Jan 15 2024

Metastasierendes Histiozytom (NEWSBLOG 2024)

Das kutane fibröse Histiozytom (FH) gilt als gutartiger Hauttumor. Die zelluläre Variante ist selten und schlecht dokumentiert. Neben einem hohen Risiko für ein lokales Rezidiv besteht auch ein geringes, aber schwerwiegendes Metastasierungspotenzial. In dieser Arbeit wird ein 47-jähriger männlicher Patient mit einer Läsion an der Vorderfläche des rechten Oberschenkels vorgestellt, die seit der Pubertät vorhanden, aber im letzten Jahr gewachsen war. Die pathologische Untersuchung ergab ein zelluläres FH, und die Läsion wurde vollständig entfernt. Sechs Monate später wurde ein Tumorrezidiv mit Beteiligung der Muskulatur und Lungenmetastase festgestellt. Beide Läsionen wurden vollständig reseziert. Nach 3 Jahren Nachbeobachtung ist der Patient asymptomatisch und in vollständiger Remission. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass FH consequent einer histologischen Untersuchung zugeführt werden sollten, um Varianten mit hohen lokalen Rezidivraten oder mit einem gewissen Metastasierungsrisiko wie der zellulären Variante zu erkennen. Sie empfehlen in allen zellulären FH-Fällen mit lokalem Rezidiv eine umfassende chirurgische Resektion und eine engmaschige Nachsorge einschließlich Röntgenaufnahmen oder CT des Thorax.

Quelle:

J Cutan Pathol. 2023 Dec 12. http://doi.org/10.1111/cup.14574.

Recurrent and metastatic cellular cutaneous fibrous histiocytoma: A case report and literature review.

Fuentes-Sánchez J, Pena-Burgos EM, Tapia-Viñe M, Ortiz-Cruz EJ, Pozo-Kreilinger JJ.

Jan 13 2024

Intraläsionales Pentoxifyllin bei Alopecia areata (NEWSBLOG 2024)

Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit der intraläsionalen Injektion von Pentoxifyllin (PTX) und Triamcinolonacetonid (TRA) bei der Behandlung von Alopecia areata (AA) zu vergleichen. 60 Patienten mit alopezischen Arealen wurden in zwei Gruppen eingeteilt; Gruppe A erhielt intraläsionale TRA-Injektionen, während Gruppe B intraläsionales PTX (100 mg/5 ml, maximal 20 mg (1 ml) pro Sitzung) erhielt. Je nach Ansprechen wurden die Patienten in drei Kategorien eingeteilt: teilweises Ansprechen (0–33 % Nachwachsen der Terminalhaare), mäßiges Ansprechen (33–66 % Nachwachsen der Terminalhaare) und hohes Ansprechen (66–100 % Nachwachsen der Terminalhaare). Ein hohes Ansprechen nach der Anwendung von PTX wurde bei 50% der Patienten festgestellt. Ein hohes Ansprechen wurde bei 46,6% der mit TRA behandelten Patienten beobachtet. Diese Studie mit begrenzter Stichprobengröße zeigte, dass die intraläsionale Injektion von PTX eine wirksame und sichere Behandlung für lokalisierte AA und mögliche Alternative zu Triamcinolonacetonid sein könnte.

Quelle:

J Clin Aesthet Dermatol. 2023 Nov;16(11):26-30.

Intralesional Pentoxifylline Injection Versus Triamcinolone Acetonide in Treating localized Alopecia Areata: A Comparative Study.

Abdo HM, Elrewiny EM, Shawky A, Ammar AM, Atef AM, Rageh MA.

Jan 10 2024

Aggressivität pigmentierter Basalzellkarzinome (NEWSBLOG 2024)

Bei Patienten mit dunklerer Haut sind die meisten Basalzellkarzinome (BCCs) pigmentiert. Diese Studie analysierte die dermatoskopischen Merkmale und histopathologischen Muster von BCCs, um den Zusammenhang zwischen BCC-Pigmentierung und Tumoraggressivität zu bewerten. Insgesamt wurden 76 BCC-Tumore in diese retrospektive Studie einbezogen. Als Indikatoren für die Tumoraggressivität wurden das Stadium der mikrografischen Chirurgie (Mohs Micrographic Surgery, MMS) und die Tumortiefe gemessen. Zur Identifizierung von Melanin wurde die Fontana-Masson-Färbung durchgeführt, und zur Identifizierung von Melanozyten wurde eine immunhistochemische Analyse mit Melan-A und HMB-45 durchgeführt. Diese Studie fand eine umgekehrte Korrelation zwischen der Pigmentierung und der Aggressivität von BCCs. Ärzte können die subklinische Infiltrationstiefe von BCC anhand der bei der Dermatoskopie beobachteten Pigmentierung vorhersagen. Pigmentierung kann als günstiger Prognosefaktor für BCC angesehen werden.

