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Zuletzt geändert von Administrator am 2025/12/23 13:40

März 14 2026

GLP-1-Rezeptoragonisten reduzieren Operationen und Hospitalisierungen bei Acne inversa (NEWSBLOG 2026)

Die Acne inversa / Hidradenitis suppurativaist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die häufig mit Adipositas und Typ-2-Diabetes mellitus assoziiert ist. Glucagon-Like-Peptide-1-Rezeptoragonisten werden primär zur Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt und zeichnen sich durch effektive Blutzuckerkontrolle sowie Gewichtsreduktion aus. Darüber hinaus mehren sich Hinweise auf antiinflammatorische Effekte dieser Substanzklasse, was ihr Potenzial für entzündliche Dermatosen in den Fokus rückt. In einer multizentrischen Kohortenanalyse auf Basis der TriNetX-Datenbank untersuchten die Autoren, ob die Verordnung von GLP-1-Rezeptoragonisten bei Patienten mit Hidradenitis suppurativa mit einer geringeren Rate chirurgischer Eingriffe und Hospitalisierungen assoziiert ist. Nach Propensity-Score-Matching zeigte sich, dass behandelte Patienten signifikant seltener operative Abszesssanierungen benötigten und auch die Hospitalisierungsrate reduziert war im Vergleich zu Patienten ohne entsprechende Medikation. Die beobachtete Risikoreduktion spricht für einen möglichen krankheitsmodifizierenden Effekt, der über die metabolischen Vorteile hinausgeht. Auch wenn kausale Zusammenhänge aufgrund des Beobachtungsdesigns nicht abschließend belegt werden können, liefern die Daten einen weiteren Hinweis darauf, dass GLP-1-Rezeptoragonisten bei komorbiden Patienten mit Hidradenitis suppurativa einen zusätzlichen therapeutischen Nutzen entfalten könnten. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung metabolischer Therapieansätze im integrierten Management chronisch-entzündlicher Hauterkrankungen.

Quelle:
J Drugs Dermatol. 2025 Sep 1;24(9):869-874. http://doi.org/10.36849/jdd.8926.
Glucagon-Like Peptide-1 Receptor Agonists Reduce Surgeries and Hospitalizations in Hidradenitis Suppurativa: A Multicenter TriNetX Cohort Study.
Gupta N, Zafar K, Patel P, Kabakova M, Collins A, Ray M, Shayya A, McGinnis S, Kurtti A, Cohen M, Austin E, Derrick K, Glick S, Jagdeo J.

März 13 2026

Untersuchung zur Anwendung von Melatonin bei Kindern mit atopischer Dermatitis: Eine Querschnittsstudie (NEWSBLOG 2026)

Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Belastungsfaktoren bei Kindern mit atopischer Dermatitis und wirken sich erheblich auf Lebensqualität und Krankheitskontrolle aus. Vor diesem Hintergrund wird Melatonin als frei erhältliches Nahrungsergänzungsmittel zunehmend eingesetzt, doch zur tatsächlichen Nutzung und wahrgenommenen Wirksamkeit bei betroffenen Kindern lagen bislang nur begrenzte Daten vor. In einer Querschnittsstudie befragten die Autoren Betreuungspersonen von Kindern und Jugendlichen mit ärztlich diagnostizierter atopischer Dermatitis zu Melatoninanwendung, Ekzemschweregrad und Schlafqualität. Mehr als ein Viertel der Befragten berichtete über eine frühere Melatonineinnahme, etwa jeder zehnte Patient nutzte das Präparat aktuell. Am häufigsten wurden Gummipräparate verwendet, wobei Dosierungen und Produkte stark variierten. Nur ein Teil der Anwendungen erfolgte auf ärztliche Empfehlung, während viele Eltern die Einnahme eigenständig oder auf Rat aus dem persönlichen Umfeld beziehungsweise aus Onlinequellen initiierten. Melatonin wurde häufiger bei Kindern mit zusätzlichen psychischen oder Verhaltensauffälligkeiten eingesetzt. Ältere Kinder, die Melatonin erhielten, wiesen im Mittel stärkere Schlafstörungen auf als Nichtanwender. Die Einschätzung der Wirksamkeit fiel heterogen aus: Während ein Teil der Eltern eine deutliche oder zumindest moderate Verbesserung des Schlafs angab, berichtete ein beträchtlicher Anteil über geringen oder keinen Nutzen. Ähnlich zurückhaltend wurde der Effekt auf nächtlichen Juckreiz bewertet. Die Ergebnisse verdeutlichen die weite Verbreitung von Melatonin im Kontext der atopischen Dermatitis, bei gleichzeitig uneinheitlicher wahrgenommener Wirksamkeit und fehlenden Langzeitdaten zur Sicherheit. Die Autoren sehen daher einen klaren Bedarf an kontrollierten Studien, um den Stellenwert von Melatonin im therapeutischen Gesamtkonzept der pädiatrischen atopischen Dermatitis evidenzbasiert zu definieren.

