Dapson

Syn: DADPS, DADS, DDS, 4,4-Diamino-Diphenyl-Sulfon

Lit:  

Eig: - renale Elimination: 90%

- metabolische Elimination: Acetylierung und Hydroxylierung

- HWZ: 2-4 Tage

Ind: - Autoimmunerkrankungen

- entzündliche Dermatosen

- Lepra

- Prophylaxe der chloroquinresistenten Malaria (in Kombination mit Pyrimethamin)

Dos: 50-150 mg/Tag (max. 300 mg/Tag)

CV: initial 1,5 mg/kg/Tag p.o.; Dosis schrittweise erhöhen (25-50 mg alle 2 Wochen)

Wirk: - antibiotisch

Meth: Hemmung der bakteriellen Dihydrofolsäure

- antiinflammatorisch

Meth: - Hemmung der Myeloperoxidase der Granulozyten

- Blockade der Leukotrien B4-Rezeptoren

- immunmodulatorisch

- antipyretisch

- analgetisch

Appl: vorzugsweise abends (insbes. bei tagsüber Erwerbstätigen), um das Maximum der obligatorischen Methämoglobinbildung in die Nachtzeit zu verlegen

Mon: - vor Therapiebeginn:

Amn: Frage nach Gravidität oder Sulfonamidallergie

Lab: - Blutbild, Hb und Met-Hb

- Bestimmung der Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase

Bed: Mangel begünstigt Hämolyse; Dapson dann nur schnellen Acetylierern geben

- während 1.-3. Monat der Therapie:

Lab: 1 x/Woche Blutbild und Hb

- ab 4. Monat:

Lab: - alle 8 Wochen Blutbild und Hb

- alle 6 Monate Leber- und Nierenfunktionswerte

NW: - Methämoglobinämie

Urs: Fe2+ oxidiert zu Fe3+

Allg: physiologischer Met-Hb-Spiegel von 0,2-1,5% des Gesamthämoglobins

Def: Von einer Methämoglobinämie wird ab 1,5 g/Tagl (ca. 10%) gesprochen. Ab ca. 20% treten obligat AZ-Verschlechterung und Schwindel ein; ab ca. 60% besteht vitale Gefahr.

KL: Zyanose, Müdigkeit/Abgeschlagenheit, Schwindel

CV: Die Manifestation klinischer Beschwerden hängt bes. von kardiopulmonalen Vorerkrankungen ab; hierdurch kann die normale Toleranz von ca. 10-15% Met-Hb auf nur 5% absinken.

TF: - praktisch obligat unter Dapson, daneben als NW bei einigen weiteren Medikamenten: Chloroquin, Lokalanästhetika (Benzocain, Lidocain), Nitroglycerol, Paracetamol, Phenacetin, Sulfonamide

- Verstärkung durch Nikotinabusus

Lab: Die Bestimmung im Blut sollte ca. 6 h nach der Dapson-Einnahme erfolgen.

CV: keine Erfassung über Pulsoxymeter, da Dyshämoglobin

Prop: Antioxidanzien (s. unten)

Th: - Sauerstoffmaske

- Methylenblau/Methylthioniniumchlorid

Phar: Methylenblau Vitis® i.v. 1% Injektions-Lsg. (10 mg pro ml; 1 Ampulle mit 5 ml)

Dos: 1-2 mg/kg i.v. (ggf. Wiederholung nach 4-6 h)

- Vitamin C

Dos: 2 mg/kg p.o.

- Austauschtransfusion

- Hämolyse

Vork: - bei Dosen von 150 mg/Tag Hämoglobinabfall um ca. 2 g/Tag

- verstärkt bei Pat. mit Mangel an der Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase

Verl: nach einigen Monaten teilweise kompensiert (Retikulozytenanstieg)

- Agranulozytose

Urs: - Erythrozytensequestration in der Milz

- erniedrigte Promyelozyten-Ausreifung

Vork: extrem selten

Man: während der ersten 3-4 Behandlungsmonate, dosisunabhängig

KL: mukokutane Ulzera sind Erstsymptome

- Hypalbuminämie

- Neuropathien

Vork: nur bei langsamen Acetylierern

KL: periphere, vorwiegend motorische Ausfälle

- Hypersensitivitätssyndrom

KL: Fieber, hämolytische Anämie, Lymphozytose, Hepatitis

Risk: HLA-B*13:01

Lit: Allergy. 2019 Mar 7. http://doi.org/10.1111/all.13769

Lit: Clin Exp Dermatol 2003; 28: 496-8

- kutane NW

Bef: unspezifische Exantheme, Hyperpigmentierungen, Photosensitivität, Pruritus

CV: Der Pat. ist zu instruieren, bei Auftreten von Pruritus oder neuartigen Hautveränderungen sofort die Dapson-Einnahme zu beenden.

- GI-Beschwerden

Co: - Antioxidanzien

Bed: Wirkung nicht gesichert

Stoff: - Vitamin C

- Vitamine E

Dos: ca. 800 I.E./Tag

- Cimetidin

Wirk: Erniedrigung von Cytochrom P450, wodurch die Hydroxylierung von Dapson reduziert wird

Dos: 3x400 mg/Tag

Ind: zurückhaltend wegen der NW von Cimetidin

- Folsäure

Dos: 1 g/Tag

Wirk: Förderung der Erythropoese

KI: - schwere kardiovaskuläre Erkrankungen

Altn: Sulfapyridin

Dos: 2x500 mg/Tag (Erhöhung um 500-1000 mg alle 1-2 Wochen bis max. 4 g/Tag)

- Gravidität

- Sulfonamidallergie

WW: keine gleichzeitig Gabe von Probenicid oder Rifampicin

Altn: - Sulfapyridin/Sulfamethoxypyridazin

Dos: 2x500 mg/Tag (Erhöhung um 500-1000 mg alle 1-2 Wochen bis max. 4 g/Tag)

Note: Pat. mit Intoleranz oder Allergie gegenüber Dapson vertragen häufig Sulfapyridin

Phar: Quinoseptyl® (über Ungarn zu beziehen)

- Sulfasalazin

Dos: 1,5-3,0 g/Tag p.o.

Phar: Azulfidine®, Pleon®

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Erstellt von Thomas Brinkmeier am 2019/02/02 16:59
  

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