Pemphigus vulgaris

Note: gr. pemphix = Blase

Def: - Immunologischerseits handelt es sich beim Pemphigus um eine Typ-II-Reaktionsform der Allergien nach Coombs und Gell.

- schwere, unbehandelt lebensgefährliche, intraepidermale akantholytische Blasenbildung unmittelbar über dem Basalzell-Lager (suprabasal im Stratum spinosum) an Haut und Schleimhäuten

Note: - Da die Blasen intraepidermal liegen, sind sie nicht stabil und platzen leicht, weshalb man klinisch häufig nur Erosionen oder Verkrustungen findet.

- Den Pemphiguserkrankungen werden die Pemphigoide gegenübergestellt, deren gemeinsames Merkmal die subepidermale Blasenbildung ist.

DD: Häufigkeit des Vorkommens, Patientenalter und Präsenz intakter Blasen: Pemphigoid > Pemphigus

Vork: meist ältere Pat.

Gen: Häufung von HLA-DRbeta1*0402 und HLS-DQbeta1*0503

Lit:  

Amn: Fragen nach Stomatitis, Dysphagie, Heiserkeit, Konjunktivitits, Epistaxis, Dysurie, Gewichtsverlust, Medikamenteneinnahme, ethnischer Hintergrund

Pg: IgG-Bildung gegen das 130-kD-Protein Desmoglein-3 der Keratinozyten, das mit dem 85 kD Protein Plakoglobin des desmosomalen Plaques assoziiert ist.

Allg: Desmoglein zählt zu der Cadherin-Superfamilie von Adhäsionsmolekülen. Die desmosomalen Cadherine sind von den klassischen Cadherinen E, N und P zu unterscheiden. Die desmosomalen Cadherine sind an Keratinen verankert, die klassischen Cadherine an Aktinfilamenten. Es erfolgt eine interzelluläre IgG-Bindung auf den Keratinozyten. Dies führt zu einer transmembranösen Signalvermittlung durch die Phosphatidylcholin-spezifische Phospholipase C (PC-PLC) mit erhöhter Produktion von 1,2-Diacylglycerol (DAG) und dadurch Langzeitaktivierung der Proteinkinase C (PKC). Nach Internalisierung der Antikörper kommt es zur Aktivierung von intrazellulären Proteasen (Plasminogen-Plasmin-System), des Komplementsystems und bestimmter Zytokine (bes. IL-1alpha, TNF-alpha). Es resultiert ein Abbau der Interzellularsubstanz (Desmosomen) und Akantholyse (Ablösung der Epidermiszellen voneinander (diese werden dann als Tzanck-Zellen bezeichnet) mit finaler intraepidermaler Blasenbildung. Ein wichtiger beteiligter intrazellulärer Signalweg für den Verlust der Zell-Zell-Kohäsion soll p38MAPK sein.

Lit:     Br J

TF: - ACE-Hemmer wie z. B. Captopril

Note: Rauchen zählt wegen der anti-akantholytischen Wirkungen von Nikotin nicht zu den Triggern.

- Antibiotika wie Penicillin, Cephalosporine, Rifampicin

- Indometacin

- Candesartan

Lit: Int J Dermatol. 2018 Jul 5. http://doi.org/10.1111/ijd.14108

- Imatinib

Lit: Indian Dermatol Online J. 2018 Sep-Oct;9(5):331-333. http://doi.org/10.4103/idoj.IDOJ_331_17

- Imiquimod

Lit: Pediatr Dermatol. 2020 Feb 6. http://doi.org/10.1111/pde.14115

- Nivolumab

Lit:  

- Ingenolmebutat

Lit: Clin Exp Dermatol. 2016 Aug;41(6):664-6 (Italien)

PT: CR

- Infektionen, insbes. Herpesviren für die mukosalen Läsionen

Lit: Br J Dermatol. 2014 Mar 24. http://doi.org/10.1111/bjd.12961 (Japan)

- UV-Bestrahlung, Radiatio

- emotionaler Stress, hormonelle Dysbalancen

- Ernährungsfaktoren (z. B. Gewürze wie Knoblauch, Chili, Schwarzpfeffer, Zwiebel, Lauch oder auch Rotwein, Tee)

So: Walnüsse

Lit: J Allergy Clin Immunol. 2019 May 6. pii: S0091-6749(19)30604-9. doi: 10.1016/j.jaci.2019.04.020

Hyp: Walnuss-Antigene könnten die Autoimmun-Antikörperproduktion induzieren.