Quelle:
Pediatr Dermatol. 2025 Nov-Dec;42(6):1156-1162. http://doi.org/10.1111/pde.70041.
Investigating the Use of Melatonin in Children With Atopic Dermatitis: A Cross-Sectional Study.
Lee S, Kim EJ, LeBovidge J, Aigbekaen I, Berbert L, Schneider L, Ho T.

März 11 2026

Polyomavirus-Antikörper zur Erkennung von Rezidiven beim Merkelzellkarzinom (NEWSBLOG 2026)

Das Merkelzellkarzinom ist ein aggressiver Hauttumor, der in der Mehrzahl der Fälle mit dem Merkelzell-Polyomavirus assoziiert ist und bei etwa 40 % der Patienten rezidiviert. Ein Teil der Betroffenen bildet Antikörper gegen virale Onkoproteine, deren Titer mit der Tumorlast korrelieren. In einer prospektiven Kohortenstudie mit 503 Patienten untersuchten die Autoren den Stellenwert dieser Antikörperbestimmung zur frühen Erkennung eines ersten Rezidivs im klinischen Alltag. Insgesamt wurden über 1400 Serumanalysen durchgeführt, knapp die Hälfte der Patienten war seropositiv. Nach abgeschlossener Therapie sanken die Antikörpertiter bei rezidivfreien Patienten im Mittel kontinuierlich ab. Fielen die Titer oder waren negativ, lag die Wahrscheinlichkeit, in den folgenden drei Monaten rezidivfrei zu bleiben, bei über 99 %. Demgegenüber war ein Anstieg des Antikörpertiters mit einem deutlich erhöhten Rezidivrisiko assoziiert, das im Verlauf weiter zunahm. In mehr als der Hälfte der Fälle ging ein steigender Titer der klinischen oder bildgebenden Rezidivdiagnose zeitlich voraus, mit einem medianen Vorlauf von mehreren Monaten. Die Daten sprechen dafür, dass fallende oder negative Antikörpertiter eine hohe negative Vorhersagekraft besitzen und unter Umständen die Notwendigkeit routinemäßiger Bildgebung reduzieren könnten. Umgekehrt sollte ein Anstieg der Antikörperspiegel Anlass zu einer engmaschigen Nachsorge geben, da hierdurch ein Rezidiv früher erkannt und eine Therapie zeitnah eingeleitet werden kann.

Quelle:
JAMA Dermatol. 2025 Nov 1;161(11):1132-1139. http://doi.org/10.1001/jamadermatol.2025.3155.
Polyomavirus Antibodies for Merkel Cell Carcinoma Recurrence Detection.
Gunnell L, Hippe DS, Park SY, Fu A, Akaike T, Lachance K, Cahill K, Doolittle-Amieva C, Nghiem P.

