Fumarsäure

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2022/03/13 17:29

Fumarsäure

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Engl: Fumaric acid esters

Ind: - mittelschwere bis schwere, therapieresistente chronische Plaque-Psoriasis

Bed: Hauptindikation

Note: auch im Kindesalter geeignet

Lit: - Dermatology. 2014;229(3):199-204 (Kiel)

PT: CS (6 Pat. im 6.-17. Lj.)

- J Dtsch Dermatol Ges. 2016 Jan;14(1):50-7

PT: CS (127 Pat. im 6.-17. Lj.)

So: Assoziation von Psoriasis vulgaris mit multipler Sklerose (MS)

Altn: Ustekinumab

- Pityriasis rubra pilaris

- Granuloma anulare (disseminierte Form)

- Necrobiosis lipoidica

- Sarkoidose

Wirk: - Funktionsbeeinflussung von Leukozyten, Keratinozyten und/oder Endothelzellen

- Differenzierung von IL-4 produzierenden Th2-Zellen

- spezifische Hemmung von CD62 E in dermalen Mikrogefäßen

Lit: J Invest Dermatol 2001; 117: 1363-8

- Hemmung von VEGFR2 und damit von Angioneogenese

Pos: - kein Auftreten eines Reboundphänomens nach Absetzen der Medikation

- kaum Arzneimittel-WW, da Abbau durch spontane Hydrolyse und ubiquitäre Esterasen

Appl: oral, unzerkaut mit viel Flüssigkeit (mind. 1,5 l Wasser/Tag) zu den Mahlzeiten

Co: mit MTX möglich, nach Möglichkeit sollten aber Immunsuppressiva nicht kombiniert werden

Dos: nach Schema mit Dosissteigerungen in wöchentlichen Intervallen beginnend mit Fumaderm initial® (0-0-1, 1-0-1, 1-1-1) und späterem Wechsel auf Fumaderm® (0-0-1, 1-0-1, 1-1-1, 1-1-2, 2-1-2, 2-2-2) mit Findung der individuellen Erhaltungsdosis bzw. späterem Absetzversuch

Lab: Vor der Therapie, 14tägig in den ersten 3 Monaten, dann alle 4 Wochen (sofern unauffällig) sollten folgende Laborparameter bestimmt werden: Diff-BB, Kreatinin, Harnstoff, Transaminasen, Urinstatus

Note: Keine Einleitung von Fumaderm bei Werten im Differentialblutbild außerhalb des Normbereichs beim Basislabor!

NW: - Flush

Vork: 30% d. F., tendenziell im Laufe der Therapie eher abnehmend

- gastrointestinale NW

Vork: bis 60% d. F.

- ZNS-Symptome

KL: Cephalgien, Augenschmerzen, Müdigkeit, Benommenheit

- Lymphoenie und Eosinophilie

Note: Lymphopenie ist mit besseren klinischen Behandlungsergebnissen assoziiert, wohingegen Eosinophilie mit dem Auftreten von Nebenwirkungen durch Dimethylfumarat korreliert.

Lit: J Dermatolog Treat. 2019 Apr 8:1-14. http://doi.org/10.1080/09546634.2019.1605135

- PML (progressive multifokale Leukenzephalopathie)

Note: initial Fallbeschreibungen, bei denen das Labormonitoring missachtet wurde, NW tritt potentiell auch bei anderen Immunsuppressiva (z. B. MTX) auf, Durchseuchung der Allgemeinbevölkerung mit Polyomaviren ist sehr hoch (ca. 85%)

CV: Bei Erreichen folgender Grenzwerte sollte die Dosis reduziert oder die Medikation beendet werden. Laborkontrollen bis zur Normalisierung sind dann erforderlich.

Lab: - Leukopenie < 3000/Mikroliter (Therapieabbruch)

- Lymphopenie < 700/Mikroliter (Dosishalbierung)

Note: Kontrolle nach 4 Wochen reduzierter Dosis: Bei Persistenz der Lymphopenie < 700/Mikroliter folgt Therapieabbruch. Alternative Ursachen der Lymphopenie sollten ausgeschlossen werden.

- Lymphopenie < 500/Mikroliter (Therapieabbruch)

- Serum-Kreatinin > 30% des Ausgangswertes

Vork: entgegen früherer Befürchtungen extrem selten und prinzipiell reversibel

CV: Wechselwirkungen mit anderen potentiell nephrotoxischen Substanzen beachten

- Proteinurie

- persistierende Eosinophilie > 25%

- Proteinurie bzw. Anstieg der Nierenretentionswerte

Note: Die in Einzelfällen beobachtete Nephrotoxizität hat sich in CT nicht gezeigt.

Prop: Pentoxifyllin

Wirk: Hemmung der Fumarsäure-induzierten Freisetzung von TNF-alpha aus Monozyten

Bed: umstrittene Effektivität

Lit: Acta Derm Venereol 2001; 81: 429-30

Lit: J Dtsch Dermatol Ges. 2020 Apr;18(4):367-368. http://doi.org/10.1111/ddg.14059_g

WW: Vorsicht bei potentiell nephrotoxischen Substanzen, ansonsten sind keine WW bekannt

KI: - gastroduodenale Ulzera

- schwere Leber- oder Nierenerkrankungen

- Schwangerschaft und Stillzeit

  

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