Quelle:

Ann Dermatol. 2023 Dec;35(6):451-460. http://doi.org/10.5021/ad.23.046.

Dermoscopic and Histopathologic Analysis of the Correlation between the Pigmentation of Basal Cell Carcinoma and Tumor Aggressiveness.

Park JH, Jo JY, Park H, Kim IH.

Jan 08 2024

LA-PDT bei Granuloma anulare (NEWSBLOG 2024)

Dieser Fall berichtet über die erfolgreiche Behandlung eines lokalisierten refraktären Granuloma anulare bei einem 59-jährigen Mann, der 6 Monate lang nicht auf systemische Kortikosteroide, Malariamedikamente und ein topisches Klasse-I-Steroid ansprach. Die Behandlung mit CO2-Laser-assistierter photodynamischer Therapie mit MAL alle 4 Wochen führte nach 7 Sitzungen zu einer vollständigen Remission.

Quelle:

Ann Dermatol. 2023 Nov;35(Suppl 2):S355-S356. http://doi.org/10.5021/ad.21.200.

Successful Treatment of Granuloma Annulare Using Ablative Fractional Carbon Dioxide Laser-Assisted Photodynamic Therapy.

Kim D, Kim YC.

 

Jan 05 2024

Systemisches und intraläsionales Dupilumab bei Keloiden (NEWSBLOG 2024)

Mehrere Studien haben eine Dysregulation des T-Helfer-2 (Th2)-Immunsystems mit der Entwicklung von Narben und Keloiden assoziiert, wobei Interleukine (IL)-4 und -13 als profibrotische Mediatoren identifiziert wurden. Dupilumab ist ein IL-4-Rezeptor-Alpha-Antagonist, der die Expression von IL-4 und -13 hemmt. Die unten zitierte Studie beschreibt eine 44-jährige Frau, die nach einer schweren Herpes zoster-Infektion zahlreiche entstellende hypertrophe Narben und Keloide entwickelte. Aufgrund der Anzahl der Narben waren intraläsionale Kortikosteroidinjektionen nicht möglich. Daher wurde eine Behandlung mit systemischem Dupilumab eingeleitet. Viele Narben flachten ab, einige entwickelten durch die schnelle Rückbildung sogar eine zigarettenpapierähnliche Textur. Das größte und refraktärste Keloid wurde alle zwei Wochen mit intraläsionalen Dupliumab-Injektionen weiter behandelt, wobei innerhalb von zwei Monaten eine noch dramatischere Verbesserung zu verzeichnen war. Dies ist der erste Bericht über die Behandlung multipler Keloide und hypertropher Narben sowohl mit systemischem als auch intraläsionalem Dupilumab.

Quelle:

J Drugs Dermatol. 2023 Dec 1;22(12):1220-1222. http://doi.org/10.36849/JDD.6385.

Successful Treatment of Keloids and Hypertrophic Scars With Systemic and Intralesional Dupilumab.

Min MS, Mazori DR, Lee MS, Merola JF, Vleugels RA, Cobos G, LaChance AH

Jan 03 2024

Trichophyton indotineae (NEWSBLOG 2024)