März 10 2026

Lebend-Zoster-Impfung und reduziertes Risiko chronischer Atemwegserkrankungen (NEWSBLOG 2026)

Neben dem Schutz vor Herpes zoster werden für die Lebend-Zoster-Impfung zunehmend weitere potenzielle Gesundheitseffekte diskutiert. In einer groß angelegten populationsbasierten Analyse aus Südkorea untersuchten die Autoren, ob die Impfung bei Personen ab 50 Jahren mit einem verringerten Risiko für chronische Atemwegserkrankungen assoziiert ist. Grundlage war eine emulierte Zielstudie unter Nutzung verknüpfter nationaler Versicherungs-, Vorsorge- und Impfregisterdaten mit über 2,5 Millionen Teilnehmern. Nach statistischer Gewichtung zur Angleichung der Gruppen wurden Geimpfte und Nichtgeimpfte hinsichtlich der Neuerkrankungsraten an chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Asthma und interstitieller Lungenerkrankung sowie entsprechender Hospitalisierungen verglichen. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Risikoreduktion für alle untersuchten Atemwegserkrankungen bei geimpften Personen. Auch Krankenhausaufnahmen im Zusammenhang mit diesen Diagnosen traten seltener auf. Der protektive Effekt war bei Nichtrauchern ausgeprägter als bei aktiven Rauchern und zeigte sich besonders deutlich innerhalb der ersten zwei Jahre nach Impfung, blieb jedoch über mehrere Jahre hinweg nachweisbar. Die Daten legen nahe, dass die Lebend-Zoster-Impfung über die Prävention von Gürtelrose hinaus mit einer verminderten Inzidenz chronischer Atemwegserkrankungen verbunden sein könnte. Damit ergeben sich potenziell zusätzliche Public-Health-Effekte für die Altersgruppe ab 50 Jahren, wenngleich residuale Störfaktoren in Beobachtungsstudien nicht vollständig ausgeschlossen werden können.

Quelle:
Allergy. 2025 Sep 18. http://doi.org/10.1111/all.70056.
Live Zoster Vaccination and the Reduced Risk of Chronic Respiratory Diseases: An Emulated Target Trial.
Kim TH, Lee K, Cho J, Oh J, Lee S, Smith L, Branda F, Jung J, Lee J, Lee H, Yon DK.

März 09 2026

Bakterielle Hautkolonisation und systemische Antibiotikatherapie bei Patienten mit kutanem T-Zell-Lymphom (NEWSBLOG 2026)

Bakterielle Besiedlung der Haut, insbesondere durch Staphylococcus aureus, wird bei Patienten mit primär kutanem T-Zell-Lymphom häufig beobachtet, ihre prognostische Bedeutung ist jedoch unklar. In einer retrospektiven Analyse von 113 Patienten, die über einen Zeitraum von 14 Jahren mittels Hautabstrichen untersucht wurden, evaluierten die Autoren Risikofaktoren für eine bakterielle Kolonisation und analysierten den Einfluss sowohl der Besiedlung als auch einer systemischen Antibiotikatherapie auf das Gesamtüberleben. Drei Viertel der Patienten wiesen eine bakterielle Hautkolonisation auf, wobei Staphylococcus aureus den größten Anteil ausmachte. Als stärkster unabhängiger Risikofaktor erwiesen sich ulzerierte Hautläsionen. In univariaten Analysen zeigten zudem fortgeschrittene Krankheitsstadien, das Vorliegen von Tumorläsionen, Erythrodermie sowie hämatologische Auffälligkeiten wie Lymphopenie und Eosinophilie eine Assoziation mit positiven Hautkulturen. In der multivariaten Überlebensanalyse ergab sich jedoch kein signifikanter Zusammenhang zwischen bakterieller oder Staphylococcus-aureus-Kolonisation und dem Gesamtüberleben. Ebenso führte eine kurzfristige systemische Antibiotikatherapie zu keiner messbaren Prognoseverbesserung. Die Daten aus dieser asiatischen Patientenkohorte sprechen somit gegen einen direkten Einfluss der bakteriellen Hautbesiedlung auf die Prognose des kutanen T-Zell-Lymphoms und stellen den routinemäßigen Einsatz systemischer Antibiotika ohne klare klinische Indikation infrage.

