Apr 18 2022

Exanthem durch ketogene Diät (NEWSBLOG)

Prurigo pigmentosa ist eine seltene entzündliche Dermatose unbekannter Ätiologie, die hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene betrifft. Meist zeigen sich erythematöse Papeln an Rumpf und Hals, die sich nach Abklingen der entzündlichen Phase des Exanthems zu einer retikulären Hyperpigmentierung entwickeln. Interessanterweise hat die jüngste Zunahme der Popularität der ketogenen Diät zwecks Gewichtsabnahme zu einer erhöhten Anzahl von Prurigo-pigmentosa-Fällen geführt, über die in der Literatur berichtet worden is. Die Autoren der vorliegenden Arbeit identifizierten 19 weitere Fälle von Prurigo pigmentosa im Zusammenhang mit einer ketogenen Ernährung. Während Prurigo pigmentosa in der Vergangenheit hauptsächlich in Asien berichtet wurde, treten neuerdings Fälle bei Patienten mit nahöstlicher, kaukasischer, hispanischer, asiatischer und afrikanischer Abstammung auf. Im Durchschnitt manifestierte sich das Exanthem 31 Tage nach Beginn der Diät und klang 18 Tage nach Beendigung der Diät ab. Die meisten Fälle wurden mit einem oralen Tetracyclin behandelt und heilten mit leichter Hyperpigmentierung ab. Dermatologen sollten den Zeitpunkt des Auftretens und Abklingens des Exanthems in Bezug auf die Ernährung beachten.

Quelle:

J Clin Aesthet Dermatol. 2021 Dec;14(12 Suppl 1):S29-S32.

Ketogenic Diet-induced Prurigo Pigmentosa (the "Keto Rash"): A Case Report and Literature Review.

Xiao A, Kopelman H, Shitabata P, Nami N.

 

Apr 16 2022

Verlust des Fingerabdrucks durch topisches 5-Fluorouracil (NEWSBLOG)

Dieser Fall berichtet über eine bisher unbekannte Nebenwirkung von topischem 5%igem 5-Fluorouracil. Eine 48jährige Patientin trug die 5-FU-Creme zweimal täglich für insgesamt 6 Wochen auf eine mutmaßliche aktinische Keratose an der Nasenspitze auf (2 Zyklen zu 3 Wochen mit zweiwöchigem Pausen-Intervall). Anschließend verschwanden ohne erkennbare Entzündungzeichen der Haut dauerhaft die Papillarleisten am Zeigefinger, was sie dadurch bemerkte, dass sie ihr Mobiltelefon nicht mehr über diesen biometrischen Mechanismus entsperren konnte. Bis zu dieser Erstbeschreibung durch topisches 5-FU wurde eine Adermatoglyphie nur im Zusammenhang mit systemischem Capecitabin, einem Prodrug von 5-Fluorouracil, das zur Behandlung von metastasierendem Krebs eingesetzt wird, festgestellt.

Quelle:

Clin Exp Dermatol. 2022 Mar 17. http://doi.org/10.1111/ced.15181.

Fingerprint loss associated with topical 5-fluorouracil cream.

Chow WTH, Potter M.

Apr 14 2022

Das NF1-Mikrodeletions-Syndrom (NEWSBLOG)

Neurofibromatose Typ-1 (NF1) ist ein Genodermatose, die häufig in der Dermatologie behandelt wird. Bei vielen Patienten mit NF1 wird die Diagnose aufgrund klinischer Merkmale erstellt wie Café-au-Lait-Flecken, Freckling und plexiformen Neurofibromen, die schon während der frühen Kindheit auftreten können. Später im Leben sind oft kutane Neurofibrome weitere wichtige diagnostische Merkmale. Die NF1 ist durch ausgeprägte klinische Variabilität und eine breite Heterogenität der NF1-Genmutationen charakterisiert, was Genotyp/Phänotyp-Korrelationen erschwert. Wichtige Ausnahmen sind NF1-Mikrodeletionen, die bei 5-11 % aller NF1-Patienten auftreten. Patienten mit NF1-Mikrodeletionen zeigen häufig spezifische Merkmale wie Gesichtsdysmorphien und sind von großer Statur. Zudem sind früh auftretende kutane und subkutane Neurofibrome, schwere Entwicklungsverzögerungen in multiplen Bereichen sowie kognitive Einschränkungen pathognomonisch für das NF1-Mikrodeletions-Syndrom. Darüber hinaus sind NF1-Mikrodeletionen mit einem Risiko für maligne periphere Nervenscheidentumoren assoziiert, das etwa zweifach höher ist als bei intragenischen NF1-Mutationen. Die schweren klinischen Manifestationen bei Patienten mit NF1-Mikrodeletionen machen eine frühe multidisziplinäre klinische Betreuung und häufige Tumor-Überwachung der Patienten notwendig. Wenn bei einem Patienten Red-Flag-Symptome für das NF1-Mikrodeletions-Syndrom auftreten, ist eine frühzeitige genetische Untersuchung notwendig, um eine NF1-Mikrodeletion zu bestätigen oder auszuschließen.

