Eine systematische Übersichtsarbeit hat erstmals ausschließlich randomisierte Studien zur Chemoprävention von Keratinozytenkarzinomen und aktinischen Keratosen bei immunkompetenten Erwachsenen ausgewertet. Insgesamt wurden elf randomisierte Studien mit 7.355 Teilnehmern analysiert. Die stärkste Evidenz zeigte sich weiterhin für den täglichen Sonnenschutz: In mehreren Studien verringerte eine regelmäßige Anwendung die Zahl aktinischer Keratosen um 24–51 % und reduzierte zudem das Risiko für Plattenepithelkarzinome signifikant. Auch Nicotinamid erwies sich als wirksame Präventionsstrategie und senkte die Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen um etwa 30 % sowie die Zahl aktinischer Keratosen um 13–35 %. Topisches 5-Fluorouracil reduzierte das Auftreten superfizieller Basalzellkarzinome um 59 % und unterstreicht damit den Stellenwert einer gezielten Feldtherapie bei chronisch lichtgeschädigter Haut. Für orale Retinoide ergab sich hingegen kein konsistenter präventiver Nutzen, gleichzeitig traten häufig unerwünschte Wirkungen auf. Auch Difluormethylornithin (DFMO) konnte trotz einer Reduktion der Basalzellkarzinome aufgrund einer hohen Rate persistierender Hörstörungen nicht überzeugen. Die Autoren sehen daher den konsequenten Sonnenschutz weiterhin als wichtigste Maßnahme der Hautkrebsprävention. Nicotinamid und topisches 5-Fluorouracil stellen nach der aktuellen Evidenz vielversprechende Ergänzungen für ausgewählte Risikopatienten dar, während für Retinoide und DFMO derzeit keine Empfehlung für den routinemäßigen Einsatz ausgesprochen werden kann.
Quelle:
Clin Exp Dermatol. 2026 Feb 11. http://doi.org/10.1093/ced/llag073
Chemoprevention of Keratinocyte Carcinomas and Actinic Keratoses in Immunocompetent Patients: A Systematic Review.
Susanto A, Morgan E, Lindsay D, Collins LG.