Toxic-Shock-Syndrom (TSS)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2019/02/02 21:53

Toxic-Shock-Syndrom (TSS)

Def: vital gefährdendes Krankheitsbild durch Überflutung mit dem Staphylokokkentoxin TSST-1, das von einem extrakutanen Fokus aus freigesetzt wird

Vork: - früher bevorzugt jüngere Frauen am Ende der Regelblutung und bei Gebrauch von Tampons

- heute auch bei Männern im Rahmen von rel. banalen Abszessen oder Einbringung von Fremdkörpern in Wundhöhlen

Note: Die Staphylokokken müssen vor der körpereigenen Abwehr geschützt proliferieren können.

Pg: Das Staphylokokkentoxin TSST-1 stimuliert Makrophagen zur Mediatorausschüttung (IL, TNF) und führt als Superantigen zur massiven T-Zell-Stimulierung

KL: - Hautveränderungen

Bef: stammbetontes makulöses bzw. skarlatiniformes Exanthem mit groblamellärer palmoplantarer Schuppung

- Allgemeinsymptome

Bef: Fieber, Hypotonie, Erbrechen, Myalgien, Diarrhoe, Bewusstseinstrübung

Kopl: - septischer Schock

- toxische Hepatitis

- toxische Enzephalitis

- toxische Myolyse

- Niereninsuffizienz

Lab: - Hämatologie, klinische Chemie und Gerinnung

- Blutkulturen

Erg: meist negativ, da es sich beim TSS um einen Exotoxinschock handelt

- Myoglobinurie

DD: - Scharlach

- Kawasaki-Syndrom

- Masern

- Meningokokkensepis

- streptokokkenbedingtes toxisches Schocksyndrom

- Toxische epidermale Nekrolyse (TEN)

Th: Sanierung des Fokus (z. B. Abszessentleerung, Fremdkörperentfernung) und Flüssigkeitsersatz

Stoff: penicillinasefestes Penicillin

Bsp: z. B. Flucloxacillin

Phar: Staphylex®

Dos: 3x/Tag 1 g p.o. oder i.v.

Tags:
Erstellt von Thomas Brinkmeier am 2019/02/02 21:53
 

Artikelinhalt

©WIKIDERM GmbH • KontaktFAQImpressumNutzungsbedingungenDatenschutzerklärungFacebook