Rheumatisches Fieber

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2021/06/06 17:33

Rheumatisches Fieber

HV: - subkutane Knötchen

Bef: große, asymptomatische, nekrobiotische juxtaartikuläre Knoten

Lok: häufig am Ellbogen

- Erythema marginatum rheumaticum = Erythema anulare rheumaticum

Vork: nur bis 20% d. F. von rheumatischem Fieber

Bed: spezifisch, d. h. obligat mit rheumatischem Fieber assoziiert

Verl: rasch progressiv (Ausdehnung: bis 1 cm in 12 h)

Bef: bizarre, zartlinige Ringsegmente mit hoher Wanderungsgeschwindigkeit

Lok: Prädilektionsstelle: periumbilikal

- Erythema nodosum

Bed: unspezifisch (zählt nicht zu den Jones-Kriterien der American Heart Association)

Vork: seltener

Lok: Prädilektionsstelle: Unterschenkel

Di: Jones-Kriterien der American Heart Association:

- Hauptkriterien:

- Pankarditis

Th: Glukokortikoide (auch bei Kindern!)

KL: - Endocarditis verrucosa rheumatica

Pg: 2 Pathomechanismen:

- Ak reagieren mit sarkolemmalen AG (Tropomyosin, Myosin) kreuz

- Immunkomplexreaktion (Typ-III-Allergie)

Pa: wärzchenförmige Thromben als Auflagerung auf den Klappenrändern

Kopl: Bei rheumatischer Endokarditis tritt im Gegensatz zur bakteriellen Endokarditis keine Thrombembolie als Komplikation auf, da die Wärzchenthromben fest haftend sind

- Myokarditis

Pg: Immunkomplexreaktion der Aschoff-Knötchen (Typ-III-Allergie) [From Flickr, Copyrighted work available under ©]

- Perikarditis

- Polyarthritis

- Chorea minor Sydenham (gr. choreia = Tanz)

Vork: rheumatische Spätmanifestation nach Monaten, meist bei Kindern

Pg: kreuzreagierende Ak gegen Antigene des Nucleus caudatus et subthalamicus

KL: unkontrollierte Bewegungen der Hände (Ungeschicklichkeit der Kinder)

Prog: Rezidive sind möglich

- subkutane Knötchen

- Erythema marginatum = Erythema anulare rheumaticum

- Nebenkriterien

- Fieber (trotz Namensgebung kein Hauptkriterium)

- Arthralgie

- BSG u./o. CRP erhöht

- PQ-Verlängerung

- positive Eigenanamnese

Note: Die Diagnose des rheumatischen Fiebers ist wahrscheinlich bei

- vorangegangenem Streptokokkeninfekt

- Vorliegen von 2 Hauptkriterien oder 1 Haupt- und 2 Nebenkriterien

Lab: - Der wichtige Nachweis von Anti-Streptokokken-Antikörpern zählt nicht zu den Jones-Kriterien (weder Haupt- noch Nebenkriterium). Faustregel: Beim rheumatischen Fieber sind meist ASL/ASO (Antisteptolysin O) nach Angina tonsillaris erhöht; bei der Glomerulonephritis ist meist der ADB-Titer (Antistreptodornase B) nach Hautinfektion (Scharlach, Erysipel) erhöht.

- Blutbild, CRP, BSG

CV: Die akute Poststreptokokken-GN zählt nicht zum rheumatischen Fieber, sondern ist eine eigenständige "Zweitkrankheit" nach Infektion mit A-Streptokokken

Th: - Allgemeines

- Bettruhe

- obligate antibiotische Rezidivprophylaxe (s. unten)

- Tonsillektomie im freien Intervall unter Penicillinschutz

- Zahnsanierung ("Fokalsanierung")

- antibiotische Therapie

- Penicillin G

Dos: 3-5 Mio. I.E./Tag für 10 Tage i.v.

Altn: - Cephalosporine

CV: Kreuzallergie möglich

- Erythromycin

- antiinflammatorische Therapie

- Acetylsalicylsäure

Dos: 3x/Tag 500-1000 mg

Altn: Pyrazolone (bei schlechter Verträglichkeit von ASS)

- Prednisolon

Ind: insbes. bei Karditis, Chorea minor, Iridozyklitis oder Salizylatresistenz

Dos: 2 mg/kg/Tag über nur wenige Tage als Initialdosis, dann 1 mg/kg/Tag über 1 Woche als Reduktionsdosis, dann mind. 0,5 mg/kg/Tag über 3-4 Wochen als Erhaltungsdosis, dann Ausschleichen

Note: Gesamte Prednisontherapie sollte mind. 6 Wochen betragen.

Prop: Penicilline

Stoff: Benzathin-Penicillin als Depot-Penicillin

Appl: i.m. alle 4 Wochen für 10 Jahre

Note: bei Karditis oder Rezidiven bis zum 25 Lj., danach nur noch gezielte Penicillinprophylaxe vor diagnostischen oder operativen Eingriffen

Altn: Penicillin V

Pos: orale Einnahme möglich

Neg: höhere Versagerquote von ca. 3-5%

Dos: 2-4x/Tag 0,25 Mio. I.E.

Altn: - Sulfonamide

Bed: hier 1. Wahl bei Penicillinallergie

- Erythromycin

Bed: hier nur 2. Wahl bei Penicillinallergie

  

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