Indische Terbinafin-resistente Pilzstämme, die mit einem ribosomalen internen transkribierten Spacer als „Genotyp VIII“ identifiziert wurden, wurden kürzlich aufgrund klinischer und mykologischer Merkmale als Trichophyton indotineae bezeichnet. Einige von ihnen zeigten auch eine selektive Azolresistenz. Phänotypische Studien haben einige Ähnlichkeiten und einige Unterschiede zwischen Trichophyton indotineae, T. mentagrophytes und T. interdigitale gezeigt, die mit HMG-Locus-Analysen optimal in drei genotypische Hauptgruppen unterschieden werden können. Trichophyton interdigitale wurde überwiegend bei oberflächlichen Infektionen an exponierten Körperstellen wie der Kopfhaut und dem Gesicht sowie an Füßen und Nägeln isoliert. Trichophyton mentagrophytes zeigt ähnliche Prädilektionsstellen, kommt aber auch häufig am Rumpf und an den Genitalien vor. Trichophyton indotineae ist meist auf den Rumpf und die Leistengegend beschränkt. T. indotineae-Läsionen sind im Allgemeinen stark entzündlich, sind mit Tinea cruris, corporis und faciei assoziiert und seltener mit Fingernagel-Onychomykose und Tinea pedis. Sie verursachen papulosquamöse, pustulöse, pseudoimbricata-artige (Tinea faciei), lichenoide und Pityriasis rosea-ähnliche Läsionen, breiten sich schnell an mehreren Stellen aus und verursachen schmerzhafte Läsionen mit Juckreiz oder Brennen. Die lipolytischen Fähigkeiten von T. mentagrophytes und T. interdigitale sind sehr ähnlich und höher als die von T. indotineae, was eine höhere Prävalenz von T. mentagrophytes auf der menschlichen Kopfhaut erklärt, die relativ reich an Lipiden ist. Der Keratinabbau ist bei T. interdigitale aufgrund der Lage (Tinea pedis und Onychomykose) deutlich größer. Die Identifizierung von T. indotineae allein durch Kultur reicht für eine wirksame Entscheidungsfindung bei der Behandlung möglicherweise nicht aus; für eine optimale Therapiewahl ist eine genetische Analyse der Resistenzprofile erforderlich. In Indien bot die steroidinduzierte Suppression der lokalen zellulären Immunität sowie ein verändertes Hautmikrobiom eine Chance für die Etablierung der bislang einzigartigen, multiresistenten Art Trichophyton indotineae.

Quelle:

Indian J Dermatol. 2023 Sep-Oct;68(5):503-507. doi: 10.4103/ijd.ijd_827_23.

Trichophyton: Changing Nomenclature and Practical Implications.

Chatterjee M, Datta D.

Dec 30 2023

Niacin (NEWSBLOG)

Niacin, auch bekannt als Nikotinsäure, Nikotinamid und Niacinamid, ist das dritte entdeckte Vitamin und wird daher als physiologisch aktive Form von Vitamin B3 bezeichnet. Der medizinische Nutzen von Niacin wurde 1902 beobachtet, als zum ersten Mal Patienten mit Pellagra mit Hefe behandelt wurden, die Vitamin B3 enthielt. Es hat eine lange Geschichte der medizinischen Verwendung – in der Ernährung und als Mittel zur Aufhellung des Hauttons in der Hautpflege. Jüngste Studien deuten darauf hin, dass Niacin als Zusatzbehandlung bei der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) nützlich sein könnte sowie mutmaßlich die schädigende Wirkung von blauem Licht auf die Haut abmildert. Niacin hat vielfältige dermatologische Anwendungsmöglichkeiten einschließlich topischer Anwendung als Anti-Akne-Substanz, ferner als Wirkstoff zur Förderung der epidermalen Sphingolipidsynthese, zur Abschwächung der Photoimmunsuppression und Reduzierung der Hyperpigmentierung.

Quelle:

Skinmed. 2023 Dec 5;21(6):431-432. eCollection 2023.

A Second Look at Niacin.

Epstein H.

Dec 21 2023

Onychomykose durch Schimmelpilze (NEWSBLOG)

Schimmelpilze (NDMs = Nondermatophyte moulds) sind weit verbreitet und können assoziiert mit mykotischen Nägeln nachgewiesen werden; allerdings kann es manchmal schwierig sein, die Rolle von NDMs bei der Pathogenese der Onychomykose zu bestimmen (d.h. kausal vs. kontaminierend). In Studien, in denen der wiederholte kulturelle Nachweis von NDMs erbracht wurde, wird die weltweite Prävalenz von NDMs bei Onychomykose-Patienten auf 6,9% geschätzt, wobei die drei häufigsten Gattungen Aspergillus, Scopulariopsis und Fusarium sind. NDM-Onychomykose kann in vielen Fällen klinisch nicht von einer Dermatophyten-Onychomykose zu unterscheiden sein. Zu den klinischen Merkmalen, die auf NDMs hinweisen, gehören proximale subunguale Onychomykose mit Paronychie im Zusammenhang mit Aspergillus spp., Fusarium spp. und Scopulariopsis brevicaulis sowie oberflächliche weiße Onychomykose in einem tiefen und diffusen Muster in Verbindung mit Aspergillus und Fusarium. Als zusätzlicher Indikator können Längsstreifen dienen, die bei Patienten mit distaler und lateraler Onychomykose beobachtet werden. Für die Diagnose sollte eine lichtmikroskopische Untersuchung Pilzfilamente nachweisen, die einem NDM mit mindestens zwei unabhängigen Isolierungen entsprechen, ohne dass ein Dermatophyt vorhanden ist; das Aufkommen molekularer Tests in Kombination mit einer histologischen Beurteilung könnte als Alternative mit verbesserter Sensitivität und Bearbeitungszeit fungieren. In den meisten Fällen ist eine Antimykotika-Sensitivitätstestung von nur begrenztem Nutzen. Im Gegensatz zu Untersuchungenn zur Dermatophyten-Onychomykose sind Informationen über wirksame Behandlungen für NDM-Onychomykose relativ dürftig. Terbinafin- und Itraconazol-Therapie (kontinuierlich und gepulst) scheinen in unterschiedlichem Maße wirksam zu sein (bei Aspergillus, Fusarium oder Scopulariopsis).