Note: Die Autoantikörperproduktion durch B-Zellen erfordert i. d. R. T-Zell-Hilfe. Auf T-Zell-Ebene könnte auch der primäre immunregulatorische Defekt beim Pemphigus liegen. Autoantikörper vom TH2-abhängigen IgG4-Subtyp dominieren im aktiven Stadium bei Pemphigus vulgaris, während im Remissionsstadium TH1-abhängige IgG1-Subklassen vorherrschen

Verl: - typisch ist der dreiphasige Verlauf: Mundschleimhaut, dann Kopfhaut, dann gesamtes Integument

- Schwere und Progredienz des Verlaufs sind unberechenbar

KL: - Befall der Mundschleimhaut (Initialsymptom bei > 50% d. F.)

Bef: schmerzhafte Erosionen mit speckig glänzender Oberfläche über einige Monate

CV: andere Schleimhäute können ebenfalls befallen sein

DD: - s. Liste der Differentialdiagnosen: Mundschleimhautbefall: erosiv bis ulzerös

- Cheilitis (unspezifisch / aktinisch)

Lit: Case Rep Dermatol Med. 2014;2014:147197.  

- zusätzlich lokalisierter Befall der Kopfhaut (Kapillitium)

Bef: Blasen und/oder verkrustete Erosionen der Kopfhaut

- generalisierte Blasenbildung

Bef: - Blasen und verkrustete, schmerzhafte Erosionen am gesamten Integument (dimorphes Bild)

- i. d. R. kein Juckreiz

Lok: Kopfhaut, Gesicht, mechanisch belastete Areale, Nagelwall, Intertrigines und Nabel

Prog: schlechte Heilungstendenz

Ass: - Thymome

CV: - Pat. mit Thymom: 30% d. F. Assoziation mit Pemphigus vulgaris

- Pat. mit Pemphigus vulgaris: seltene Assoziation mit Thymom

- Vitamin D-Mangel

Lit: J Eur Acad Dermatol Venereol. 2013 May 10. http://doi.org/10.1111/jdv.12179

Note: Der Schweregrad des Pemphigus scheint mit besonders niedrigen Vitamin-Spiegeln zu korrelieren.

Lit: Clin Exp Dermatol. 2015 Jul 24. http://doi.org/10.1111/ced.12733 (Iran)

Di: - spezifisches Nikolski-Phänomen (direkter Nikolski/Nikolski I: positiv)

Meth: Die oberen Lagen der Epidermis lassen sich in klinisch unbefallener Haut auf den unteren verschieben bzw. abstreifen (Erosion).

- unspezifisches Pseudo-Nikolski-Phänomen

Meth: Die Blase lässt sich durch seitlichen Fingerdruck verschieben, ohne zu zerplatzen.

- unspezifisches Köbner-Phänomen

Note: Bei mechanisch provozierbarer Läsion spricht man auch vom isomorphen Reizeffekt oder Köbner-Phänomen (Kratzen führt zu Ausweitung auf noch nicht betroffene Areale)

- Tzanck-Test

Meth: Blasendecke mit Skalpell öffnen und vom Blasengrund mit einer 2 ml Spritze Material aspirieren, ohne eine Blutung hervorzurufen, 1 Tropfen ca. 2 cm auf einem Objektträger ausstreichen, nach May-Grünwald bzw. wie ein Blutbild färben

Erg: zahlreiche isolierte, rundliche Keratinozyten (Tzanck-Zellen) mit hyperchromatischem Kern, perinukleärer Aufhellungszone und Verdickung des Zytoplasmas im Bereich der Zellmembran

DD: bei Dermatitis herpetiformis Duhring und bullösem Pemphigoid nur wenige Epithelzellen und zahlreiche Leukozyten

CV: nicht mit Tzanck-Test-Ergebnissen bei Infektion mit Herpesviren verwechseln; Tzanck-Test heißt allgemein, dass der Bläscheninhalt auf einem Objektträger ausgestrichen und gefärbt wird; im Gegensatz zum englischsprachigen Raum bezieht sich der Tzanck-Test in Deutschland meist auf die Pemphigusdiagnostik.

