Selbstbräuner gelten als sichere Alternative zur UV-Exposition, sind jedoch nicht frei von dermatologischen Risiken. Eine aktuelle Übersichtsarbeit analysiert Zusammensetzung, Wirksamkeit und potenzielle Nebenwirkungen gängiger Produkte auf dem Markt. Untersucht wurden 37 der meistverkauften Selbstbräuner-Produkte anhand ihrer Inhaltsstoffe sowie ausgewerteter Nutzerberichte. Der zentrale Wirkstoff war in allen Präparaten Dihydroxyaceton (DHA), das durch Reaktion mit der Hornschicht eine temporäre Bräunung erzeugt. Ergänzend fanden sich seltener Substanzen wie Erythrulose, Melanin oder Tyrosinderivate. Auffällig ist, dass nur ein sehr geringer Anteil der Produkte gleichzeitig einen UV-Schutz enthielt. Neben der gewünschten Bräunungswirkung berichten Anwender in knapp 2 % der Fälle über Hautreaktionen. Dazu zählen irritative und allergische Kontaktdermatitiden sowie Pigmentveränderungen, die in der dermatologischen Diagnostik relevant sein können. Zudem werfen neuere oder weniger etablierte Inhaltsstoffe Fragen hinsichtlich Sicherheit und regulatorischer Bewertung auf. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Selbstbräuner zwar eine UV-freie Bräunungsoption darstellen, jedoch nicht als risikofrei einzustufen sind. Für die Praxis bedeutet dies, dass Patienten gezielt über Inhaltsstoffe, mögliche Nebenwirkungen und die korrekte Anwendung aufgeklärt werden sollten. Wichtig bleibt insbesondere der Hinweis, dass Selbstbräuner keinen ausreichenden UV-Schutz bieten und daher konsequenter Sonnenschutz weiterhin erforderlich ist.
Quelle:
J Drugs Dermatol. 2026 Jan 1;25(1):30-35. http://doi.org/10.36849/JDD.9360.
Sunless Tanners in Dermatology: A Review of Ingredients, Efficacy, and Safety Profiles.
Black TA, Hatch J, Laughter MR, Anderson JB.