Für die lokalisierte Sklerodermie existieren trotz erheblicher funktioneller und kosmetischer Belastung bislang nur begrenzte spezifische Therapieoptionen. Eine aktuelle experimentelle Studie liefert nun mechanistische Hinweise darauf, warum Botulinumtoxin Typ A1 (BoNT/A1) bei fibrotischen Hauterkrankungen therapeutisch wirksam sein könnte. In einem Bleomycin-induzierten Mausmodell der Hautfibrose zeigte BoNT/A1 eine dosisabhängige Reduktion fibrotischer Veränderungen. Ergänzende zellbiologische Analysen ergaben, dass BoNT/A1 die Proliferation humaner dermaler Fibroblasten hemmt und den Zellzyklus in der G0/G1-Phase arretiert. Besonders relevant war die Identifikation des PI3K-Akt-Signalwegs als zentrales molekulares Ziel der Behandlung. Mittels RNA-Sequenzierung und Western-Blot-Analysen konnten die Forscher zeigen, dass BoNT/A1 diesen proliferationsfördernden Signalweg signifikant supprimiert. Der zusätzliche Einsatz eines PI3K-Akt-Agonisten schwächte die antifibrotischen Effekte ab und bestätigte damit die funktionelle Bedeutung dieses Mechanismus. Die Arbeit liefert damit erstmals konsistente Evidenz auf tierexperimenteller, zellulärer und molekularer Ebene dafür, dass Botulinumtoxin nicht nur neuromuskuläre Effekte besitzt, sondern möglicherweise direkt antifibrotisch wirkt. Dies könnte perspektivisch neue therapeutische Ansätze für lokalisierte Sklerodermie und andere fibrosierende Dermatosen eröffnen.
Quelle:
J Invest Dermatol. 2026 Jan 23. http://doi.org/10.1016/j.jid.2026.01.009.
Botulinum neurotoxin type A1 alleviates bleomycin-induced skin fibrosis by inhibiting phosphatidylinositol 3-kinase-protein kinase B (PI3K-Akt) pathway and associated cell cycle and proliferation.
Xie F, Xie Y, Liu J.