Quelle:

J Dtsch Dermatol Ges. 2022 Mar;20(3):273-278. http://doi.org/10.1111/ddg.14707_g.

Das NF1-Mikrodeletions-Syndrom: Die frühzeitige genetische Diagnose erleichtert den Umgang mit einer klinisch definierten Erkrankung.

Kehrer-Sawatzki H, Bäzner U, Krämer J, Lewerenz J, Pfeiffer C.

Apr 11 2022

Dupilumab bei Eczema molluscatum (NEWSBLOG)

Atopische Dermatitis prädisponiert für Hautinfektionen; andererseits können einige Therapien, die bei atopischer Dermatitis angewendet werden, Virusinfektionen verschlimmern. Die Autoren stellen einen Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis und disseminierter Molluscum-contagiosum-Infektion vor. Die Mollusken besserten sich durch topische Behandlung nicht und aggravierten die atopische Dermatitis zusätzlich, sodass die Autoren eine Behandlung mit Dupilumab begannen. Nach zwei Monaten ging die atopische Dermatitis des Patienten in eine klinische Remission über, und die Virusinfektion heilte bei 12-monatigenr Nachuntersuchung rezidivfrei aus. In der Literatur wurde bislang nur über vier Fälle von Molluscum contagiosum während einer Dupilumab-Therapie mit unterschiedlichen Auswirkungen berichtet.

Quelle:

An Bras Dermatol. 2022 Mar 17:S0365-0596(22)00045-9. http://doi.org/10.1016/j.abd.2021.10.001.

Clinical remission of disseminated molluscum contagiosum infection in a patient with atopic dermatitis treated with dupilumab.

Elosua-González M, Rosell-Díaz Á, Alfageme-Roldán F, Sigüenza-Sanz M, Roustan-Gullón G.

Apr 09 2022

Apremilast bei Psoriasis-Patienten mit Melanom in der Vorgeschichte (NEWSBLOG)

Kürzlich wurde berichtet, dass Apremilast die Melanogenese fördern könnte und es daher nicht sicher wäre, dieses Medikament bei Psoriasis-Patienten mit Melanom in der Vorgeschichte anzuwenden. Diese retrospektive Studie identifizierte 16 Fälle von Patienten mit Psoriasis, die mit Apremilast behandelt wurden und Melanome in der Vorgeschichte hatten. Bei keinem der mit Apremilast behandelten Patienten trat nach 36 Monaten der Nachbeobachtung ein Melanomrezidiv auf. Nichtsdestotrotz sind weitere Studien erforderlich, um die Sicherheit von Apremilast bei einer größeren Anzahl von Patienten mit gleichzeitig auftretenden malignen Erkrankungen, insbesondere Melanomen, und für eine längere Nachbeobachtungs-Periode zu bestätigen.

Quelle:

J Clin Aesthet Dermatol. 2022 Feb;15(2):23-25.

Is Apremilast a Safe Option in Patients with History of Melanoma? A Case Series and a Review of the Literature.

Gambardella A, Licata G, De Rosa A, Calabrese G, Alfano R, Argenziano G.

Apr 07 2022

Das Leistenmuster beim akralen Melanom: Spezifisch, aber keine conditio sine qua non (NEWSBLOG)

Ca. 1/3 d.F. von akrolentiginösem Melanom zeigen nicht das für sie spezifische suspekte Leistenmuster (parallel ridge pattern), sondern können z.B. mit einem pseudobenignen Furchenmuster (parallel furrow pattern) imponieren.

Quelle:

JAAD Case Rep. 2022 Feb 17;22:53-55. http://doi.org/10.1016/j.jdcr.2022.01.032.

Acral lentiginous melanoma in situ with a characteristically benign dermatoscopic parallel-furrow pattern.

Akhtar S, Rabinovitz H, Grant-Kels JM.

Apr 04 2022

Microbotox bei Akne oder Rosacea (NEWSBLOG)

Seit der Zulassung durch die FDA im Jahr 2002 für kosmetische Zwecke ist Botulinumtoxin weit verbreitet. Jüngste Studien zeigen, dass eine Aktivität auf verschiedene Arten von Hautzellen ausgeübt wird, wodurch das Indikationsspektrum um entzündliche Dermatosen erweitert werden könnte. In die vorliegende Studie wurden 50 Patienten eingeschlossen, 35 mit leichter bis mittelschwerer Akne und 15 mit erythematoteleangiektatischer Rosacea. Die Patienten wurden mit einer spezifischen Verdünnung von Onabotulinum Toxin A namens Microbotox behandelt. Die Autoren und Patienten waren mit ihren Behandlungen äußerst zufrieden. In keiner der beiden Patientengruppen traten unmittelbare oder verzögerte Komplikationen auf. Microbotox scheint ein vielversprechender Ansatz zur flankierenden oder alternativen Behandlung dieser entzündlichen Hauterkrankungen zu sein.