- Histologie 3

Meth: Biopsie einer frischen Blase (inkl. benachbarter Haut) mit dem Skalpell

CV: keine Stanzbiopsie, da hierbei die Blasendecke abgehoben wird

Bef: - Abrundung der Keratinozyten infolge suprabasaler Akantholyse (Abbau der Desmosomen durch aktivierte Proteasen)

Engl: "tombstone" effect (tombstone = Grabstein)

- geringes perivaskuläres Rundzellinfiltrat um die Gefäße des oberen Plexus

- eosinophile Spongiose

Bed: histologisches Frühzeichen

DD: suprabasale akantholytische Blasenbildung

- Pemphigusgruppe

- M. Darier = Dyskeratosis follicularis

Hi: dyskeratotische Zellen im Str. spinosum (corps ronds) et corneum (grains)

Note: selten auch bei M. Hailey-Hailey

- M. Grover = transiente akantholytische Dermatose

Hi: histologisch nicht vom Pemphigus vulgaris zu unterscheiden, Klärung bringt die IHC

- M. Hailey-Hailey = Pemphigus familiaris chronicus benignus

Hi: "Bild der geborstenen Ziegelmauer"

- direkte Immunfluoreszenz (DIF)

Meth: - Bei DIF aus befallener Haut vorher Exzision periläsionaler Haut zur Vermeidung unspezfischer Grenzflächenphänomene

- DIF aus unbefallener Haut ist möglich (Frühdiagnose)

Erg: interzelluläre Ablagerungen von:

- IgG

Vork: 100%

- C3

Vork: 50%

- IgM/IgA

Vork: 30%

- C1q, C4, Faktor B, Properdin

Vork: in frühen Läsionen

Bed: positive DIF ist die Conditio sine qua non, aber niemals das allein entscheidende Diagnosekriterium

DD: Differentialdiagnose eines interzellulären Musters in der DIF: Pemphigusgruppe oder Epiphänomen (bei Verbrennungen, Erythromelanodermien, Strophulus = Prurigo acuta, eosinophiler Pustulose)

- indirekte Immunfluoreszenz (IIF)

Meth: Substrat bilden (früher) Kryoschnitte von Ratten- oder Affenösophagus oder (vorzugsweise) menschlicher Vorhaut/Vaginalmukosa, die mit Patientenserum und Fluoreszein-markierten Antikörpern inkubiert werden

Ind: Bestimmung der IgG-Titerhöhe, die meist korreliert mit der Klinik (wichtig für Verlaufskontrolle unter Therapie und Rezidiverkennung)

Erg: Pemphigus-Ak-Nachweis im Serum gelingt im akuten Stadium fast immer

DD: falsch-positiv in ca. 1% d. F., insbes. bei Verbrennungen, TEN, Mysthenia gravis

- Immunoblot

Meth: elektrophoretische Auftrennung von desmosomalen oder hemidesmosomalen Extrakten (z. B. aus Rinderzunge gewonnen), Blotting auf Nitrozellulosepapier, Inkubation mit Patientenserum

Erg: - 85 kD-Antigen (Plakoglobin)

- 130 kD-Antigen (Desmoglein-3)

- 210 kD-Antigen (Dimer aus Plakoglobin und Dsg-3)

- HLA-Typisierung

Erg: - HLA-DR4

Vork: 90% d. F.

- HLA-DRw6

- Medikamentenrevision

Frag: potentielle TF?

Kopl: Herpes-simplex-Superinfektion

Bed: insbesondere bei therapieresistenten Fällen

KL: ausgeprägte Schmerzhaftigkeit der Pemphigusläsionen ist ein typischer Hinweis

Kopl: DIC, herpetische Hepatitis

Th: Aciclovir systemisch

Lit:  

Th: - Allgemeinmaßnahmen bei schwerem Befund: Isolation des Pat., Behandlung mit Mundschutz und Handschuhen, regelmäßige Wundabstriche, konstante Zimmertemperatur bei ausreichender Luftfeuchtigkeit, Flüssigkeitsbilanzierung (ggf. Blasenkatheter) und Elektrolytausgleich, Spezialmatratzen zur Dekubitusprophylaxe (ggf. Metallinefolie), proteinreiche Flüssigkost

