren sehen daher den konsequenten Sonnenschutz weiterhin als wichtigste Maßnahme der Hautkrebsprävention. Nicotinamid und topisches 5-Fluorouracil stellen nach der aktuellen Evidenz vielversprechende Ergänzungen für ausgewählte Risikopatienten dar, während für Retinoide und DFMO derzeit keine Empfehlung für den routinemäßigen Einsatz ausgesprochen werden kann.
Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2026 Feb 11. http://doi.org/10.1093/ced/llag073
Chemoprevention of Keratinocyte Carcinomas and Actinic Keratoses in Immunocompetent Patients: A Systematic Review.
Susanto A, Morgan E, Lindsay D, Collins LG.
Juli 12 2026
Grüne Bohnen als überraschender Therapieansatz bei irritativer Windeldermatitis (NEWSBLOG 2026)
Die irritative Windeldermatitis gehört zu den häufigsten Hautproblemen auf neonatologischen Intensivstationen. Besonders anhaltende Durchfälle oder chronisch weiche Stühle erschweren die Behandlung und können trotz konsequenter lokaler Therapie zu schmerzhaften Erosionen führen. Eine Arbeitsgruppe aus den USA beschreibt nun einen ungewöhnlichen, aber praxisnahen Therapieansatz: pürierte grüne Bohnen wurden der enteralen Ernährung als natürliche Ballaststoffquelle zugesetzt, um die Stuhlkonsistenz zu verbessern und den Hautkontakt mit aggressivem Stuhl zu reduzieren. Nach Angaben der Autoren führte diese einfache Ernährungsmaßnahme zu einer deutlichen Besserung der irritativen Windeldermatitis und erwies sich als sichere, leicht umsetzbare und nicht topische Ergänzung der Standardtherapie. Der Ansatz greift damit nicht an der Haut selbst, sondern an einer wesentlichen Ursache der Erkrankung an. Auch wenn die bisherigen Daten noch auf klinischen Erfahrungen beruhen und kontrollierte Studien fehlen, eröffnet die Arbeit einen interessanten, ursachenorientierten Behandlungsansatz für persistierende Windeldermatitiden bei Neugeborenen mit chronisch weichen Stühlen.
Quelle:
Pediatr Dermatol. 2026 Feb 16. http://doi.org/10.1111/pde.70163
Enteral Green Beans in the Management of Neonatal Irritant Diaper Dermatitis.
Chiou A, Tufte L, Mahoney M, Boull C.
Juli 08 2026
JAK-Inhibitoren können Epikutantest-Reaktionen abschwächen (NEWSBLOG 2026)
Januskinase-(JAK)-Inhibitoren werden zunehmend zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen eingesetzt. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit weist nun darauf hin, dass diese Medikamente die Aussagekraft von Epikutantests erheblich beeinflussen könnten. In die Analyse gingen acht Studien ein, überwiegend mit Patienten, die gleichzeitig an atopischer Dermatitis und allergischer Kontaktdermatitis litten. Die meisten Untersuchungen verglichen Epikutantests vor und während einer Behandlung mit JAK-Inhibitoren, wobei Upadacitinib am häufigsten untersucht wurde, gefolgt von Abrocitinib, Tofacitinib und Baricitinib. Während der Therapie wurden bei fast 72 % der Patienten zuvor positive Epikutantests vollständig negativ. Bei den übrigen Patienten nahm zumindest die Zahl oder Intensität der positiven Reaktionen deutlich ab. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass JAK-Inhibitoren die zelluläre Immunantwort, auf der der Epikutantest beruht, relevant unterdrücken können. Für die klinische Praxis bedeutet dies, dass negative oder abgeschwächte Epikutantest-Ergebnisse unter laufender JAK-Inhibitor-Therapie mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Besteht weiterhin ein starker Verdacht auf eine allergische Kontaktdermatitis, könnte eine Testung vor Therapiebeginn oder – sofern medizinisch vertretbar – nach einer Therapiepause die diagnostische Aussagekraft verbessern. Aufgrund der bislang begrenzten Datenlage sind jedoch weitere prospektive Studien erforderlich.
Quelle:
Dermatitis. 2026 Feb 17. http://doi.org/10.1177/17103568261415887
Janus Kinase Inhibitors' Effect on Patch Testing: A Systematic Review.
Gratz BW, Chung S, Hussain AN.
Juli 06 2026
Metronidazol-Gel zeigt Wirksamkeit bei leichter chronischer Paronychie (NEWSBLOG 2026)
Die chronische Paronychie gehört zu den häufigen entzündlichen Erkrankungen des Nagelwalls und verläuft oft über Monate mit wiederkehrenden Schüben, Schmerzen und funktionellen Einschränkungen. Trotz der hohen klinischen Relevanz stehen bislang nur wenige einfach anzuwendende und evidenzbasierte Therapieoptionen zur Verfügung. Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie untersuchte nun die Wirksamkeit und Sicherheit eines 0,75%igen Metronidazol-Gels bei Patienten mit leichter chronischer Paronychie. Hintergrund der Untersuchung ist die Erkenntnis, dass sich das bakterielle Milieu im Krankheitsverlauf verändert: Während frühe und milde Stadien überwiegend von aeroben Bakterien geprägt sind, nimmt in schwereren Verläufen der Anteil anaerober Keime zu. Da Metronidazol gezielt gegen anaerobe Mikroorganismen wirkt, könnte eine frühzeitige Behandlung das entzündliche Geschehen günstig beeinflussen. Die Studie liefert damit erstmals hochwertige klinische Evidenz für einen Therapieansatz, der bislang vor allem auf empirischer Erfahrung beruhte. Sollte sich die Wirksamkeit bestätigen, könnte topisches Metronidazol eine gut verträgliche, nichtinvasive Behandlungsoption für Patienten mit leichter chronischer Paronychie darstellen.
Quelle:
J Am Acad Dermatol. 2026 Feb 13. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2026.02.031
Efficacy and safety of 0.75% metronidazole gel in patients with mild chronic paronychia: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial.
Mai S, Chen Y, Lu Y, Mio W, Yang L, Peng X, Huang D, Zhong H, Li J, He M, Ma H.