JAK-Inhibitoren können Epikutantest-Reaktionen abschwächen (NEWSBLOG 2026)

Zuletzt geändert von Thomas Brinkmeier am 2026/07/11 20:12

JAK-Inhibitoren können Epikutantest-Reaktionen abschwächen (NEWSBLOG 2026)

Januskinase-(JAK)-Inhibitoren werden zunehmend zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen eingesetzt. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit weist nun darauf hin, dass diese Medikamente die Aussagekraft von Epikutantests erheblich beeinflussen könnten. In die Analyse gingen acht Studien ein, überwiegend mit Patienten, die gleichzeitig an atopischer Dermatitis und allergischer Kontaktdermatitis litten. Die meisten Untersuchungen verglichen Epikutantests vor und während einer Behandlung mit JAK-Inhibitoren, wobei Upadacitinib am häufigsten untersucht wurde, gefolgt von Abrocitinib, Tofacitinib und Baricitinib. Während der Therapie wurden bei fast 72 % der Patienten zuvor positive Epikutantests vollständig negativ. Bei den übrigen Patienten nahm zumindest die Zahl oder Intensität der positiven Reaktionen deutlich ab. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass JAK-Inhibitoren die zelluläre Immunantwort, auf der der Epikutantest beruht, relevant unterdrücken können. Für die klinische Praxis bedeutet dies, dass negative oder abgeschwächte Epikutantest-Ergebnisse unter laufender JAK-Inhibitor-Therapie mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Besteht weiterhin ein starker Verdacht auf eine allergische Kontaktdermatitis, könnte eine Testung vor Therapiebeginn oder – sofern medizinisch vertretbar – nach einer Therapiepause die diagnostische Aussagekraft verbessern. Aufgrund der bislang begrenzten Datenlage sind jedoch weitere prospektive Studien erforderlich.

Quelle:
Dermatitis. 2026 Feb 17. http://doi.org/10.1177/17103568261415887
Janus Kinase Inhibitors' Effect on Patch Testing: A Systematic Review.
Gratz BW, Chung S, Hussain AN.

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