Quelle:

J Eur Acad Dermatol Venereol. 2023 Nov 27. http://doi.org/10.1111/jdv.19644.

A comprehensive review of nondermatophyte mould onychomycosis: Epidemiology, diagnosis and management.

Gupta AK, Wang T, Cooper EA, Summerbell RC, Piguet V, Tosti A, Piraccini BM.

Dec 16 2023

Sensibilisierung gegen Ethylhexylsalicylat und frontal fibrosierende Alopezie (NEWSBLOG)

Es gibt Spekulationen, dass einige Umweltfaktoren einen Einfluss auf die zunehmende Inzidenz der frontalen fibrosierenden Alopezie (FFA) haben könnten. In einer aktuellen Veröffentlichung wurde gezeigt, dass bei 36 Patienten mit FFA eine überwiegende Sensibilisierung gegenüber Benzylsalicylat vorlag. Ethylhexylsalicylat (EHS), ein Lichtstabilisator, Ultraviolett (UV) B-Absorber und UV-Filter, der häufig in Lichtschutzmitteln/Kosmetika vorkommt und selten als Sensibilisator gemeldet wird, wurde in vorangegangenen Studien nicht im Epikutantest untersucht. Von Januar 2021 bis Februar 2022 wurden in dieser aktuellen Studie 33 Patienten mit FFA einem Patch-Test mit der European Photopatch Series unterzogen, darunter auch EHS 10% pet. in zwei Krankenhäusern. Patch-Test-Reaktionen auf EHS wurden bei 9 von 33 (27,3%) festgestellt. Vier von neun Frauen reagierten auch auf ihre persönlichen Sonnenschutzmittel (mit EHS). Die Autoren schlagen vor, das Spektrum der beschriebenen Kontaktallergene bei Patienten mit FFA um EHS zu erweitern und diskutieren den möglichen Optimierungsbedarf bei der Durchführung des Epikutantests.

Quelle:

Contact Dermatitis. 2023 Nov 27. http://doi.org/10.1111/cod.14463.

Sensitisation to ethylhexyl salicylate: Another piece of the frontal fibrosing alopecia puzzle.

Pastor-Nieto MA, Gatica-Ortega ME, Borrego L.

Dec 12 2023

JAK-Inhibitor Abrocitinib bei granulomatöser Rosazea (NEWSBLOG)

Granulomatöse Rosazea (GR) ist eine seltene entzündliche Hauterkrankung, die durch persistierende, harte, gelbe-braune, rötliche oder hautfarbene Papeln, Plaques oder Knötchen im Gesicht gekennzeichnet ist. Über Patienten, die wegen GR behandelt wurden, liegen nur begrenzte Daten vor; es wurden bislang nur Fallberichte und Fallserien veröffentlicht. Diese Publikation präsentiert den Fall einer 53-jährigen Frau. Die histopathologische Untersuchung einer Hautbiopsie ergab eine granulomatöse Entzündung in fokalen Bereichen ohne Hinweis für mikrobielle Genese. Sie wurde 20 Wochen lang mit Abrocitinib, einem JAK-1-Inhibitor, behandelt. Dies führte zu einer deutlichen Verbesserung der facialen Läsionen und der brennenden Dysästhesien. Nachuntersuchungen zeigten keine Nebenwirkungen oder Rezidivzeichen. Abrocitinib könnte eine praktikable Behandlungsoption für GR sein und ein relativ hohes Sicherheitsprofil mit minimalen Nebenwirkungen aufweisen.

Quelle:

Clin Cosmet Investig Dermatol. 2023 Nov 20;16:3369-3374. http://doi.org/10.2147/CCID.S440138.

Successful Treatment of Granulomatous Rosacea by JAK Inhibitor Abrocitinib: A Case Report.

Ren M, Yang X, Teng Y, Lu W, Ding Y, Tao X.

Erstellt von Administrator am 2005/01/28 16:50
  

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