Quelle:
J Dtsch Dermatol Ges. 2025 Sep 19. http://doi.org/10.1111/ddg.15865.
Bacterial skin colonization and systemic antibiotic treatment in patients with cutaneous T-cell lymphoma.
Wang H, Li S, Wen Y, Chen Z, Lyu B, Wang Y, Sun J.

März 08 2026

Ein allergiebasierter Ansatz bei orofazialer Granulomatose (NEWSBLOG 2026)

Der Zusammenhang zwischen orofazialer Granulomatose und allergischen Mechanismen wird zunehmend diskutiert, insbesondere im Hinblick auf Kontaktallergien und potenzielle diätetische Trigger. In einer narrativen Übersichtsarbeit analysierten die Autoren systematisch die verfügbare Literatur zum Einfluss von Allergenvermeidung bei Patienten mit orofazialer Granulomatose. Insgesamt wurden 46 Studien ausgewertet, darunter Fallberichte, Fallserien, kleinere Interventionsstudien und prospektive Kohortenuntersuchungen. Epikutantestungen wurden bei einem Teil der Patienten durchgeführt, wobei unter den identifizierten Kontaktallergenen insbesondere Zimtbestandteile, Benzoesäure, pflanzenhaltige Produkte, Metalle wie Nickel oder Quecksilber sowie Duftstoffe berichtet wurden. Wurde eine gezielte Allergenvermeidung oder Eliminationsdiät umgesetzt, berichtete ein Großteil der Patienten über eine zumindest partielle klinische Besserung. Eine standardisierte, validierte Bewertungsskala für die unterschiedlichen Manifestationen der orofazialen Granulomatose existiert bislang jedoch nicht, sodass die Einschätzung des Therapieerfolgs überwiegend auf ärztlichen und patientenberichteten Parametern beruhte. Die Autoren sehen in der Kombination aus Epikutantestung und konsequenter Allergenvermeidung einen pragmatischen Baustein im multimodalen Management, insbesondere bei therapieresistenten Verläufen. Gleichzeitig betonen sie den Mangel an kontrollierten Studien und fordern methodisch robuste Untersuchungen, um die tatsächliche Bedeutung allergischer Trigger und diätetischer Interventionen evidenzbasiert zu klären.

Quelle:
Dermatitis. 2025 Sep 19. http://doi.org/10.1177/17103568251378523.
An Allergy-Based Approach to Orofacial Granulomatosis: A Narrative Review.
Sahni VN, Yim R, Amanullah A, Sahni D, Powell D, deShazo R, Rhoads JLW, Clarke JT, Hansen CB, Zone JJ, Hull CM, Hopkins ZH.

März 07 2026

Schnitzler-Syndrom ohne monoklonale Gammopathie (NEWSBLOG 2026)

Das Schnitzler-Syndrom ist eine seltene autoinflammatorische Erkrankung, die klassischerweise durch eine chronische urtikarielle Hauterkrankung, Fieber, Knochen- oder Gelenkschmerzen sowie eine monoklonale IgG- oder IgM-Gammopathie gekennzeichnet ist. Die monoklonale Gammopathie gilt bislang als obligates Diagnosekriterium nach den Straßburger Kriterien. In einer systematischen Übersichtsarbeit analysierten die Autoren jedoch Fälle eines Schnitzler-ähnlichen Syndroms, bei dem die klinischen Hauptmerkmale vorlagen, jedoch initial keine monoklonale Gammopathie nachweisbar war, und ergänzten die Auswertung durch einen eigenen Fallbericht. In die Analyse flossen insgesamt 18 Patienten ein. Ein Großteil der Betroffenen war männlich, das mediane Erkrankungsalter lag im mittleren Erwachsenenalter. Bei der Mehrzahl bestand dauerhaft keine nachweisbare monoklonale Gammopathie, während bei einem kleineren Anteil diese erst im Verlauf auftrat. Therapeutisch kamen unterschiedliche Strategien zum Einsatz, darunter Antihistaminika, systemische Kortikosteroide und verschiedene immunsuppressive oder immunmodulatorische Substanzen. Besonders bemerkenswert war das Ansprechen auf Interleukin-1-Inhibitoren: Unter Anakinra erreichte nahezu die gesamte behandelte Patientengruppe eine vollständige Remission. Die Ergebnisse stellen die bisherige Auffassung infrage, dass eine monoklonale Gammopathie zwingend für die Diagnose erforderlich ist, und regen eine Neubewertung der diagnostischen Kriterien an. Eine frühzeitige Identifikation dieser Patienten und der rasche Einsatz von Interleukin-1-blockierenden Therapien könnten entscheidend für eine effektive Krankheitskontrolle sein.

Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2025 Dec 23;51(1):14-20. http://doi.org/10.1093/ced/llaf403.
Schnitzler syndrome without monoclonal gammopathy: a systematic review and case presentation.
Zhu C, Martinez-Jaramillo E, Ben-Shoshan M, Netchiporouk E, Chergui M, Fein M.

März 06 2026

Rosazea unter Deucravacitinib: Eine australische Fallserie (NEWSBLOG 2026)

Deucravacitinib ist ein selektiver oraler Tyrosinkinase-2-Inhibitor zur Behandlung der Plaque-Psoriasis und gilt grundsätzlich als gut verträglich, wobei bislang vor allem Akne und Follikulitis als häufige kutane Nebenwirkungen beschrieben wurden. In einer australischen Fallserie berichten die Autoren jedoch über sieben Patienten, die nach Beginn der Therapie eine typische papulopustulöse Rosazea entwickelten. Obwohl bei den meisten Betroffenen eine klinische Besserung der Psoriasis erzielt wurde, führte die Ausprägung und subjektive Belastung durch die Rosazea in allen Fällen zum Absetzen des Medikaments. Die Beobachtungen verdeutlichen, dass Rosazea als potenziell relevante unerwünschte Wirkung von Deucravacitinib auftreten kann und die Therapietoleranz erheblich beeinflusst. Für die Praxis bedeutet dies, dass neu auftretende entzündliche Gesichtsläsionen unter TYK2-Inhibition differenzialdiagnostisch sorgfältig bewertet werden sollten, um frühzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen und Therapieentscheidungen individuell anzupassen.

Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2025 Nov 25;50(12):2482-2485. http://doi.org/10.1093/ced/llaf418.
TYK-ed off by rosacea: an Australian case series of rosacea associated with deucravacitinib.
Warren Z, West C, Sander C, Lai FYX.

März 04 2026

Analyse von IgG-Antikörpern gegen parodontopathogene Bakterien im Serum von Patienten mit palmoplantarer Pustulose und Parodontitis (NEWSBLOG 2026)

Odontogene Infektionen werden seit Längerem als möglicher Risikofaktor für die palmoplantare Pustulose diskutiert. Vorangegangene Untersuchungen des oralen Mikrobioms hatten bei Betroffenen erhöhte Anteile von Prevotella-Spezies gezeigt, einer Bakteriengattung, die typischerweise in tiefen parodontalen Taschen nachweisbar ist. In der vorliegenden Studie analysierten die Autoren die Serum-IgG-Antikörpertiter gegen parodontopathogene Keime bei Patienten mit Parodontitis und gleichzeitiger palmoplantarer Pustulose und verglichen diese mit Parodontitispatienten ohne systemische Begleiterkrankung. Zusätzlich wurde geprüft, ob Zusammenhänge zwischen den Antikörpertitern und klinischen Entzündungsparametern wie dem Blutungsindex beim Sondieren sowie der entzündeten parodontalen Oberfläche bestehen. Während sich die klassischen parodontalen Entzündungsmarker zwischen beiden Gruppen nicht signifikant unterschieden, zeigten Patienten mit palmoplantarer Pustulose signifikant erhöhte IgG-Titer gegen Prevotella intermedia. Darüber hinaus korrelierte das Ausmaß der entzündeten parodontalen Oberfläche in dieser Gruppe signifikant mit der Höhe der Anti-Prevotella-intermedia-Antikörper. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine Infektion mit Prevotella intermedia bei Parodontitispatienten mit palmoplantarer Pustulose häufiger vorkommt und möglicherweise an der Pathogenese der Hauterkrankung beteiligt ist. Damit erhärtet sich die Hypothese einer oralen Entzündungsquelle als systemischer Triggerfaktor, was interdisziplinäre Behandlungsansätze zwischen Dermatologie und Zahnmedizin weiter in den Fokus rückt.