- Standardtherapie

Co: Azathioprin plus Prednisolon

Bed: GS

Note: Die Evidenzlage ist nicht eindeutig für eine Überlegenheit dieser Therapie

Lit: J Am Acad Dermatol. 2011 May;64(5):903-8

Dos: - 1,5-2,5 mg/kg/Tag Azathioprin

- 40-100 mg/Tag Prednisolon

Etlg: - 40-60 mg/Tag für milde Verlaufsformen

- 60-100 mg/Tag für schwere Verlaufsformen

Note: - bei fehlender Besserung nach 1 Woche ggf. Erhöung der Steroiddosis

- nach Besserung langsame Dosisreduktion bis auf eine Erhaltungsdosis von ca. 10-20 mg/Tag

- nach 6-monatiger Remission versuchsweises Absetzen der Therapie unter Kontrolle des Antikörpertiters

CV: ACTH-Test vor Absetzen zur Erkennung einer NNR-Insuffizienz

Altn: Pulstherapie statt kontinuierlicher Gabe

Dos: 1 g Prednisolon/Tag i.v. (Kurzinfusion) für 3 Tage, dann tgl. Dosisreduktion um 250 mg

Lit: J Eur Acad Dermatol Venereol 2002; 16: 353-6

CV: - Steroide hemmen die Produktion der Autoantikörper, beeinflussen jedoch nicht den Prozess der Akantholyse. Im Gegensatz dazu haben Steroide beim bullösen Pemphigoid auch einen unmittelbaren antientzündlichen Effekt.

- Der Effekt von Azathioprin ist erst nach ca. 4 Wochen zu erwarten

- Plasmapherese

Ind: Therapieversager unter einer kombinierten Therapie (Glukokortikoide/Immunsuppressiva)

Co: Die immunsuppressive Therapie muss fortgesetzt werden, da sonst ein Rebound-Phänomen eintritt

Altn: - Immunadsorption

Engl: Immunadsorption

Pos: - spezifische Elimination von Immungobulinen

- höhere Plasma-Clearance/Volumina pro Sitzung

- keine Substitution des Plasmas bzw. von Proteinen notwendig

Lit: - Br J Dermatol 2003; 148: 1222-9

- J Eur Acad Dermatol Venereol. 2013 May 8. http://doi.org/10.1111/jdv.12175

- extrakorporale Photopherese

- andere systemische Pharmaka

- Gold/Auranofin

Phar: Ridaura®

Appl: oral

Dos: 2x3 mg/Tag (max. 9 mg/Tag), 3 mg/Tag als Erhaltungsdosis

Wirk: verzögerter Wirkungseintritt nach ca. 6 Monaten

Bed: weniger wirksam als klassische Immunsuppressiva, ggf. aber vorteilhaft bei Pat. im geschlechtsreifen Alter

- Dapson

Dos: 100-300 mg/Tag

EbM: wenig gesicherte Literatur (mehr Support für Pemphigus foliaceus)

Lit: Arch Dermatol 2008; 144: 25-32

PT: RCT

Erg: tendentielle Wirksamkeit von Dapson in der Erhaltungstherapie

- Tetrazykline

Dos: 4x500 mg/Tag Tetrazyklin-HCl

Altn: Doxycyclin, Minocyclin

Co: Nicotinsäureamid

Dos: 3x500 mg/Tag

Lit: J Eur Acad Dermatol Venereol. 2017 Jan;31(1):85-88 (Münster)

PT: CR (Pemphigus vegetans)

Th: Minocyclin plus Nicotinamid

- Mycophenolat mofetil (MMF)

Dos: 2 g/Tag

Bed: Alternativpräparat insbes. für Azathioprin (in der Kombination mit Steroiden)

Lit: J Dermatolog Treat. 2014 Feb 13. [Epub ahead of print] (Italien)

- Cyclosporin A

Dos: 5 mg/kg/Tag p.o. (Zielwert im Serum: 100-150 Mikrogramm/l)

Bed: widersprüchliche Studienergebnisse; eher nicht zu empfehlen

- Cyclophosphamid

Dos: 50-200 mg/Tag oder Indisches Schema

- Chlorambucil

Ind: Alternative zu Cyclophosphamid bei hämorrhagischer Zystitis

Dos: 4 mg/Tag (max. 10 mg/Tag)

- Methotrexat

Dos: 25 mg/Woche i.m. oder i.v.