Quelle:

J Cosmet Dermatol. 2022 Mar 21. http://doi.org/10.1111/jocd.14692.

Microbotox: A prospective evaluation of dermatological improvement in patients with mild-to-moderate acne and erythematotelangiectatic rosacea.

Calvisi L, Diaspro A, Sito G.

Apr 02 2022

Orales Vitamin D3 vor PDT von aktinischen Keratosen (NEWSBLOG)

In Maus-Hautkrebsmodellen kann hochdosiertes orales Vitamin D3 (VD3; Cholecalciferol) in Kombination mit einer photodynamischen Therapie (PDT) die Abheilung von aktinischen Keratosen verbessern. Das Ziel dieser kohortenkontrollierten Studie war es, festzustellen, ob orales VD3 die klinische Wirksamkeit eines schmerzlosen PDT-Regimes bei Patienten mit AK verbessern kann. In einer Gruppe nahmen 29 Patienten vor der PDT (Blaulicht für 30 min; 20 J/cm2) oral VD3 (10.000 IE täglich, für 5 oder 14 Tage) ein. Die Clearance wurde nach 3–6 Monaten beurteilt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die orale Vorbehandlung mit VD3 die klinischen Reaktionen der AK auf die PDT signifikant verbesserte. Das Regime erscheint vielversprechend und gut verträglich.

Quelle:

J Am Acad Dermatol. 2022 Mar 18:S0190-9622(22)00481-9. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2022.02.067.

Significant improvement of facial actinic keratoses after blue light photodynamic therapy with oral vitamin D pretreatment: An interventional cohort-controlled trial.

Bullock TA, Negrey J, Hu B, Warren CB, Hasan T, Maytin EV.

Mar 31 2022

Hydroxychloroquin erhöht HDL bei SLE (NEWSBLOG)

Die vorteilhafte Wirkung von Hydroxychloroquin (HCQ) bei der Senkung des LDL-Spiegels bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) ist gut definiert. Der Einfluss dieses Medikaments auf den HDL-Spiegel wird noch diskutiert, und es fehlen Informationen über seine Wirkung auf den Rücktransport von Cholesterin. Die vorliegende Studie ist die erste, die zeigt, dass HCQ einen höheren Transfer von unverestertem Cholesterin fördert, was für die erhöhten HDL-Spiegel bei Lupus-Patienten unter HCQ verantwortlich sein könnte. Dieser erwünschte Effekt könnte den Berichten einer verringerten Atherosklerose bei SLE zugrunde liegen.

Quelle:

Lupus. 2022 Mar 25:9612033221090127. http://doi.org/10.1177/09612033221090127.

Hydroxychloroquine increased cholesterol transfer to high-density lipoprotein in systemic lupus erythematosus: A possible mechanism for the reversal of atherosclerosis in the disease.

Lang MG, Vinagre CG, Bonfa E, Freitas FR, Pasoto SG, Brito TS, Seguro LP, Maranhão RC, Borba EF.

Mar 29 2022

Ultradicke Melanome (NEWSBLOG)

Die Überlebensrate nimmt tendenziell ab, wenn die Breslow-Dicke eines primären Melanoms zunimmt. Über den prognostischen Wert der Breslow-Dicke bei Patienten mit sehr dicken Melanomen ist jedoch wenig bekannt. Eine gepoolte Kohorte von 5595 Patienten (4107 Niederländer und 1488 Australier) mit Melanomen ≥ 4,0 mm Tumordicke, die zwischen 2000 und 2014 diagnostiziert wurden, wurde analysiert. Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass die progressive Beziehung zwischen zunehmender Breslow-Dicke und abnehmender Überlebenszeit bei Patienten mit Melanomen ≥ 15 mm Tumordicke verloren ging.

Quelle:

J Am Acad Dermatol. 2022 Feb 1:S0190-9622(22)00174-8. http://doi.org/10.1016/j.jaad.2022.01.040.

The progressive relationship between increasing Breslow thickness and decreasing survival is lost in patients with ultrathick melanomas (≥15 mm in thickness).

El Sharouni MA, Rawson RV, Sigurdsson V, Witkamp AJ, van Gils CH, Scolyer RA, Thompson JF, van Diest PJ, Lo SN.

  

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