Quelle:
J Dermatol. 2025 Dec;52(12):1811-1818. http://doi.org/10.1111/1346-8138.17939.
An Analysis of IgG Antibody to Periodontopathic Bacteria in Serum of Palmoplantar Pustulosis Patients With Periodontitis.
Murai O, Chiba M, Suzuki K, Suwabe K, Sasaki D, Akasaka T, Yaegashi T.

März 02 2026

Mittelmeerdiät bei Patienten mit Psoriasis (NEWSBLOG 2026)

Die Rolle der Ernährung in der Therapie der Psoriasis wird seit Jahren intensiv diskutiert, belastbare randomisierte Studien fehlten jedoch bislang weitgehend. In der MEDIPSO-Studie untersuchten die Autoren, ob eine strukturierte Mittelmeerdiät über 16 Wochen die Krankheitsaktivität bei Erwachsenen mit milder bis moderater Psoriasis unter stabiler topischer Therapie beeinflussen kann. In der offenen, randomisierten Studie wurden die Teilnehmer entweder einem diätetisch begleiteten Mittelmeerdiät-Programm mit individueller Beratung, Schulungsmaterialien und regelmäßiger Bereitstellung von nativem Olivenöl extra oder einer Kontrollgruppe mit allgemeiner fettarmer Ernährungsempfehlung ohne intensive Betreuung zugeteilt. Primärer Endpunkt war die Veränderung des Psoriasis Area and Severity Index nach 16 Wochen. Die Interventionsgruppe zeigte eine deutliche und statistisch signifikante Reduktion der Krankheitsaktivität, während sich in der Kontrollgruppe keine relevante Veränderung ergab. Fast die Hälfte der Patienten in der Mittelmeerdiät-Gruppe erreichte eine mindestens 75-prozentige Verbesserung des PASI, wohingegen dies in der Kontrollgruppe nicht beobachtet wurde. Zusätzlich verbesserten sich metabolische Parameter, insbesondere der HbA1c-Wert, signifikant zugunsten der Interventionsgruppe. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine konsequent umgesetzte Mittelmeerdiät entzündungsmodulierende Effekte entfalten und als adjuvante Maßnahme die klinische Kontrolle der Psoriasis verbessern kann. Angesichts der bekannten kardiometabolischen Begleiterkrankungen bei Psoriasis erscheint dieser Ansatz nicht nur dermatologisch, sondern auch systemisch relevant und unterstützt die Integration strukturierter Ernährungskonzepte in multimodale Therapiestrategien.

Quelle:
JAMA Dermatol. 2025 Dec 1;161(12):1215-1223. http://doi.org/10.1001/jamadermatol.2025.3410.
Mediterranean Diet and Patients With Psoriasis: The MEDIPSO Randomized Clinical Trial.
Perez-Bootello J, Berna-Rico E, Abbad-Jaime de Aragon C, Goni L, Vazquez-Ruiz Z, Neria F, Cova-Martin R, Naharro-Rodriguez J, Ballester-Martinez A, Pindado-Ortega C, Monge D, Blauvelt A, Jaen P, Mehta N, Gelfand JM, Martinez-Gonzalez MA, Gonzalez-Cantero Á.

Erstellt von Administrator am 2005/01/28 16:50
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