Bed: eher Reservemittel wegen unsicherer Wirkung, z. T. aber explizit empfohlen

Lit: Br J Dermatol. 2013 Jun 18. http://doi.org/10.1111/bjd.12474 (USA)

PT: CS (23 Pat.)

Erg: klinische Besserung bei 91%

- Tacrolimus

Lit: J Dermatolog Treat. 2014 Feb 20. [Epub ahead of print] (Iran)

PT: RCT

Erg: vergleichbare Wirksamkeit zu Azathioprin bei weniger NW

- IVIG (intravenöse Immunglobuline)

Lit: - Eur J Dermatol 2003; 13: 377-81

Erg: Die per ELISA bestimmten Autoantikörpertiter gegen Desmoglein-3 und -1 spiegeln den Therapieerfolg wider.

- J Am Acad Dermatol. 2009 Apr;60(4):595-603; Br J Dermatol. 2009 May;160(5):1098-102

PT: RCT

Dos: 400 mg/kg/Tag für 5 Tage

Note: übliches Hochdosisschema

- Rituximab

Phar: MabThera®

Eig: Ak gegen das transmembranöse Antigen CD20, das sich in malignen und normalen B-Zellen findet

Dos: 375 mg/qm i.v. (1x/Woche für 4 Wochen)

Pos: kein Verlust von langlebigen Plasmazellen, die für die Aufrechterhaltung der Immunität gegenüber zahlreichen Infektionskrankheiten wichtig sind

Lit: - Br J Dermatol. 2012 Feb;166(2):405-12

PT: CS

Dos: 500 mg i.v. (2x im Abstand von 2 Wochen, d.h. low dose)

- Arch Dermatol. 2012 Jun 18:1-6

PT: CS (31 Pat.)

- J Dtsch Dermatol Ges. 2012 May 11 (epub ahead of print)

Note: intraläsionale Applikation

Lit: - JAMA Dermatol. 2014 Dec 23. http://doi.org/10.1001/jamadermatol.2014.3674 (Japan)

PT: CS (3 Pat.)

Ind: therapieresistente orale Läsionen

Dos: 5 mg/qcm an den Tagen 1 u. 15

- Dermatol Ther. 2019 Nov 6:e13154. http://doi.org/10.1111/dth.13154

PT: CR

Ind: therapieresistente Läsionen der Kopfhaut

Dos: 10 mg/ml

- Anti-TNF-alpha

Etlg: - Etanercept

Lit: - Cutis 2004; 74: 245-7

PT: CR (Erstbeschreibung)

- J Am Acad Dermatol 2004; 51: 817-9

PT: CS (3 Pat.)

Dos: 1x/Woche 375 mg/qm für 4 Wochen

- Arch Dermatol. 2011 Jan;147(1):117-8

PT: RCT

- Adalimumab

Lit: Dermatol Ther. 2012 Jan-Feb;25(1):95-7

PT: CR

- Infliximab

Lit: Br J Dermatol. 2014 Aug 13. http://doi.org/10.1111/bjd.13350

PT: RCT

Erg: kein signifikanter klinischer Effekt von Infliximab

- Tofacitinib

Def: JAK1- und JAK3-Inhibitor

Lit: Dermatol Ther. 2018 Sep 11:e12696. http://doi.org/10.1111/dth.12696

- Lokaltherapie

Ind: - Mundschleimhauterosionen

- Glukokortikoide

Rp: - Betamethason-valerat 0,1% in Stomahesive Adhäsivpaste ad 20,0

- Clobetasol 0,01 g, Aerosil 0,76 g, Paraffin subliquid 10,6 g, Stomahesive Adhäsivpaste ad 20,0

Co: ggf. antimykotische Begleittherapie wegen Kandidose als NW

Stoff: Nystatin

Phar: z. B. Lederlind® Mundgel

Appl: 4x/Tag einen 3 cm langen Gelstrang nach den Mahlzeiten in der gesamten Mundhöhle verteilen

