Odontogene Infektionen werden seit Längerem als möglicher Risikofaktor für die palmoplantare Pustulose diskutiert. Vorangegangene Untersuchungen des oralen Mikrobioms hatten bei Betroffenen erhöhte Anteile von Prevotella-Spezies gezeigt, einer Bakteriengattung, die typischerweise in tiefen parodontalen Taschen nachweisbar ist. In der vorliegenden Studie analysierten die Autoren die Serum-IgG-Antikörpertiter gegen parodontopathogene Keime bei Patienten mit Parodontitis und gleichzeitiger palmoplantarer Pustulose und verglichen diese mit Parodontitispatienten ohne systemische Begleiterkrankung. Zusätzlich wurde geprüft, ob Zusammenhänge zwischen den Antikörpertitern und klinischen Entzündungsparametern wie dem Blutungsindex beim Sondieren sowie der entzündeten parodontalen Oberfläche bestehen. Während sich die klassischen parodontalen Entzündungsmarker zwischen beiden Gruppen nicht signifikant unterschieden, zeigten Patienten mit palmoplantarer Pustulose signifikant erhöhte IgG-Titer gegen Prevotella intermedia. Darüber hinaus korrelierte das Ausmaß der entzündeten parodontalen Oberfläche in dieser Gruppe signifikant mit der Höhe der Anti-Prevotella-intermedia-Antikörper. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine Infektion mit Prevotella intermedia bei Parodontitispatienten mit palmoplantarer Pustulose häufiger vorkommt und möglicherweise an der Pathogenese der Hauterkrankung beteiligt ist. Damit erhärtet sich die Hypothese einer oralen Entzündungsquelle als systemischer Triggerfaktor, was interdisziplinäre Behandlungsansätze zwischen Dermatologie und Zahnmedizin weiter in den Fokus rückt.
Quelle:
J Dermatol. 2025 Dec;52(12):1811-1818. http://doi.org/10.1111/1346-8138.17939.
An Analysis of IgG Antibody to Periodontopathic Bacteria in Serum of Palmoplantar Pustulosis Patients With Periodontitis.
Murai O, Chiba M, Suzuki K, Suwabe K, Sasaki D, Akasaka T, Yaegashi T.