- Cyclosporin A

Rp: Cyclosporin A-Haftpaste 2,5%:
 Cyclosporin A 0,25 in Stomahesive Adhäsivpaste ad 10,0 g

- Lokalanästhetika

Phar: Herviros®, Xylocain-Viskös Gel 2%®

- steroidhaltige Mundwässer

Rp: Hydrocortison-Mundspülung: Hydrocort.-acetat 1g, Lidocain-HCl 2g, Na-monohydrogen-phosphat-12H2O 0,1g, Cremophor RH40 0,4g, Propylenglycol 40g, Pfefferminzöl 0,3g, Dexpanthenol 20g Aqua pur. ad 200

S: 1 Esslöffel auf 1/2 Glas lauwarmes Wasser; 4- bis 5-mal täglich spülen

- kutane Blasenbildung

- Lotio alba, ggf. mit Farbstoffzusatz (Eosin)

- Fusidinsäure

- 1% Sulfadiazin-Silber

Phar: Flammazine®

- Pimecrolimus 1%

Phar: Elidel Creme®

Lit: J Drugs Dermatol. 2010 Jun;9(6):684-6

PT: RCT

- Nikotinsäureamid 5% Gel

Lit: Dermatol Ther. 2010 May-Jun;23(3):308-11

- Thrombozyten-Gel (PRP)

Lit: Dermatol Ther. 2019 Oct 3:e13099. http://doi.org/10.1111/dth.13099

So: - paraneoplastischer Pemphigus

AG: - Desmoplakin-1 (250 kD) und Desmoplakin-2 (210 kD)

Allg: Keratinfilamente inserieren an Desmoplakin-1 und -2 der zytoplasmatischen Seite des Desmosoms.

- Desmoglein-3, Desmoglein-1, Envoplakin und Periplakin

- Alpha-2-Makroglobulin-like-1 (A2ML1)

Lit: J Invest Dermatol. 2013 Feb 13. [Epub ahead of print]

Co: Desmocollin-Proteine

Lit: Br J Dermatol. 2015 Sep 10. http://doi.org/10.1111/bjd.14162 (Japan)

Hi: - Akantholyse

- vereinzelte Einzelzellnekrosen

- EEM-artige Interface-Dermatitis mit Vakuolisierung der Basalzellreihe und typischerweise lichenoidem Infiltrat an der Junktionszone

IIF: pathognomonisch für paraneoplastischen Pemphigus

Mat: Substrat muss Rattenharnblase sein, d. h. einfaches Zylinder- bzw. Übergangsepithel

Ass: Lymphome (meist Non-Hodgkin-Lymphome vom B-Zell-Typ), CLL, Castleman-Tumor, Thymom, Makroglobulinämie Waldenström, Sarkome und Karzinome (eher selten)

Lit:    

Th: - Behandlung des Malignoms

- Glukokortikoide systemisch

- weitere Immunsuppressiva

Bsp: - Azathioprin

- Cyclophosphamid

- Plasmapherese oder Immunadsorption

- Rituximab

- Alemtuzumab

Lit: Br J Dermatol. 2013 Mar 21. http://doi.org/10.1111/bjd.12324

Ind: Pat. mit CLL

- Pemphigus vegetans

Def: Entstehung von vegetierenden/verruziformen Arealen bei Pemphigus vulgaris

Etlg: - Typ Neumann  

Def: eher aggressive Variante

KL: Entstehung von weißlichen mazerierten Plaques im Bereich befallener Haut; Abheilung ohne Narbenbildung

Verl: Beginn und Ende mit Blasenbildung, Abheilung mit Bildung von Vegetationen

Prog: eher ungünstig

- Typ Hallopeau

Syn: Pyodermite végétante

Def: eher benigne Variante

Note: erstmals 1898 von Hallopeau als Pyodermite vegetante beschrieben

Verl: Entwicklung von Vegetationen (bei fehlender Blasenbildung) aus Pusteln als Primäreffloreszenzen

CV: Die positive DIF (und IIF) ist entscheidend für die DD gegenüber Pyostomatitis-Pyodermatitis vegetans

KL: Ausbildung von Pusteln in den Intertrigines, später langsam wachsende verruköse Areale

Lok: Die Beugen sind Prädilektionsstellen.

Prog: eher günstig

Hi: Akantholyse, pseudoepitheliomatöse Hyperplasie, Eosinophileninfiltrat

Di: wie Pemphigus vulgaris

Th: wie Pemphigus vulgaris

- Pemphigus herpetiformis  

Histr: Begriffsprägung im Jahre 1975 von Jablonska

Def: Pemphigus-vulgaris-Variante mit klinischer Ähnlichkeit zur Dermatitis herpetiformis oder auch dem bullösen Pemphigoid, aber histologisch und immunologisch als Pemphiguserkrankung einzuordnen

Vork: ca. 20 Pat. weltweit beschrieben (Stand: 2005)

KL: - erythematös-urtikarielle Hautveränderungen mit diskreten Vesikeln im Randbereich

DD: Pemphigus vulgaris entsteht nicht auf rötlichem Grund.

- Mundschleimhaut häufig frei

- Brennen und starker Pruritus

Di: - klinisches Bild

CV: Nikolski-Phänomen oft negativ

- Histologie

Bef: - eosinophile Spongiose

Bed: histologisches Frühzeichen für Pemphigus vulgaris und foliaceus

- suprabasale und subkorneale Akantholyse

DD: - suprabasal: M. Darier, M. Grover, M. Hailey-Hailey

- subkorneal: subkorneale Pustulose

- DIF und IIF

Bef: interzelluläres intraepidermales IgG, C3

AG: meist Desmoglein 1, seltener Desmoglein 3, ggf. auch Desmocollin

- Immunoblot

Verl: chronisch rezidivierend; keine Spontanremission

Ass: Bronchial-Ca, HIV-Infektion

Th: - Dapson

Bed: GS

- Glukokortikoide

- Acitretin

- IgA-Pemphigus

Histr: Erstbeschreibung durch Varigos im Jahre 1979

Lit: Australas J Dermatol 20: 75-77

Etlg: - Typ "intraepidermale neutrophile IgA-Dermatose"

- Typ "subkorneale pustulöse Dermatose"

IIF: IgA gegen Desmocollin 1

KL: meist vesikulopustulöse Eruptionen oder zirzinäre Plaque an Rumpf und Extremitäten

Lit:  

Th: - Dapson

Bed: GS

Altn: Sulfapyridin (bei Dapson-Intoleranz)

Dos: 2x500 mg/Tag (Dosis um 500-1000 mg alle 1-2 Wochen erhöhen bis max. 4 g/Tag)

- Glukokortikoide

Appl: insbes. lokal

- Colchicin

Dos: 3x/Tag 0,5 mg

- Retinoide

Stoff: - Isotretinoin

Lit: J Am Acad Dermatol 2000; 43: 923-6

Dos: 20 mg/Tag

- Acitretin

Lit: Br J Dermatol 2002; 147: 1040-2; Ann Dermatol Venereol. 2013 Dec;140(12):793-6. http://doi.org/10.1016/j.annder.2013.09.166 (Frankreich)

PT: CR

- PUVA

- nichtsteroidale Immunsuppressiva

Stoff: - Azathioprin

- Methotrexat

- Cyclophosphamid

- Mycophenolat mofetil

Dos: 2 g/Tag p.o.

Lit: Hautarzt 2004; 55: 387-9

EbM: CR

- Plasmapherese

- IgG/IgA-Pemphigus  

Lit: J Dtsch Dermatol Ges. 2017 Oct 14. http://doi.org/10.1111/ddg.13351

- medikamentös bedingter Pemphigus

Note: Die Hautveränderungen können entweder dem Pemphigus vulgaris oder aber dem Pemphigus foliaceus ähneln

Phar: - D-Penicillamin

Vork: am häufigsten

- Captopril, Gold, Rifampicin, Sulfasalazin, Pyritinol, INH u. a.

Etlg: - transienter medikamenteninduzierter Pemphigus

Def: Die Hautveränderungen bilden sich nach Absetzen des Medikaments zurück

- medikamentenausgelöster Pemphigus

Def: Die Hautveränderungen persistieren nach Absetzen des Medikaments.

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Erstellt von Thomas Brinkmeier am 2019/02/02 20:31
  

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